„Chante Wallonie“ bringt in Weismes 80 Musiker auf die Bühne

Konzert

Das Werk „Chante Wallonie“ wurde in Verviers uraufgeführt. Am 17. November wird es in der Weismeser Oberbayernhalle präsentiert. | Foto: Veranstalter

Die Musikwelt schreibt hin und wieder seltsame Geschichten. Alain Willems, seines Zeichen Dirigent von drei Chören, wollte für das 30-jährige Jubiläum des Chors „Les Cigales“ ein besonders Werk aufführen lassen. So stieß er in der Musikbibliothek per Zufall auf das Werk „Chante Wallonie“.

„Mir war dieses Werk vollkommen unbekannt. Ich habe mir dann die Partitur zugelegt und begann das Werk zu studieren. Es stammt von Bernard Lallemand, einem französischen Komponisten.“

Willems konnte seine Begeisterung nicht verbergen, nur die Sache hatte einen Haken: Das Werk, das 2000 geschrieben worden war, besaß keine Version für vierstimmige Chöre. Insgesamt beinhaltet es 66 Lieder in französischer und wallonischer Sprache. „Es ist in drei Sätzen aufgebaut. Der erste befasst sich mit den Kriegswirren, der zweite mit der Wallonie in Trauer, in Liebe und Tristesse und der dritte mit der Wallonie in Feierlaune. Der letzte Satz ist sehr heiter und mitreißend“, so Willems.

Damit das opulente Werk von einem vierstimmigen Chor und Orchester aufgeführt werden kann, wandte sich Willems an Jean-Marie Cremer, den ehemaligen Direktor der Musikakademie von Welkenraedt, um die Partitur umzuschreiben. Das Orchester rekrutierte Willems aus den Lehrern des Musikkonservatoriums von Verviers, zu denen sich freiberufliche Musiker gesellen. „Ich musste die Gewissheit haben, dass alle Musiker bei den zahlreichen Proben anwesend sein können.“ Insgesamt waren 100 Proben notwendig, um dieses Werk einzustudieren. Da der Geburtstagchor aus Verviers stammt, fand die erste Aufführung in der ehemaligen Wollstadt statt. Dort war auch der Komponist anwesend und von der Aufführung überwältigt. „Bernard Lallemand wäre auch gerne nach Weismes gekommen, leider hindern ihn andere Verpflichtungen. Im Übrigen ist Lallemand in Frankreich und der Schweiz ein sehr bekannter Komponist, der schon zahlreiche Stücke verfasst hat. Die Soloparts übernehmen die Sopranistin Scarlett Mawet und Tenor Vincent Mahiat.

Der Weismeser Chor „Arion“ wurde in das Projekt eingebunden.

Am Samstag, dem 17. November, findet die Aufführung in Weismes in der Oberbayernhalle statt. Jean Drion, Präsident des Weismeser Chors „Arion“: „Für unseren Verein war es eine Ehre, in dieses Projekt eingebunden zu werden. Wir haben daran mit viel Engagement mitgewirkt. In Weismes werden insgesamt 60 Choristen und 21 Musiker auf der Bühne stehen.“

Und Alain Willems ergänzte, dass die größte Schwierigkeit in der richtigen Aussprache des Wallonischen bestand. „Das Wallonisch, das man in Tournai spricht, hat mit dem Wallonischen von Malmedy oder Weismes überhaupt nichts Gemeinsames.“

Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Karten sind im Vorverkauf im Tourismusbüro von Weismes und an der Total Tankstelle in Weismes zu erstehen. Sie kosten 15 Euro. An der Abendkasse kosten die Tickets 18 Euro. (glo)