Junior-Sieger Tamino: „Eigentlich tippen Mädchen besser als Jungs“

GrenzEcho-Tippspiel

Auf seine Medaillen und Pokale, die der Nachwuchsstürmer gewonnen hat, ist Tamino richtig stolz. | Foto: Sofia Hammes

Nachwuchsstürmer Tamino Brancato aus St.Vith kann nicht nur mit dem Ball umgehen, sondern hat auch ein Händchen für Fußball-Tippspiele. Mit 135 Punkten hat er die Junior-Wertung des GrenzEcho-Tippspiels zur EM für sich entschieden. Dabei glaubt er eigentlich, dass Mädels die besseren Tipper sind.

Von Sofia Hammes

In Taminos Schlafzimmer regiert König Fußball. An einer Wand hat der Elfjährige all seine Pokale, die er als Stürmer in seinem Fußballverein Rapid Oudler gewonnen hat, auf einem Regal platziert. Daneben hängen rund ein Dutzend Medaillen. Ein richtiges Jungszimmer. „Hier habe ich auch noch den Ball zur WM in Brasilien“, zeigt Tamino stolz, nimmt den Ball in die Hände und lupft ihn ein paar Mal in die Luft. Die Turnierbälle findet der Elfjährige mit italienischen Wurzeln richtig cool. Genau aus diesem Grund hat Tamino auch beim GE-Tippspiel zur Europameisterschaft in Frankreich mitgemacht. „Eigentlich wollte ich zuerst den EM-Ball gewinnen“, erzählt er. Das Autohaus Johnen Automobile hat nämlich neben den Hauptgewinn, einem Hyundai i20 Pop, auch EM-Bälle für die Junior-Tipper auf den Plätzen zwei bis 31 springen lassen. Auf den begehrten Fußball musste Tamino aber am Ende des Turniers verzichten. Traurig ist er deswegen nicht. Schließlich hat er mit 135 Punkten in der Junior-Wertung das Rennen gemacht und einen Gutschein im Wert von 500 Euro beim Fahrradgeschäft H. Weynand in Bütgenbach gewonnen.

Den Sonderball zur diesjährigen EM hat der Elfjährige zwar nicht gewonnen, dafür aber einen Einkaufsgutschein im Wert von 500 Euro beim Fahrradgeschäft H. Weynand in Bütgenbach.
Den Sonderball zur diesjährigen EM hat der Elfjährige zwar nicht gewonnen, dafür aber einen Einkaufsgutschein im Wert von 500 Euro beim Fahrradgeschäft H. Weynand in Bütgenbach. | Foto: Sofia Hammes

„Ich weiß schon, was ich mir von dem Gutschein kaufe“, plappert der junge Tippprofi drauf los. Und das wäre? „Ein BMX-Fahrrad. So eins wollte ich immer schon.“ Um das passende Rad zu finden, hat sich Tamino zusammen mit seiner Mutter Linda Pfeiffer auch schon das Angebot vor Ort angeschaut. Wenn er sein neues Rad dann hat, weiß Tamino auch schon genau, wohin es geht. „Mit meinem Papa, seiner Freundin und ihrem Neffen fahre ich immer wieder zur Skaterrampe nach Köln. Früher haben mein Freund und ich uns immer mit seinem BMX-Rad abgewechselt. Aber bald habe ich dann mein eigenes“, strahlt der Elfjährige.

Taminos Vorbild? Cristiano Ronaldo. Deshalb hat der Nachwuchsstürmer auch auf Portugal als Europameister gesetzt.

Von seinem Vater, der aus Köln stammt, hat Tamino auch seine Leidenschaft für den Fußball geerbt. Schließlich hat Taminos Papa schon für Fortuna Köln gekickt. Profifußballer, das wäre auch der Traumberuf des Elfjährigen. In seiner Freizeit geht der Nachwuchsstürmer für Rapid Oudler auf Torejagd. Sein Vorbild? Cristiano Ronaldo. Deshalb hat Tamino auch auf die Portugiesen als Europameister gesetzt – und damit wichtige Punkte in der heißen Phase des Tippspiels gesammelt. Schließlich stand er vor der Finalbegegnung zwischen Portugal und Frankreich auf Platz zwei in der Juniorwertung, nur ein paar Punkte hinter Maya Fischer aus Eupen. Doch sein Glaube an Ronaldo und sein Team trieb Tamino nach Schlusspfiff an die Spitze der Junioren. In der Gesamtwertung belegte er mit nur drei Punkten Rückstand auf Gerlinde Kurtzen den zweiten Platz. „Weil ich für das Finale 1:0 für Portugal getippt hatte und ja auch gesagt hatte, dass Portugal Europameister wird, hatte ich am Ende irgendwie schon im Gefühl, dass ich gewinnen werde. Denn Maya hatte, glaube ich, getippt, dass Frankreich gewinnt“, meint Tamino verschmitzt. Dabei glaubt der Tippspiel-Gewinner eigentlich, dass Mädels ein besseres Händchen fürs Tippen haben. „Maya Fischer war ganz lange vorne, und es hat auch eine Frau das Auto gewonnen“, erklärt Tamino und fügt hinzu: „Oft gewinnen beim Tippen die, die sonst nicht so viel mit Fußball zu tun haben.“

Beim Tippen verließ sich Tamino auf seine Fußballkenntnisse – und die Taktik des Gewinners vom Tippspiel zur WM in Brasilien.

Zwischendurch war der Gewinner, der vor fünf Jahren aus Köln nach Ostbelgien gezogen ist, jedoch alles andere als siegessicher. „Weil Portugal kein Spiel in der Vorrunde gewonnen hat, hatte ich zwischendurch schon gedacht, dass es schwer werden könnte“, fachsimpelt Tamino wie ein richtiger Experte. Als er dann aber immer wieder eine Topplatzierung belegte, hat er gemerkt: Der Sieg ist drin. Beim Tippen verließ sich Tamino ebenfalls auf seine Fußballkenntnisse. „Die guten Mannschaften kenne ich alle. Weil der Gewinner vom letzten Tippspiel aber immer 2:1 getippt hat, habe ich ganz oft auch 2:1 getippt“, fasst Tamino die Taktik zusammen, die ihm am Ende den Sieg einbrachte.
Als Tamino erfuhr, dass er der Beste unter insgesamt 1.990 Juniortippern und der Zweitbeste von insgesamt über 10.000 Teilnehmern war, machte er gerade Urlaub bei seiner Familie in Sizilien. Seine Mutter teilte ihm die Neuigkeit per Telefon mit. „Er ist total ausgeflippt. Er war schon die ganze Zeit vorher so aufgeregt, weil er auf Platz zwei stand“, erzählt Linda Pfeiffer und schaut ihren Sohnemann an. Der ergänzt: „Ich habe dann richtig gefeiert, bin herumgesprungen und habe gejubelt.“ Punktejagd gibt es eben nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch beim Tippen.