GE-Winterfazit: Für Oudler und Weywertz B geht der Blick nach oben

Fußball - 4. Provinzklasse G

Lontzen (Yann Esser, l.) und Weywertz (Raphael Brüls, r.) trennten sich zu Saisonbeginn noch 1:1-Unentschieden, anschließend gingen ihre Wege allerdings weit auseinander. | Foto: Helmut Thönnissen

In der 4. Provinzklasse G sind in dieser Saison vier DG-Teams mit von der Partie. Während Oudler und Weywertz B noch am Aufstiegskampf beteiligt sind, beschränken sich Eupen B und Lontzen B auf die Weiterentwicklung.

Von Felix Brock

Auf Rapid Oudler ruhen aus DG-Sicht die größten Hoffnungen im Aufstiegsrennen. Allerdings ist die Mannschaft von Kurt Niessen nach dem bitteren Abstieg trotz eines guten Saisonstarts vom Kurs des direkten Wiederaufstiegs abgekommen. Mit einem Spiel weniger auf dem Konto haben sie bereits 13 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Spa. „Wir hatten genau im falschen Moment ein Loch. Wir haben gegen den FC verloren, wo wir sehr schlecht waren, und das noch guter Leistungen gegen Xhoffraix und Spa“, erklärt der Trainer. In diesen Wochen kam in Oulder „alles zusammen“. Niessen fehlen seit Wochen zahlreiche Spieler, was auch zum Rückrundenstart anhalten wird. „Ich bin zufrieden, wenn man sieht, mit was für einer jungen Mannschaft wir spielen“, gesteht der Coach.

Neben den vielen Ausfällen wiegen die Niederlagen gegen die direkten Konkurrenten schwer. Gegen Spa und Xhoffraix gab es insgesamt drei Niederlagen. Von den A-Mannschaften konnte nur Bellevaux besiegt werden. Laut Niessen fehlt seiner Elf in diesen Duellen „etwas“: „Wir sind nicht erfahren oder raffiniert genug, wenn es eng wird. Wir sind noch grün hinter den Ohren.“ Folglich hat fortan die Qualifizierung für die Endrunde Priorität, was wohl zwangsläufig auf die ersten fünf Platzierungen der Tabelle hinauslaufen wird.

Sonnet: „Wir haben jetzt schon mehr Punkte geholt als in der gesamten letzten Saison.“

Nicht weit hinter Rapid Oudler wartet mit dem KFC Weywertz B die erste der drei ostbelgischen Zweitvertretungen. Die Mannschaft von Jean-Claude Sonnet steht auf Schlagdistanz zu den „Top-Fünf“ und spaltet zeitgleich die Tabelle. Denn hinter den Weywertzern hat sich bereits ein zehn Punkte großes Loch aufgetan, wobei der Abstand auf Spitzenreiter Spa ebenfalls zweistellig ist. Trainer Jean-Claude Sonnet ist demnach mehr als zufrieden: „Wir haben jetzt schon mehr Punkte geholt als in der gesamten letzten Saison. Wir hatten uns erhofft, oben mit den A-Mannschaften mitzuspielen, und das tun wir bislang.“ Dabei agierten die Weywertzer in elf der bislang 18 Begegnungen ohne ausgebildeten Torwart. Keeper Frédéric Van De Sande stieß erst spät zur Mannschaft hinzu und verletzte sich anschließend nach wenigen Einsätzen. Außerdem musste Sonnet ab und zu Spieler an die erste Mannschaft abgeben. Bemerkenswert ist an dieser Stelle, dass mit Gaetan Gladieux und Joe Jacobs zwei Spieler den Sprung in die 1. Provinzklasse geschafft haben.

Tobias Graeven und die SG Rapid Oudler kämpft um die Endrunde.Archivbild: GrenzEcho

Im Anschluss an die Winterpause wollen die Weywertzer weiterhin die „Großen“ ärgern und ihre Chance auf die Endrunde am Leben halten: „Wir werden alles versuchen. Die Motivation ist vorhanden“, so Sonnet.

Die zweite Mannschaft des FC Eupen hat in dieser Spielzeit etwas Anlaufzeit benötigt. Auf die ersten beiden Saisonsiege folgten sieben Spieltage ohne Erfolgserlebnis. Darunter befanden sich allerdings Duelle mit drei der fünf Aufstiegsaspiranten. „Unser Start mit der jungen Mannschaft war nicht einfach. Aber, wir haben uns seither gut entwickelt“, meint Spielertrainer Andy Malmendier. Denn in den letzten Wochen vor der Winterpause folgten fünf Siege aus sechs Begegnungen inklusive dem 2:0-Erfolg über Rapid Oudler. Dieser Lauf hat sich positiv auf die Tabelle ausgewirkt und den FC auf den achten Rang befördert, den Andy Malmendier sehr gerne halten würde: „Wenn wir noch die drei Punkte aus dem Lontzen-Spiel bekommen, stehen wir auf Platz sieben. Uns in dieser Gegend zu halten, wäre sehr gut. Das hätte uns vor der Saison kaum jemand zugetraut.“ Alles darüber hinaus schien für den 27-Jährigen nicht im Rahmen des Möglichen, da die „Lücke nach oben“ zu groß sei.

Der KSC Lontzen B hätte ebenfalls die Möglichkeiten, sich in einer ähnlichen Region aufzuhalten. Allerdings zeigte die Mannschaft von Mario Unger bislang zu selten, welches Potenzial in ihr steckt und befindet sich nach zahlreichen unglücklichen und unnötigen Niederlagen im Tabellenkeller. Nichtsdestotrotz ist Mario Unger zufrieden mit der ersten Saison seiner Truppe: „Absolut, weil wir wussten, dass es nicht einfach wird. Wir haben bislang gut dagegengehalten und sind nur in zwei Spielen untergegangen.“ Für Unger ist es die erste Saison am Seitenrand im Seniorenbereich. Ähnliches gilt für viele seiner Schützlinge: „Wir haben uns schon super entwickelt. Die Mannschaft ist sehr jung. Bis auf Marc Müller hat quasi noch niemand eine komplette Saison in einer Seniorenmannschaft gespielt.“ In der unteren Tabellenhälfte, wo „jeder jeden schlagen kann“, sieht Unger seine Elf mindestens auf Augenhöhe mit den Konkurrenten. Nach ganz oben fehlt jedoch noch einiges: „Das sind sechs, sieben Mannschaften, die einen reiferen Fußball spielen.“

Umfrage:  1. Wie lauten die Vorsätze für 2019? 2. Wer wird Meister? 3. Kann ein DG-Klub aufsteigen?

Kurt Niessen, SG Rapid Oudler

  1. Jetzt, wo der direkte Aufstieg nicht mehr möglich ist, möchten wir uns fußballerisch weiterentwickeln und einen schönen Fußball anbieten.
  2. Spa.
  3. Wir wollen in die Endrunde, dann es ist möglich.

 

 

 

 

Jean-Claude Sonnet, KFC Weywertz B

  1. Man muss als Sportler immer eine Herausforderung haben. Wenn wir die Endrunde erreichen würden, wäre das eine Wahnsinnsleistung.
  2. Es wird ein Dreikampf, da bin ich mir sicher. Ich glaube, Xhoffraix wird sich knapp vor Spa durchsetzen.
  3. Über die Aufstiegsrunde ist der Aufstieg für uns noch möglich.

 

 

 

Mario Unger, Trainer KSC Lontzen B

  1. Wir wollen uns weiterentwickeln und aus unseren Fehlern, bedingt durch unsere Unerfahrenheit, mit jeder Trainingseinheit und jedem Spiel lernen.
  2. Spa. Sie haben einen tollen und schnellen Fußball gespielt. Es hat Spaß gemacht, gegen sie zu spielen.
  3. Nein, ich glaube nicht.

 

 

 

AndyMalmendier, Trainer FC Eupen B

  1. Ich möchte die Mannschaft weiterentwickeln. Es wäre naiv, irgendwelche Ziele auszugeben. Wir wollen Konstanz in unsere Leistungen bringen.
  2. Spa.
  3. Oudler wird es wohl in die Endrunde schaffen. Weywertz vielleicht auch noch. Über eine Endrunde kann es jedes Team schaffen, vor allem die DG-Teams bzw. Eifeler mit ihrer Mentalität.

 

 

Kommentar: Die Qualität ist hochwertiger denn je

Lontzen-B-Trainer Mario Unger brachte es kurz und knapp auf den Punkt: Die Serie „P4G“ gleicht in dieser Saison einer „Zweiklassengesellschaft“. Während sechs Mannschaften um die begehrten Endrundentickets kämpfen, duelliert sich der Rest der Liga beinahe auf Augenhöhe und schnappt sich, meist inkonstant, gegeneinseitig die Punkte weg.

Autor Felix Brock

Selbst wenn der „P4“ wenig Achtung geschenkt wird, ist der Aufstiegskampf in dieser Saison spannender und qualitativ hochwertiger denn je. An der Tabellenspitze bleiben die fünf „A-Mannschaften“ um Rapid Oudler ihrer Favoritenrolle eindrucksvoll gerecht und verlieren mit wenigen Ausnahmen nur in den direkten Duellen kostbare Zähler. Lediglich Weywertz B konnte mit ein wenig Abstand Gleichschritt halten und könnte zum Spielverderber eines Favoriten werden.

Die zweite Jahreshälfte verspricht spätestens zur Endrunde ein bitteres Herzschlagfinale. Denn selten war es schwieriger als in diesem Jahr, die letzte Spielklasse zu verlassen.