Fünf Freunde aus Ostbelgien sehen Niederlage von Dimitri Van den Bergh

Darts-WM

Die ostbelgischen Darts-Anhänger Andy Bings, Christoph Bosten, Mike Leusch und Alessandro Carnol (v.l.n.r., es fehlt Dominic Brandt) hatten Karten für die Darts-WM ergattert und feuerten Landsmann Dimitri Van den Bergh lautstark an. Es sollte nicht reichen. | Foto: privat

Ein Freundeskreis aus Ostbelgien reiste nach London und unterstützte Landsmann Dimitri Van den Bergh, doch am Ende konnte sich der „Dreammaker“ nicht durchsetzen. Spaß hat den ostbelgischen Darts-Fans der Besuch im legendären „Ally Pally“ dennoch gemacht. „Vielleicht kommen wir nächstes Jahr wieder“, sagt einer von ihnen.

Von Mario Vondegracht

Die Eupener Dominic Brandt, Alessandro Carnol und Mike Leusch sowie Christoph Bosten aus Raeren und Andy Brings aus Kelmis sind seit Jahren Anhänger des Darts-Sport, spielen hin und wieder auch hobbymäßig zusammen und liebäugelten dabei immer wieder mal mit einem Besuch bei der Weltmeisterschaft im Alexandra Palace in London, der in Fankreisen besser als „Ally Pally“ bekannt ist. Am Donnerstag war es endlich so weit.

Mike Leusch über Dimitri Van Den Berghs Abschneiden: „Er hat nicht gut gespielt und viele Ausreißer gehabt.“

„Wir konnten Tickets für die Nachmittagssession in der dritten Runde der WM ergattern“, schildert Mike Leusch am Donnerstagabend. Der Eupener hat ein Livestream-Abonnement beim Weltverband PDC („Professional Darts Corporation“) und genoss deshalb ein Vorkaufsrecht auf die Karten. Damals wussten die fünf ostbelgischen Dartsfans allerdings noch nicht, dass just bei ihrem Besuch mit Dimitri Van Den Bergh ein Landsmann auf der Bühne steht und um den Einzug ins Achtelfinale kämpft.

Das „Ally Pally“ war am Donnerstagnachmittag proppenvoll. | Foto: privat
Das „Ally Pally“, wie es sich bei der Ankunft der ostbelgischen Dartsfans präsentierte. | Foto: privat

„Das war purer Zufall“, erklärt Leusch. Zum Leidwesen der Fans aus dem Heimatland schied der 24-jährige Antwerpener, der in der PDC-Weltrangliste auf Platz 35 geführt wird, als Belgiens letzter Vertreter bei der Darts-WM gegen den Briten Luke Humphries (PDC-90.) mit 1:4 aus. „Er hat nicht gut gespielt und viele Ausreißer gehabt. Insgesamt blieb er einfach weit unter seinen Möglichkeiten“, so Leusch über das Abschneiden des zweifachen Junioren-Weltmeisters und Geheimfavoriten bei dieser Endrunde, dessen Gegner zwar weniger Punkte machte, sich aber zielsicherer auf den Doppelfeldern zeigte. Dabei winkte dem Flamen im Achtelfinale ein Revanche-Duell mit dem ehemaligen Weltmeister Rob Cross, an dem Van den Bergh im vergangenen Jahr im Viertelfinale nur knapp mit 4:5 gescheitert war.

Während Van den Bergh in der Szene für seine Tanzeinlagen auf der Bühne (er läuft mit dem Pharell-Williams-Klassiker „Happy“ ein) bekannt ist, dürfte jedem WM-Zuschauer daheim vor dem TV-Gerät die legendäre Stimmung im „Ally Pally“ ein Begriff sein. Das war natürlich auch der Hauptgrund der ostbelgischen Gruppe, die Reise in die Hauptstadt Großbritanniens anzutreten. „Es war wirklich wie im Fernsehen. Ständig wurde ein neues Lied angestimmt, und die Menge sang lautstark mit. Das war fast schon wie Karneval. Da hatte man regelrecht Mühe, dem Spiel aufmerksam zu folgen“, erzählt Leusch. Ihm fiel außerdem auf, dass es sehr viele deutsche Besucher ins Alexandra Palace geschafft hatten. „Das war schon auffällig. Ich tippe sogar, dass ungefähr 50 Prozent des Publikums aus Deutschland kamen“, so der Eupener, der am Freitag mit seinen Freunden im Nachmittag den Eurostar zurück in die Heimat nimmt.

Am Abend wollte die Gruppe aber noch in einen Pub. Denn in der Abendsession trat unter anderem der „Flying Scotsman“ Gary Anderson im Achtelfinale an. Der zweifache Weltmeister (2015 und 2016) ist der Lieblingsspieler von Mike Leusch: „Ich hoffe, dass er am Ende das Rennen macht.“

Luke Humphries (links) tröstet den Dimitri Van den Bergh, nachdem der 24 Jahre alte Antwerpener gegen den Briten mit 1:4 unterlag. | Foto: Photo News