Stil

Kommentar

Nur elf Punkte aus 19 Spielen sind richtig mies, für Hannover 96 ist es sogar die schlechteste Bilanz der Klubgeschichte. Andre Breitenreiter wird deshalb auch nicht überrascht sein, dass er den Tabellenvorletzten nicht mehr trainieren darf. Den schlechten Stil, mit dem sich diese Trennung in den vergangenen Tagen angekündigt hatte, verdient der 45-Jährige aber auch nicht.

Die ganze Woche war für Breitenreiter ja recht würdelos vergangen. Schon nach der Niederlage zum Rückrundenauftakt gegen Werder Bremen hatte es ja Berichte gegeben, der Aufstiegstrainer von 2017 stehe unmittelbar vor dem Aus. Klubchef Martin Kind und Manager Horst Heldt dementierten dies stundenlang nicht. Um dann beim Medien-Neujahrsempfang vor der versammelten Presse durchblicken zu lassen, dass Breitenreiter in Dortmund ein Endspiel vor der Brust haben würde.

An diesem Tag gab Kind Heldt auch öffentlich den Auftrag, doch bitteschön den Trainermarkt zu sondieren, um für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein. Breitenreiter saß dabei nur einige Meter entfernt und musste es über sich ergehen lassen.

Es ehrt Kind, dass er versucht, auf Fragen möglichst ehrlich zu antworten. Der kauzige Unternehmer hält nichts von den branchenüblichen Floskeln, doch eine derartige Demontage mit Ansage hätte er Breitenreiter durchaus ersparen können. Und sich selber übrigens auch. (sid)