„Platz den Kindern“: Nur der Tresor blieb verschlossen

Projekttag

Francis Maraite zeigt den Elsenborner Schulkindern, wie die Smartphone-App der Bank funktioniert. | Foto: Allan Bastin

„Platz den Kindern“ hieß es am Mittwoch in mehreren Betrieben und öffentlichen Einrichtungen in Bütgenbach. Dank der Zusammenarbeit von Jugendinformationszentrum (JIZ) und Gemeinde durften die Kinder des 5. und 6. Schuljahres hinter die Kulissen blicken und Fragen stellen.

Von Allan Bastin

„Was macht eine Bank“, fragt Geschäftsführer Francis Maraite am Mittwochmorgen die Kinder der Peter-Nikolaus-Schweitzer-Schule Elsenborn in der Bütgenbacher ING-Filiale. Nach anfänglichem Zögern gehen die Finger in die Luft. „Geld sicher aufbewahren“, sagt eines der Kinder. Auch die Überweisung ist den Schülern ein Begriff. Mit dem Begriff Zinsen können sie noch wenig anfangen. Francis Maraite versucht, es ihnen kindgerecht zu formulieren, wenn auch der Banker zugeben muss, dass es heutzutage „nicht mehr viel Belohnung gibt“. Gleichermaßen erklärt er ihnen den Kredit sowie den Unterschied zwischen Sparbuch und Konto. Interessiert sind die Kinder auch, als es um die Funktionsweise der Smartphone-App geht.

„Platz den Kindern“ fand zum vierten Mal in Bütgenbach statt.

Dass die Bank von heute nicht mehr die Bank von gestern ist, bereitet gerade der älteren Generation Schwierigkeiten. Daher sei es wichtig, dass auch Kinder und Jugendliche früh darüber informiert werden. Passé die Zeiten, als sich Kunde und Bankangestellte mit Panzerglas voneinander getrennt waren, weil die meisten Transaktionen noch mit Bargeld durchgeführt wurden. „Heutzutage kommen wir kaum noch mit Geld in Berührung“, bekräftigen die Geschäftsführer Francis Maraite und Frank Schroeder. „Das macht es den Bankräubern auch schwieriger“, erklären die beiden weiter. Dass in jedem Automaten rund 200.000 Euro in Scheinen zu finden sind, überrascht die Kinder genauso wie die Farbpatrone, die das Geld bei einem Überfall zerstört. Das große Objekt der Begierde war natürlich der Tresorraum. Allerdings blieb dieser der Schulklasse trotz Anstrengungen der Filialleiter verschlossen. „Weil wir vormittags geschlossen haben, kann der Tresorraum nur von der Zentrale geöffnet werden“, so Frank Schroeder, der nicht zum ersten Mal am Projekt „Platz de Kindern“ teilgenommen hat. „Die Schüler haben uns auch schon in der Ameler ING-Filiale besucht. In unseren Augen ist es eine Selbstverständlichkeit, an diesem Projekt teilzunehmen. Die Kinder sind begeistert, weil sie interessante Dinge zu sehen bekommen. Das ist eine willkommene Abwechslung zum Alltag.“

Genauso sehen es Schulschöffe Daniel Franzen und Ramona Mausen vom JIZ, die eine Gruppe Weywertzer Kinder im Recypark in Nidrum begleiten. Jean Simons vom Zweckverband AIVE erklärt den Schülern auf präzise Art und Weise, was mit den Abfällen geschieht. Unglaublich viele Eindrücke prasseln auf die Kinder ein, die teils nicht so recht wissen, wo ihnen der Kopf steht, aber zufrieden nach Hause gehen.

Die Verantwortlichen würden sich wünschen, dass in Zukunft noch mehr Betriebe aus der Privatwirtschaft ihre Türen öffnen. Mit dabei waren in diesem Jahr: A.I.S. Construct, Recypark, Apotheke Callut, Hotel Bütgenbacher Hof, Faymonville Group, Feuerwehr, Gemeindeverwaltung, ING, KBC, Polizei, Rotes Kreuz und Seniorenheim.

Einmal auf dem Bürgermeisterstuhl sitzen: Das durften die Schüler aus Weywertz. | Foto: privat
Jean Simons (AIVE) erklärt den Kindern der Weywertzer Schule, was mit den Abfällen geschieht. | Foto: Allan Bastin