Sportlerwahl in Kelmis: Mangel an Kandidaten

Sportlerehrung

Norbert Hunds, Henri Müllender und Ronny Van Goethem (v.l.n.r.) freuen sich auf die Sportlerwahl am Samstag in Kelmis. | Foto: Griseldis Cormann

Am Samstag wird in Kelmis zum 47. Mal der Sportler des Jahres gekürt. Der Zuspruch für die Veranstaltung im Sportzentrum Kelmis ist in den vergangenen Jahren gesunken. Ronny Van Gothem, Präsident des Sportbundes, wundert sich, dass so wenig Kandidaten von den Vereinen vorgeschlagen werden. Das Thema soll demnächst diskutiert werden. Der Sportbund hält trotz Kritik an der Tradition mit festlichem Rahmen fest, allerdings mit kleinen konzeptionellen Neuerungen.

Von Griseldis Cormann

„Manche sagen, dass die Veranstaltung altbacken ist“, wissen Präsident Ronny Van Goethem und Sekretär Norbert Hunds. Neue Ideen würden aber nur ab und an dem Sportbund vorgeschlagen: „Und wenn es darum geht, wer sich in die organisatorische Arbeit einbringt, dann wird es schnell sehr ruhig.“ Doch klagen möchten Van Goethem und Hunds sowie Vorstandskollege Henri Mülllender keineswegs. Sie stehen voll und ganz hinter der Veranstaltung: Denn sie gehe über eine ausschließliche Urkundenverleihung hinaus: „Es ist das Fest des gesamten Kelmiser Sports und aller Sportler in einem feierlichen Rahmen“, erklärt Van Goethem.

Seit fünf Jahren ist er im Amt, und seitdem wählen alle Vereine, die Gemeindekommission und der Sportbund demokratisch den Sportler des Jahres. Damit ist ausgeschlossen, dass man einer Jury Befangenheit vorwerfen kann. Ausgezählt werden die Formulare von einem dreiköpfigen Gremium am Abend selbst. Darin sehen die Sportbundverantwortlichen keine Schwierigkeiten.

Doch die Nominierungen werden weniger: „Wir können nur aufstellen, wer uns vom Verein vorgeschlagen wird“, betont Ronny Van Goethem. Immer häufiger käme aber die Rückmeldung, dass man niemanden habe: „Wenn ich die Zeitung aufschlage, sehe ich immer wieder Erfolge, Aufstiege und Meister. Ihr könnt mir doch nicht sagen, dass im Verein oder in der Mannschaft niemand Herausragendes geleistet haben soll“, erklärt der Präsident, der nach Ende der Nominierungsfrist regelmäßig die Klubs noch einmal telefonisch kontaktiert. Diese Entwicklung zeichnete sich schon vor mehr als zehn Jahren ab und sei auch schon bei den Vorgängern der Fall gewesen.

Deshalb glauben die Sportbund-Verantwortlichen fest daran, dass auch wieder anderen Zeiten kommen. Was nicht heißt, dass der Sportbund die Augen verschließt: „Wir werden noch einmal eine Präsidentenversammlung einberufen und uns über verschiedene Themen, wie auch die Sportlerwahl, mit den 54 Vereinen austauschen“, so Van Goethem, der es als wenig hilfreich sieht, an der Theke oder in aller Öffentlichkeit über mittel- und längerfristige Veränderungen zu diskutieren. Bis dahin wünschen sie sich, dass bei freiem Eintritt wieder mehr als 400 Gäste den Weg in die große Halle des Sportzentrums finden und den Anpassungen offen gegenüberstehen.

„Wir möchten, dass alle Sportarten, die in der Gemeinde betrieben werden, sichtbar sind.“

Am kommenden Samstag findet der Einmarsch der Vereine bereits um 19 Uhr statt. Das Programm ist in zwei geteilt. Neben Sportaufführungen und dem Auftritt eines Zauberers steht die Ehrung der Meister und Aufsteiger erstmals auf dem Programm. „Sonst war es für sie eine einfache Urkundenüberreichung mit nur wenig bis kein über die geehrten Sportarten selbst hinausgehendes Publikum. Wir möchten, dass an diesem Abend alle Sportarten, die in der Gemeinde betrieben werden, sichtbar sind“, so die Vorstandsmitglieder.

Man darf gespannt sein, was der neue Sportschöffe Björn Klinkenberg (SP) auf seiner ersten Sportlerehrung sagen wird, die im zweiten Teil nach der Präsentation der Kandidaten zum „Sportler des Jahres“ vorgesehen ist: Im Anschluss an eine kurze Pause werden dann die Podiumsplätze und der Sieger der Sportlerwahl bekanntgegeben.