Die „Reds“ sind hungrig – Einsatz von Kevin De Bruyne nicht sicher

Premier League

Kevin De Bruyne | Foto: afp

Klopp und Guardiola im Showdown: Das Duell der Star-Trainer am Donnerstag zwischen Tabellenführer FC Liverpool und Titelverteidiger Manchester City wird zum ersten Endspiel um die Meisterschaft.

Jürgen Klopp gegen Pep Guardiola, Tabellenführer gegen Titelverteidiger, FC Liverpool gegen Manchester City: Um den Reiz des Duells der beiden englischen Fußball-Großmächte zu erklären, braucht es nur wenige Worte. Erobern die „Reds“ am Donnerstag (21Uhr) im Top-Spiel der Premier League auch das Etihad Stadium von Manchester, müsste es schon mit dem Teufel zugehen, würde Liverpool nicht erstmals seit 1990 wieder englischer Meister. Nur einer will davon so gar nichts wissen.

„Wir denken nicht an den Vorsprung, nicht eine Sekunde“, sagte Liverpools Teammanager Klopp: „Woran wir denken, sind 54 Punkte – unglaublich, um ehrlich zu sein.“ Diese unerwartet starke Ausbeute haben die „Reds“ nach 20 Spieltagen ohne jede Niederlage auf dem Konto. Viel entscheidender ist aber der Vorsprung von sieben Zählern auf den ärgsten Verfolger City. Nach dem Duell könnten es zehn sein – es wäre wohl die Vorentscheidung im Titelrennen.

So sehen es viele Fans und Medien, so sieht es auch Guardiola. „Wenn man sich Liverpools Situation anschaut, wissen wir, dass es vorbei ist, wenn wir Punkte lassen“, sagte Citys Teammanager, dessen Ehrfurcht vor dem Spitzenreiter offensichtlich ist: „Liverpool ist vielleicht das beste Team in Europa oder auf der Welt, und sie sind in Top-Form.“ Der Respekt ist dem Katalanen nicht zu verdenken. Immerhin kommt Klopps Team nicht nur auf 48 geschossene Tore, sondern ließ bislang auch nur acht Gegentreffer zu.

Hinten machen Abwehrchef Virgil van Dijk und Weltklasse-Torwart Alisson dicht, vorne lassen Mohamed Salah, Sadio Mane und Roberto Firmino ihre Magie wirken. Das hat am Samstag beim 5:1-Kantersieg auch der FC Arsenal zu spüren bekommen. Dass sich davon nicht auf City, das zuletzt ohne die angeschlagenen Ilkay Gündogan und Kevin De Bruyne beim FC Southampton 3:1 gewann, rückschließen lässt, merkte Klopp sogleich an.

„Wir alle wissen, dass Manchester City ein fantastisches Fußballteam ist. Und ein Auswärtsspiel bei City – wer kann dorthin fahren und denken: ‚Wir werden wahrscheinlich gewinnen‘? Kein Team der Welt, nicht einmal wir“, sagte der Deutsche, der gleich einmal das Worst-Case-Szenario durchspielte. Sollte nämlich City siegen, schmilzt der Liverpooler Vorsprung auf vier Punkte. Und Klopp ahnte schon nach dem Arsenal-Spiel, was dann in den englischen Medien los sein könnte: „Ihr alle seid die Ersten, die dann die Schlagzeile ‚Werden sie nervös?‘ bringen.“

Beruhigen könnte den 51-Jährigen seine persönliche Bilanz gegen Guardiola. In 15 Spielen gegen den Katalanen siegte der Ex-BVB-Trainer achtmal und holte zwei Remis. Als starker Mann in Liverpool verlor Klopp in mehr als drei Jahren erst einmal gegen seinen früheren Bayern-Widerpart (0:5 gegen City im September 2017). Im vergangenen April räumten die „Reds“ den Liga-Rivalen gar im Viertelfinale der Champions League aus dem Weg. Und auch diesmal steht Man City auf dem Speiseplan, wie Klopp trotz aller Bescheidenheit verriet: „Wir sind hungrig.“ (sid)

Kevin De Bruynes Einsatz fraglich

Fußball-Nationalspieler Kevin De Bruyne ist im Mannschaftsgefüge von Manchester City ein wichtiger Spieler. Dennoch wird Pep Guardiola vielleicht auf den 27-jährigen Mittelfeldspieler aus Drongen verzichten müssen, denn De Bruyne laboriert immer noch an einer Muskelverletzung. „Es ist nichts Schlimmes, aber ich kann nicht sagen, ob er am Donenrstag spielen wird“, so Cheftrainer Guardiola. De Bruyne hatte am 15. Dezember sein Comeback gefeiert, nachdem er einen Monat lang wegen einer Knieverletzung ausgefallen war. (mv)