Die Roller Bulls leben noch: „So kann es weitergehen“

Rollstuhlbasketball

Mit dem überzeugenden Sieg sammeln die Roller Bulls neuen Mut für den Abstiegskampf. | Foto: Gerd Hennen

Durch einen souveränen Heimsieg über München haben die Roller Bulls zwei enorm wichtige Punkte im Abstiegskampf gesammelt. Kurz vor dem Jahresende ist klar: Die Bulls leben noch.

Von Gerd Hennen

Die Roller Bulls Ostbelgien gingen mit ihrer Startformation um Nazif Comor, Robby Hulsmans, Philippe Minten, Mounir Moujoud sowie Lorenzo Boterberg in die Partie und fanden gleich in den Anfangsminuten gute Antworten auf das seit Wochen anhaltende Wurfpech. Nazif Comor warf die Bulls in Führung und konterte auch auf die Körbe der Münchener geschickt. Die Gäste ließen sich aber wenig beirren und gingen zwischenzeitlich sogar mit 11:7 in Führung. Lorenzo Boterberg übernahm nach diesem kleinen Gäste-Hoch die Verantwortung bei den Bulls und überzeugte sowohl als Werfer als auch als Assist.

Überragender Spieler der Roller Bulls war Lorenzo Boterberg.

Vor allem der Treffer zur erneuten 12:11-Führung durch ein Lay-up von Bart Nulens nach einem starken Zuspiel von Lorenzo Boterberg verdeutlichte die Spielfreude der Roller Bulls Ostbelgien. Mit einem leistungsgerechten 16:16 beendeten beide Teams das erste Viertel.

Auch die zweite Spielzeit war von einem ständigen Hin und Her und Führungswechseln gekennzeichnet. Wenngleich die Trefferquoten im Vergleich zum Auftaktviertel mit 12:10 etwas zurückblieben, lieferten sich beide Teams einen tollen Kampf, bei dem die Zuschauer voll auf ihre Kosten kamen. Quasi mit dem Abpfiff vollendete Lorenzo Boterberg einen perfekt vorgetragenen Tempogegenstoß zur knappen 28:26-Halbzeitführung für die Roller Bulls Ostbelgien. Nach dem Seitenwechsel setzte Philippe Minten mit zwei schnellen Treffern zum 33:26-Führungsausbau sofort ein entscheidendes Signal. München schien in dieser Phase sichtlich beeindruckt; zahlreiche Fehlpässe und ein mangelhafter Drang zum gegnerischen Korb sorgten für das Break der Roller Bulls Ostbelgien. David Offermann, Lorenzo Boterberg sowie Robby Hulsmans sorgten dafür, dass sich die Gastgeber zu Mitte des dritten Viertels mit 12 Punkten absetzen konnten. Der erste Münchener Treffer nach dem Seitenwechsel ließ ganze vier Minuten auf sich warten – ein Beleg für die gute Defensivleistung der Roller Bulls. Zwei Minuten vor Ende des dritten Viertels lagen die Bulls noch immer mit 12 Punkten Vorsprung vorn (45:33). Des Weiteren gelangen den Roller Bulls Ostbelgien in den entscheidenden Phase wichtige Treffer. So landete Lorenzo Boterberg in der 29. Minute einen herrlichen Drei-Punkte-Wurf zum 48:33. Am Ende gelang Bart Nulens per Konter der Treffer zum 50:35 vor dem letzten Viertel.

Während die Gastgeber aus St.Vith im Schlussviertel an ihre Leistung anknüpften, schien die Treffsicherheit bei den Münchener plötzlich zurück. Nach vier Minuten im Schlussviertel war der Vorsprung somit auf neun Punkte zusammengeschmolzen, so dass bei so manchem Fan der Roller Bulls Ostbelgien Erinnerungen an das kürzlich verlorene Krimi-Spiel gegen Wiesbaden aufflammten. Doch diesmal schienen die Roller Bulls Ostbelgien bis konzentriert und motiviert, sodass Mounir Moujoud und Lorenzo Boterberg mit ihren Treffern zum 61:45 schnell wieder für klarere Verhältnisse sorgten. Die Münchener gaben auch nach diesem Rückschlag nicht auf und kämpften.

Eine Minute vor dem Spielende gab es stehende Ovationen.

Doch der überragende Lorenzo Boterberg ließ keinen Zweifel an seiner Klasse und sorgte zusammen mit seinen Teamkollegen für perfekte Spielkontrolle in der Defense und Durchschlagskraft in der Offensive.

Eine Minute vor dem Spielende lagen die Bulls uneinholbar mit 68:54 in Führung, was die Zuschauer zu stehenden Ovationen ermunterte. Getragen von dieser tollen Stimmung setzte das Veithen-Team noch einen drauf und siegte am Ende verdient mit 72:57. Zwei wichtige Punkte im direkten Abstiegskampf und im letzten Spiel des Jahres sind sicherlich ein toller „moralischer Anschub“ für die sportlichen Herausforderungen im kommenden Neuen Jahr 2019.

Es spielten und trafen:

Roller Bulls Ostbelgien:Juan Bernal, Nazif Comor (6), Robby Hulsmans (8), Philippe Minten (5), Mounir Moujoud (3), Bart Nulens (7), Jamaa Saadi (4), Davy Bukkens, Stefan Veithen, Terence Edja-Wato (4), Lorenzo Boterberg (31), David Offermann (4)

RBB Iguanas München:Gabriel Robel (18), Laura Fürst (4), Florian Mach (11), Bastian Kolb (9), Sebastian Magenheim (9), Josef Wernberger (6), Uwe Schmölz