Das Wetter verursacht keine Probleme im Zoo

HINTERGRUND

„Den Tieren geht es prächtig, nur ich schwitze“, sagt Aachens Zoodirektor Wolfram Graf-Rudolf auf die Frage, wie der Zoo mit der Hitzewelle fertig geworden ist. „Die Tiere sind vernünftiger als die Menschen“, stellt er fest. Während sich in der Mittagszeit auf glutheißen Straßen Menschen tummeln und Handwerker ihr teils schweres Tagwerk verrichten, tun die Tiere das Richtige: Sie meiden die pralle Sonne, suchen sich ein schattiges Plätzchen und saufen entsprechend Wasser.

Das gilt auch für die Pinguine. Denn Brillenpinguine sind in Südafrika zu Hause und sind Hitze gewöhnt. Wenn ein Zoo modern geführt ist und entsprechende Schattenmöglichkeiten und Innenställe bestehen, dann kommen selbst Hochlandrinder oder Lamas problemlos durch die Hitzewelle. Die Tiere sind einfach ruhiger und toben nicht mehr herum. „Nur die Kapuzineraffen, die toben immer“, verbessert sich der Zoochef.

Natürlich gehört auch ein wenig Sonderservice von Seiten der Tierpfleger zum Programm. „Besonders Nandus und Kasuare lieben es nassgespritzt zu werden“, sagt Graf-Rudolf. Die Affen hingegen sind wie die Kinder, sie stehen auf Eis. Nur die Zubereitung und Portionierung ist eine andere. Während Eis für Menschen durch Früchte, Sahne und Gewürze seinen leckeren Geschmack bekommt, mögen es die tierischen Verwandten schlichter. Es ist gefrorenes Obst, an dem die Tiere knabbern und lutschen.

Die einzigen Lebewesen, die im Zoo richtig unter den Extremtemperaturen leiden, sind die Bäume. Viele werfen schon Blätter ab, die sich aus Wassermangel nicht mehr ernähren können. Von Zooseite tut man natürlich alles, um die Pflanzenbestände zu erhalten und gießt fleißig. Die Besucherzahl des Zoos ist etwas zurückgegangen. Bei heißem Wetter ist das Freibad nun einmal attraktiver als ein Tierpark. Aber auch das sieht man im Tierpark gelassen. „Uns geht es gut, irgendwann wird es wieder normal“, sagt Graf-Rudolf. Schließlich wollen die Leute bei passendem Wetter in den Tierpark. (KS)