Funkelnde Sternchen am Draht

Jahreswechsel

Jetzt muss die Pampe rund um die Stahldrähte trocknen. | Foto: WECO/dpa

Sie funkeln natürlich an Silvester, stecken aber auch auf Torten oder in großen Eisbechern: Wunderkerzen! Ihre Herstellung ist nicht mal so kompliziert: Man braucht einen Draht und eine graue Pampe.

Von Stefanie Paul

3, 2, 1 … Hurra! Es ist Mitternacht, Silvester! Die Menschen feiern den Beginn des neuen Jahres. Raketen schießen in die Luft und viele Leute halten Wunderkerzen in der Hand. Die knistern, sprühen und funkeln so herrlich. Etwa eine Minute dauert der Spaß mit dem schönen Funkeln in der Regel.

Zuerst braucht maneinen dünnen Draht,der mit dem MetallKupfer ummantelt ist.

Doch wie werden Wunderkerzen eigentlich hergestellt? Das geht in mehreren Schritten. Zuerst braucht man einen dünnen Draht, der mit dem Metall Kupfer ummantelt ist. Er wird auf großen Rollen in eine Fabrik für Feuerwerkskörper angeliefert. Dort wird der Draht dann entrollt und in kleinere, etwa 30 Zentimeter lange Stücke geschnitten. Das ist etwa so lang wie ein Lineal. Der Draht ist zudem superleicht. Nun werden diese Draht-Stücke nebeneinander in einen viereckigen Rahmen gesteckt, immer etwa 250 Stück auf einmal. So werden die Drähte gleichzeitig in einen dickflüssigen, grauen Brei getaucht. „Das ist die sogenannte Wunderkerzenpampe. Also die Masse, die später abbrennt“, erklärt Oliver Gerstmeier. Er arbeitet bei einem großen Hersteller von Feuerwerk in Eitorf, einer Gemeinde im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Nur am Ende bleibt ein Stück Draht frei, damit man die Wunderkerze sicher anfassen kann.

Die Pampe besteht aus verschiedenen Stoffen. Und die sorgen dafür, dass die Wunderkerze so schön brennt und funkelt. „Dabei ist das Mischverhältnis der einzelnen Stoffe besonders wichtig. Die genaue Rezeptur ist aber ein Geheimnis“, sagt der Fachmann.

Auf jeden Fall kommen aber Aluminium-Pulver und Kreide hinein. Und kleine Eisen-Teilchen. Diese sorgen für die schönen, sternförmigen Funken, wenn die Wunderkerze abbrennt. Dass Eisen in den Wunderkerzen steckt, kann man auch leicht beobachten. Zum Beispiel, wenn du mal einen Magneten an die Wunderkerze hältst. Aber natürlich nur, wenn sie nicht brennt!

Nach ihrem Bad in der Pampe kommen die Drähte für mehrere Stunden in einen speziellen Raum zum Trocknen. „Später werden sie dann noch ein zweites Mal in die Pampe getaucht“, erklärt der Experte. Damit die Schicht zum Abbrennen dicker wird. Am Schluss werden die Wunderkerzen noch verpackt in Tütchen oder kleine Kartons. Übrigens: Beim Abbrennen sollte immer ein Erwachsener dabei sein. Denn Wunderkerzen sind Feuerwerkskörper. Aber dann heißt auch schon: Frohes neues Jahr! (dpa)

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