Bürgermeister Laschet: „Das ist einfach eine Nummer zu groß für unsere Baustelle“

Kommunikation

Wie die Raerener Gemeindeverwaltung am Freitag mitteilte, wird die Hauptstraße aufgrund von „technischen Gründen“ vorläufig für die Verkehrsteilnehmer wieder freigegeben. | Foto: Ralf Schaus

„Einen guten Wahlkampf“ wünschte Bürgermeister Hans-Dieter Laschet (Mit uns) seinen Ratskollegen am Donnerstagabend zum Schluss. Es war die letzte Sitzung des Raerener Gemeinderats vor den Kommunalwahlen. Und diese ging auffällig ruhig über die Bühne. Lediglich das Thema Hauptstraße sorgte für leichtes Knirschen im Gebälk.

Von Martin Klever

Schätzungsweise zwei Jahre werden die Raerener mit der Großbaustelle im Dorfzentrum leben müssen. Dass mit den Arbeiten an der Hauptstraße Verkehrsbeeinträchtigungen einhergehen, ist logisch. Nachvollziehbar zudem, dass die Bevölkerung bestmöglich über den Verlauf des Projekts und vor allem über die aktuelle Verkehrssituation auf dem Laufenden gehalten werden sollte. Und genau daran hakt es aus Sicht der Gemeinderatsopposition.

CSL forderte eine Intensivierung der Kommunikation rund um die Baustelle im Zentrum.

„Die Kommunikation des Geschehens muss intensiviert werden. Immer wieder begegnen wir Betroffenen, die nicht über das Geschehen an der Hauptschlagader des Dorfes informiert sind“, erklärte CSL-Mandatar Mario Pitz. Deshalb schlug er dem Gemeinderat vor, einen EDV-Dienstleister zu beauftragen, der sich dieser Aufgabe annehmen solle. Konkret schwebt der CSL vor, eine Baustellen-App für Smartphones einzurichten, eine Facebook-Seite für die Baustelle ins Leben zu rufen und eine WhatsApp-Gruppe für alle Interessierten zu schaffen.

In den Augen der Mehrheit schießen diese Ansätze ein wenig am Ziel vorbei. „Die Leuten wurden und werden informiert. Wir haben alle Infos auf Papier verteilt, weil es vor allem ältere Leute sind, die betroffen sind“, argumentierte Bürgermeister Hans-Dieter Laschet. Und vieles von dem, was die Opposition vorschlage, „ist einfach eine Nummer zu groß für unsere Baustelle“.

Unterstützung erhielt Laschet dabei von seinem Parteikollegen Christoph Heeren: „Eine App ist eine teure Sache, das kostet schnell 10.000 Euro oder mehr.“ Eine eigene Facebook-Seite, gefüttert mit Baustellennews, hält Christoph Heeren zudem für „doppelt gemoppelt“. Schließlich bestehe ja schon die Facebook-Seite „Alles Raerener“ mit mehr als 2.300 Mitgliedern, über die man bei Bedarf informieren könne. Und eine separate WhatsApp-Gruppe hält er aus Datenschutzgründen „für eine heikle Sache“. Schließlich seien dort die Telefonnummern der eingeschriebenen Personen für alle sichtbar. Es gebe zwar für WhatsApp die Formel, anonyme Gruppen aus der Taufe zu heben, doch sei dies wiederum mit deutlich mehr Aufwand verbunden.

Zuletzt schmetterte Christophe Heeren auch die CSL-Forderung, die Baustelle im Auftrag der Gemeinde temporär in die gängigen Navigationssysteme einpflegen zu lassen, ab. „Das ist etwas, was heutzutage jede Privatperson selber machen kann. Je mehr Leute dies melden, umso eher wird es aufgenommen“, erklärte der Mit-uns-Vertreter.

Bürgermeister Laschet verspricht zeitnaheren Informationsfluss.

Deshalb will das Kollegium in Sachen Baustellenkommunikation weiter verfahren wie bislang. „Denn das läuft schon sehr gut“, findet Hans-Dieter Laschet, wenngleich er einräumte, dass die Gemeinde-Website in dieser Angelegenheit noch etwas häufiger aktualisiert werden könne.

Indes teilte die Gemeindeverwaltung am Freitag mit, dass „die Hauptstraße – bedingt durch technische Gründe – vorläufig für die Verkehrsteilnehmer freigegeben wird“.