Boxring Eupen: „Wir haben wieder einige Talente in den Ring gebracht“

Kampfsport

Yves Plaire, Maik Allmanns, Zakaria Darkaoui und Elias Ben Seddick (v. l.)Foto: privat

Am Samstag reisten Athleten vom Eupener Boxsportverein nach Brühl, um am ersten Heinz-Czech-Pokal teilzunehmen. Das Teilnehmerfeld war recht groß, es waren insgesamt 24 Wettkämpfe in verschiedenen Alters- und Gewichtsklassen angesetzt.

Als erster Eupener trat Maik Allmanns an. Wie bei seinem ersten Kampf traf er auf einen Athleten des befreundeten SC Colonia 06. Mit Hussein Abelbani sollte das junge Eupener Talent aber einem kräftigen und deutlich kleineren Kontrahenten gegenüberstehen. Allmanns ließ sich nur zu Beginn zurückdrängen. Er verstand, im Rückwärtsgang zu kontern und den Gegner auch mit rechten Aufwärtshaken immer wieder zu stoppen.

Vermutlich musste der Eupener Athlet die Runde auf den Scorecards der Punktrichter abgeben. In der zweiten Runde verstand Allmanns es, immer wieder in den Angriffsmodus zu schalten und seinen Gegner mit Geraden zum Kopf zu treffen. Leider musste der Kampfrichter öfter wegen Stoßen mit dem Kopf durch den Kölner unterbrechen. Die dritte und letzte Runde sollte den Ausgang des Kampfes entscheiden. Beide Athleten zeigten in der letzten Minute ihr Können und aktivierten ihre Kraftreserven. Zum großen Bedauern verlor Maik Allmanns diesen Kampf nach Punkten.

Im Kampf des Tages stand Zakaria Darkaoui aus Eupen dem Kämpfer von TuS Rheindorf Isen Avdievski gegenüber. Darkaoui sollte in seinem ersten Kampf auf einen starken Gegner treffen. Aus Unerfahrenheit ließ der junge Eupener sich regelrecht überrumpeln und wurde getroffen und angezählt. In der zweiten Runde konnte er einen deutlich besseren Wettkampf zeigen, in dem er seinen Gegner durch eigene Angriffe mehr Kontrolle bekam. Durch seine Reichweitenvorteile konnte der Eupener sich besser in Szene setzen und punkten. Doch durch einen erneuten Haken zum Kopf wurde der Kampf wieder unterbrochen, und der Kampfrichter zählte den Eupener an. „Hierbei war allerdings keine Schlageinwirkung zu erkennen und daher wenig verständlich“, so der Verein. Auch in der dritten Runde glich das Duell den beiden vorangegangenen Runden. Der Mann vom TuS Rheindorf griff so an – und entschied den Kampf. Darkaoui wurde zum dritten Mal angezählt und verlor in der letzten Minute des Kampfes.

„Bei den jüngeren Altersklassen bevorzugen die Kampfrichter das frühere Anzählen, um den Athleten zu schützen. Das hat – entgegen vieler Annahmen – aber nur wenig Einwirkung auf die Punktewertung. Heute war kein besonders erfolgreicher Tag für unseren Verein“ sagt Yves Plaire, der die beiden Athleten im Wettkampf betreut hat: „Allerdings muss man sagen, dass beide wirklich gut geboxt haben. Ihr Talent für den Boxsport war deutlich zu erkennen. Man kann davon ausgehen, dass wir mit beiden noch viel Freude haben werden. Sie sind beide jung und erfolgshungrig, da ist eine Niederlage zwar eine Enttäuschung, aber keinen Weltuntergang. Es ist ein Kampf von hoffentlich sehr vielen.“

Auch Heinz Plaire, das Urgestein des Königlichen Boxrings Eupen, wohnte den Kämpfen bei. Er attestierte beiden ein großes Talent. „Besonders Maik hat mir sehr gut gefallen. Er bringt die nötige Portion Mut und den Ehrgeiz mit, den man im Boxsport braucht. Zakaria hatte eher Pech mit seinem Gegner, aber auch er boxt gut.“

Weiter blickt Heinz Plaire auf das ausklingende Jahr zurück: „Wir haben in diesem Jahr wieder einige Talente in den Ring gebracht und tolle Wettkämpfe gesehen. Für dieses Jahr haben wir keine weiteren Verpflichtungen angenommen. Die Prüfungen stehen an und unsere Athleten sollen sich erstmal auf die Schule konzentrieren, das ist wichtiger.“

Auch sieht er die soziale Komponente des Sports: „2018 haben wir viele junge Männer, die nach Belgien migriert sind, begleitet. Einige sind dann leider andernorts untergekommen, sodass sie den Verein wieder verlassen mussten. In den letzten Monaten ist unser Verein rasant gewachsen und neben den vielen jungen Menschen, die sich lediglich fit halten wollen, haben wir viele darunter, die auch Wettkämpfe absolvieren wollen. Wir freuen uns daher schon auf das kommende Jahr. Auch vergrößern wir gerade unseren Trainerstab, wir konnten einige ehemalige Athleten als Ausbilder und Trainer gewinnen.“ (red)