Narkose: ein besonderer Schlaf im Krankenhaus

Medizin

Abdulla zeigt eine Beatmungsmaske. Diese wird auch für Narkosen verwendet. | Foto: Corinna Schwanhold/dpa

Abdulla sitzt im Krankenbett. Er muss sich erholen, denn vor wenigen Tagen wurde er im Krankenhaus operiert. Daran kann sich der Achtjährige aber nicht erinnern. Denn er hat während der Operation eine Narkose bekommen. Eine Narkose ist eine Art künstlicher Schlaf.

Er wird von Medikamenten erzeugt, den Narkosemitteln. Damit schlafen Patienten so tief und fest, dass sie von der Operation nichts mitbekommen und währenddessen keine Schmerzen haben. Um die Narkosen kümmern sich im Krankenhaus spezielle Ärzte: die Anästhesisten. Meist trifft sich so ein Arzt oder eine Ärztin schon einige Tage vor der Operation mit dem Patienten. Sie möchten dann zum Beispiel wissen, wie groß und schwer der Kranke ist. Denn sie müssen ausrechnen, wie viel Narkosemittel jemand braucht. „Bei Kindern muss man sehr genau sein. Sie haben einen anderen Körperbau als Erwachsene“, sagt die Anästhesistin Sylvia Kramer.

Auch Abdulla und seine Mutter sprachen vor der Operation mit einem Arzt. Dabei erfuhr der Junge auch, dass er einige Stunden vor der Operation nichts mehr essen darf, damit er die Narkose gut verträgt. Am Tag der Operation ging es für Abdulla im Krankenhaus ganz schnell: Im Operationsraum drückte der Arzt ihm spezielle Aufkleber auf die Brust. Diese Aufkleber waren mit einer Maschine verbunden, die Abdullas Herzschlag überwachte. Außerdem überprüfte der Arzt Abdullas Blutdruck und kontrollierte, dass im Blut genug Sauerstoff war. Danach pikste der Arzt ihm vorsichtig eine Nadel in den Handrücken. Durch diese Nadel floss dann Narkosemittel in Abdullas Blut. Von diesem Moment an weiß er nicht mehr, was passiert ist. „Die Narkose war eigentlich wie schlafen“, erzählt er.

Weil dieser Schlaf so tief ist, übernimmt eine Maschine in der Zeit das Atmen. Dafür gibt es verschiedene Methoden: Zum Beispiel schieben die Ärzte einen Schlauch in den Mund des Patienten. Der Schlauch führt an der Zunge vorbei in die Luftröhre und versorgt den Patienten unter anderem mit Sauerstoff.

Während der Narkose passte der Arzt immer auf, dass es Abdulla gut ging. Er achtete zum Beispiel darauf, dass Abdullas Herz normal schlug und er genug Sauerstoff bekam. Außerdem sorgte er dafür, dass weiter Narkose-Mittel in Abdullas Blut floss. Als die Chirurgen mit der Operation fertig waren, stellte der Arzt das Medikament ab. Abdulla konnte auch wieder alleine atmen. „Ich bin im Krankenhauszimmer aufgewacht“, sagt er. (dpa)

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