Benjamin Lenzen steht im Finale der „Top Model Belgium Kids Academy“

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Foto: Sophie Redondo

Benjamin Lenzen aus Welkenraedt steht im Finale der „Top Model Belgium Kids Academy“ und am 15. Oktober daher auf der Bühne des San Marco Village in Antwerpen. Einige Tage vor dem großen Auftritt ist bei dem 14-Jährigen von Nervosität nichts zu spüren.

Von Björn Marx

„Es war Benjamins Idee, bei dieser Veranstaltung mitzumachen“, erklärt seine Mutter Nadya Mobers und unterstreicht dadurch, dass kein elterlicher Druck ihren Sohn dazu bewogen habe, am Schönheitswettbewerb „Top Model Belgium Kids Academy“ teilzunehmen. Im Gegenteil – bei seinem ersten Kontakt mit dem Laufsteg denkt Benjamin äusserst praktisch: Sein älterer Bruder hatte im letzten Jahr begonnen, durch einen Ferienjob ein wenig Geld zu verdienen. Als Benjamin dann im Herbst vergangenen Jahres über das Internet auf die „Top Model Belgium Kids Academy“ aufmerksam wurde, zählte er, der bisher über keinerlei Verbindungen zu dieser Szene verfügte, eins und eins zusammen und bewarb sich bei den Organisatoren für die Kategorie „Kids Model Boys“ für männliche Teilnehmer bis 14 Jahre. Sein Ziel: Den Wettbewerb gewinnen und dadurch automatisch einen Vertrag mit einer Model-Agentur ergattern oder zumindest auf dem Laufsteg auf sich aufmerksam machen und die Möglichkeit ergreifen, künftig während der Ferien oder an Wochenenden einen Job als Model auszuüben.

Dieser Ambition einen Schritt näher kam er bereits mit Erreichen des Halbfinales, das im März in Colfontaine bei Mons über die Bühne ging. Dresscodes damals: „chic“ und „Western-Style“. Das große Finale erwartet ihn und 24 Konkurrenten am 15. Oktober auf der Bühne des San Marco Village, einer populären Event-Location in Antwerpen. Dort müssen die Teilnehmer in schlichtem Schwarz und im „I Love Top Model Belgium“-Shirt überzeugen.

Zwischen den Teilnehmern ist kein Konkurrenzdruck zu spüren.

Der Großteil der Jungen kommt aus der Wallonie, doch auch einige Flamen sind dabei. „Ich verspüre keinen Konkurrenzdruck, wir kommen alle gut miteinander aus und haben uns teilweise sogar angefreundet“, so Benjamin Lenzen. Vor dem Hintergrund, dass Model-Wettbewerbe und gerade solche, an denen Minderjährige teilnehmen, keineswegs unumstritten sind, fügt seine Mutter jedoch hinzu, dass es schon auffällig sei, wie außergewöhnlich motiviert die Eltern mancher Kinder bei der Sache seien.

Bei Benjamin hingegen ist von Nervosität nichts zu spüren: „Es wäre schon toll, wenn ich diesen Wettbewerb gewinnen könnte, doch ich sehe meine Zukunft nicht auf dem Laufsteg, sondern bin viel eher an der Informatik interessiert“, sagt der Junge, dessen Hobbys das Zocken am Computer, aber auch das Tauchen sind. An seiner Schule, dem Königlichen Athenäum in Welkenraedt, wusste bis vor Kurzem übrigens noch niemand von Benjamins Teilnahme an dem Schönheitswettbewerb. Die erweckte Resonanz ist aber positiv: „Ich habe den Eindruck, dass meine Schulkameraden der Sache aufgeschlossen gegenüberstehen und sich für mich freuen“, so der 14-Jährige.

Die Geschichte von Benjamin Lenzen, der auszog, ein Model zu werden, begann im vergangenen Oktober mit der Einreichung von Fotos und dem Ausfüllen eines Bewerbungsformulares im Internet. „Die Fotos durften nicht gestellt sein, sondern mussten den Kandidaten natürlich und ungeschminkt zeigen“, erzählt Benjamins Mutter. Etwa 6.000 Bewerbungen wurden eingereicht, nach Rasterung schafften es 50 Teilnehmer ins Halbfinale, 25 modeln im Finale um den Sieg – darunter Benjamin Lenzen. „Unser Sohn ist unseres Wissens nach der einzige Teilnehmer in seiner Kategorie aus unserer Gegend, der es in die Endrunde geschafft hat“, merkt Nadya Mobers mit Stolz an.

Der Weg dahin war allerdings kein leichter, sondern auch mit Eigeninitiative und Eigenmitteln verbunden. Über die Tatsache hinaus, dass die Teilnehmer beziehungsweise deren Eltern für Garderobe und Ausstattung selbst aufkommen müssen, verpflichteten sie sich vertraglich auch zu einer finanziellen Beteiligung an den Promo-Aktivitäten. „Wir wurden seitens der Veranstalter dazu verpflichtet, Sponsoren zu suchen und somit unseren Beitrag zu den Ausgaben für Werbung oder Organisation zu leisten“. erklärt Nadya Mobers, die sich über die Unterstützung durch Unternehmen aus der Region sehr freut. „Vor dem Halbfinale wurde ein Katalog erstellt, in dem alle Teilnehmer mit Foto und grundlegenden Angaben aufgeführt sind – darin sind unsere Sponsoren mit ihren Logos vertreten. Mit Erreichen des Finales wurde es Teil der Abmachung mit den Organisatoren, dass wir Faltblätter erstellen und diese verteilen. Unsere Sponsoren waren sogar dazu bereit, uns bei der Herstellung von Plakaten finanziell zu helfen.“

Etwa 6.000 Bewerbungen gingen bei den Veranstaltern ein.

Sinn und Zweck der Bekanntmachung: Via SMS können Menschen Benjamins Bemühungen unterstützen und bis zum 15. Oktober ihre Stimme für ihn abgeben. Das Verfahren: Eine Jury kürt in jeder der sechs Kategorien, darunter die Kategorie „Kids Model Boys“, in der Benjamin teilnimmt, einen Gewinner. Die SMS-Votings werden zu den Punkten der Jury hinzuaddiert. Wer bei der Gesamtabrechnung die höchste Gesamtpunktzahl erreicht, wird glücklicher Gewinner einer Reise mit Fotoshooting und eines Vertrages mit einer Model-Agentur sein. „Es würde Benjamin und uns sehr freuen, wenn möglichst viele Menschen aus der Region ihn unterstützen“, richtet Nadya Mobers einen Appel an die Leser. Und neben dem ganzen Rummel, der um seine Person entstanden ist, nimmt Benjamin Lenzen auch persönlich etwas aus dieser Erfahrung mit: „Ich bin eigentlich recht schüchtern, aber das gemeinsame Training und vor allem die Performance auf dem Laufsteg vor Publikum haben mir mehr Selbstvertrauen gegeben – das merke ich schon jetzt.“

Wer Benjamin unterstützen möchte, sendet bis zum 15. Oktober eine SMS mit dem Inhalt TMBKIDS234 an die Nummer 3565 (1,50€ pro SMS)

Hintergrund

Top Model Belgium Kids Academy
  • Die Veranstaltung „Top Model Belgium“ mit volljährigen Teilnehmern wird seit 2005 durch die Gesellschaft VIP Events St. Tropez ausgetragen.
  • Moderiert wurde das Event unter anderem bereits von Top-Model Adriana Karembeu.
  • Der Ableger „Top Model Belgium Kids Academy“ wird seit acht Jahren veranstaltet.
  • In folgenden Kategorien nehmen die Kinder teil: „Baby Model Girls“ und „Baby Model Boys“, (1-4 Jahre); „Little Model Girls“ und „Little Model Boys“ (5-8 Jahre); „Kids Model Girls“ und „Kids Model Boys“ (9-14 Jahre).
  • In der ersten Phase wird ein Fotoshooting mit drei unterschiedlichen Bekleidungsstilen realisiert.
  • Die zweite Phase besteht aus drei Probeläufen, während derer Choreographen den Kindern die Performance auf dem Laufsteg beibringen.
    In Benjamin Lenzens Fall fanden diese Proben in Mons (Provinz Hennegau) statt.
  • Die letzte Phase besteht aus dem Halbfinale sowie dem Finale, das am 15. Oktober im San Marco Village in Antwerpen abgehalten wird.