Karin von „Chez Alito“ feiert 70. Geburtstag

Jubiläum

Vor drei Jahren haben Karin und Alois Kreft das „Chez Alito“ übergeben. Für das Foto posiert die ehemalige Köchin, die heute 70 Jahre als wird, gerne noch mal am Zapfhahn. | Foto: Günther Sander

Die Gaststätte und das Restaurant „Chez Alito“ an der Lichtenbuscher Straße 316 und die beiden Namen Karin und Alois Kreft gehören unmittelbar zusammen, stehen für Freude, Frohsinn, Genuss und Musik. Köchin Karin wird am Freitag 70 Jahre alt.

Von Günther Sander

Chef „Alito“, alias Alois, unterhielt die Gäste mit flotten Liedern, Köchin Karin verwöhnte die Besucher mit Gaumenfreuden, mit leckeren Schmankerln. Das war einmal: Silvester 2015 ging für das Gastronomen-Ehepaar eine schöne Zeit zu Ende. Alters- und krankheitsbedingt übergaben sie ihr Lokal an José M. Santana, der es bis zum heutigen Tag betreibt. Drei Jahre danach taucht die Frage auf: Was machen die beiden Krefts heute eigentlich?

„Ich soll in die Zeitung? Oh Gott, ich war schon so oft in den Medien“, so das Geburtstagskind, das am heutigen Freitag einen „Runden“ feiern kann. Ihr Mann Alito (Spitzname für Alois) lacht – willigen schließlich ein: „Dann schreiben Sie mal was Schönes.“

33 Jahre lang, von 1982 bis 2015, betrieben beide ein kleines, bescheidenes „Mekka für Genießer und Musiker“, das „Chez Alito“ wurde und war eine der ersten Adressen in Lichtenbusch. Illustre Gäste gaben sich die Klinke in die Hand, wer was war oder was auf sich hielt, wurde Stammgast bei den „Kreft’s.“ Der Treffpunkt war in aller Munde.

Karin begeisterte mit kulinarischen Fähigkeiten, Alois mit musikalischen.

Alois, seit vielen Jahren ein regional bekannter Musiker, seine Karin eine Köchin, die es beide verstanden, ihr „Chez Alito“ bekannt und beliebt zu machen. „Ich war der Chef, meine Frau die Köchin“, erzählt Alois. Der gelernte Bautechniker hat Karin überredet, mit ihm gemeinsam den Sprung in die Gastronomen-Szene zu wagen. Neuland auch für Karin Kreft-Salomon, die es schon früh mit dem Tanzen hatte und in Aachen eine Ballettschule besuchte. „Ich bin bis heute noch verrückt nach Tanzen“, lacht sie. Und weil die Mutter etwas „Anständiges“ aus ihrer Tochter machen wollte, wurde aus ihr eine Biologie-Laborantin. „C’est la vie!“

Zurück zu „Chez Alito“: „Wir hatten einen Bombenladen, den viele Prominente aufsuchten. Bei uns tat sich was“, sagen beide stolz. „Schreihälse“ waren unerwünscht, ein ruhiges Publikum willkommen.

Karin Kreft erinnert sich gerne an die Anfänge ihrer Küche, in der „querbeet“ gekocht wurde. Alles fing mit kleinen Sachen an, mit Schnittchen, Strammer Max, Frikadellen, Kartoffelsalat mit Würstchen. Am Kamin brutzelte Leckeres. Gab es ein Lieblingsgericht, das sie mit viel Liebe zubereiteten? „Oh ja, Gambas im Speckmantel mit knackigen Salaten“, verrät die Köchin. Aber auch ein Krabbenpfännchen und montags frische Reibekuchen sowie Eintöpfe (Grünkohl mit Mettwurst) hielten das „Chez Alito“ in aller Munde.“

Die Gaststätte, die sie 30 Jahre lang betrieben, lässt das Ehepaar auch nach der Übergabe nicht los.

Und was trug Alito zur Unterhaltung der Gäste mit bei? Der Sonnyboy griff zur Gitarre, hatte ein erlesenes Repertoire, schon hieß es „It’s Schmusi Time“ im Lokal. Wenn der smarte Sänger mit sonorer Stimme seine Hits anstimmte, wurde es still, wurden Erinnerungen an Dean Martin, Engelbert, Frank Sinatra, Pat Boone und Peter Alexander wach. „Quando“ so der Titel seiner CD mit Oldies und Ohrwürmern. „Hören Sie mal rein, das wird Ihnen gefallen“, sagt er. In der Tat: „Tell me quando, quando, quando“, das klingt heute noch in den Ohren, genau so wie „Besame Mucho“, „Hallo, kleines Fräulein“, „Melodie d’amour“, „Die Farbe der Liebe“ und „Warum müssen Jahre vergeh’n?“ Ja, warum? Drei Jahre sind seit der Übergabe vergangen. Da kommt ein bisschen Wehmut auf. Das „Chez Alito“ lässt beide einfach nicht los. Karin: „Ich bin immer noch mal unten (sie wohnt über dem Lokal. A.d.R.) und schau‘ dort rein.“ Für das GrenzEcho posierte sie eigens am Tresen, um ein frisches Bier zu zapfen. Ihre Augen strahlen. Einmal „Chez Alito“, immer „Chez Alito“.

Am Freitag , an ihrem „runden Geburtstag“, sind beide wieder „unten.“ In geschlossener Gesellschaft, im Familienkreise, mit Freunden und Bekannten wird der 70. Geburtstag gebührend gefeiert. Mit Sicherheit ein Abend der schönen Erinnerungen, mit gutem Essen und mit Musik.