Neuerungen und Bewährtes beim Öcher Sommerbend

Sommerkirmes

Eine der Neuerungen: Der Bend wird kompakter. Kinderfahrgeschäfte sind direkt an die Gastronomie gebaut, damit die Kleinen fahren können, während die Eltern ihre Fritten essen. | Foto: Klaus Schlupp

Es ist wie immer. Am Freitagabend startet mit dem traditionellen Fassanstich um 18 Uhr der Öcher Sommerbend. Neben Bewährtem stehen aber auch Veränderungen auf Aachens Traditionskirmes an.

Von Klaus Schlupp

„Sind wir zu stark, bist du zu schwach“, tönt es aus dem Lautsprecher. Ein paar mutige Journalisten haben es sich in den Gondeln des „Heroes“ bequem gemacht. In rasendem Tempo geht es in die Kurven. Gut durchgewirbelt und mit einem Lächeln im Gesicht steigen die Passagiere aus. Es ist wieder Sommerbend. Am Freitag um 18 Uhr sticht pünktlich zum Wetterumschwung gemäß der Tradition und Sitte Aachens Bürgermeisterin Hilde Scheidt das berühmte erste Fass an.

Eine Geisterbahn zu Fuß – Mischung zwischen Glas-Irrgarten und Geisterlabyrinth

Es ist wie immer. Viele neue und alte Fahrgeschäfte harren der Kundschaft, Biergärten und Essbuden laden zu ihren Leckereien ein und Kinderattraktionen warten auf Kundschaft.

Eine Geisterbahn ist über und über mit Pflanzen, Gruselfiguren und anderem verziert. So etwas wird nie fertig, immer gibt es neue Ideen, um die Besucher besonders kreativ zu schocken. „Der Mann lebt die Geisterbahn“, sagt Aachens Schaustellerchef Peter Loosen über den Besitzer. Diese Geisterbahn ist sowieso besonders. Es geht nicht mit dem Karren hindurch, sondern zu Fuß. Es ist eine Mischung aus Glas-Irrgarten und Geisterlabyrinth.

Vor seiner Mongolfière, einem Kinderkarussell aus Ballons, steht Achim Zurnikau. „Schreiben Sie das bloß richtig, da bin ich pingelig“, mahnt er und erzählt grinsend von ein paar Halbstarken, die den Namen auf Englisch „Mongolfeier“ ausgesprochen haben. Seit 40 Jahren ist er als Schausteller unterwegs. Vorher hat der Nordhesse Germanistik studiert und sich danach seinen Kindertraum erfüllt. „Andere wollen Lokomotivführer werden, ich eben Karussellbesitzer“.

Und seine Mongolfière ist so geschickt konstruiert, dass er alles mit seiner Frau alleine vorher aufbauen und nachher wieder abbauen kann.

Der Bend ist in diesem Sommer etwas kompakter aufgebaut als sonst. Das könnte man als Training betrachten, denn 2020 gehen 8.000 von 40.000 Quadratmetern Stellfläche an die Firma Lindt, die ihr Unternehmen ausbauen will. Dem Bend soll es nicht schaden. Er wird kompakter. Kinderfahrgeschäfte sind direkt an die Gastronomie gebaut, damit die Kleinen fahren können, während die Eltern ihre Fritten essen. „Der Bend wird nicht kleiner oder unattraktiver“, sagt Platzmeister Markus Schöningh. Jetzt muss das Eurogress als Veranstalter Leitungen verlegen und austesten, wie ein gelungener Bend auf weniger Fläche aussehen kann.

Flächenmäßig kompakter — keine belgischen Fahrgeschäfte.

Natürlich sind auch viele Fahrgeschäfte aus dem Ausland, besonders aus den Niederlanden, mit am Start. Belgische Fahrgeschäfte fehlen allerdings, auch wenn Markus Schöningh schon sehr spannende Angebote auf dem Tisch hatte. „Den belgischen Schaustellern fehlt das Baubuch“, erläutert Schöningh. Anhand dieses Buches kontrolliert die Baubehörde penibel, ob auch alles europäischen Normen entspricht und das Geschäft präzise nach den Vorgaben aufgebaut ist. „Die Aachener Baubehörde gilt unter Schaustellern als besonders penibel“, sagt Schöningh. Aber das ist auch gut so, denn niemand möchte einen Unfall riskieren, der angesichts der Geschwindigkeiten schlimm enden könnte.

Aber trotz mangelnder Fahrgeschäfte: Ohne Belgien geht kein Bend. „Wir nehmen ausschließlich belgische Schokolade, sie ist einfach die beste“, sagt Marion Gehlen von der „Mandelstube“. Mit ihrem Mann verkauft sie selbst hergestellte gebrannte Mandeln, frisches Obst in Schokolade und diverse andere süße Leckereien. Auch die Besucher aus den Nachbarländern sind für den Bend wichtig, da im Osten weniger Potenzial ist. Die Dürener sind eher Richtung Köln orientiert und hatten jetzt erst selbst ihre bekannte Annakirmes.

Das Beste aus der Situation gemacht haben die Veranstalter beim Feuerwerk. Es war klar, der Lousberg geht dafür in diesem Sommer überhaupt nicht. Es ist schlicht zu trocken da. Jetzt startet am 20. August zum Bend-Abschluss das Spektakel als Bodenfeuerwerk vom Schenkergelände gleich nebenan. „Jetzt müssen die Menschen zum Bend kommen, um das Feuerwerk richtig sehen zu können, freut sich Peter Loosen.

Der Öcher Bend findet vom 10. bis 20. August täglich ab 14 Uhr statt. Es sind ausreichend Parkplätze vorhanden. Einige Termine:
– Dienstag, 14. August: Studententag, Bier und Pommes ein Euro.
– Mittwoch, 15. August: Familientag, halber Preis auf allen Fahr- und Belustigungsgeschäften.
– Freitage, 10. und 17. August: Ladies Night – halber Preis für Frauen auf allen Fahr- und Belustigungsgeschäften.
– Samstag, 18. August: Öcher Penn Wiesn, 13 Euro im Vorverkauf am Medienzentrum Elisenbrunnen, Abendkasse 15 Euro.

Achim Zurnikau ist seit 40 Jahren als Schausteller unterwegs. Auf seine Mongolfière, ein Kinderkarussell aus Ballons, ist er mächtig stolz.