LAC-Sprinterinnen trainierten in der Sonne

Die Läuferinnen dieser Mannschaften sowie andere starke Athleten aus ganz Belgien und dem Ausland waren ebenfalls vor Ort. Dadurch konnten die Ostbelgierinnen Kontakte knüpfen und auch einiges beim gemeinsamen Training lernen.

Bei idealen äußeren Bedingungen wurde je einen Tag zwei Mal trainiert und den nächsten Tag ein Mal. Dabei standen Schnelligkeit, Ausdauer und Starts auf dem Programm. Mit Amaury Giet war auch ein Physiotherapeut während fünf Tagen vor Ort, der im Anschluss an die intensiven Belastungen kleinere Wehwehchen direkt wegmassieren konnte. Für die Sportlerinnen war das eine große Hilfe. Für Alice Schaaf und Elène Fickers war es das erste Trainingslager mit einer solchen Intensität und in einem internationalen Rahmen.

Für Marie Fickers war es nicht das erste Trainingslager dieser Art.

Ziel der beiden LAC-Sprinterinnen war es, die Lauftechnik zu verbessern, Starts zu üben und unter guten Bedingungen mal an einem anderen Ort zu trainieren. „Wir hoffen, dass wir jetzt einen Fortschritt in unseren Leistungen sehen. Natürlich möchten wir unsere persönlichen Bestzeiten verbessern und wenn möglich die Minima zum Erreichen des ‚Elite-Statuts‘ schaffen. Bei dem intensiven Training mussten wir auch mal über unsere Grenzen gehen. In der Schule spielen die meisten Tennis oder Fußball. Hier war es eine schöne Erfahrung, gleichzeitig mit vielen anderen den selben Sport auszuüben.“ Für Marie Fickers war es nicht das erste Trainingslager dieser Art. Sie ist auch Mitglied der Staffel-Nationalmannschaft ihrer Altersklasse. „Mein erstes Ziel des Trainingslagers war, mich für die Outdoorsaison gut vorzubereiten, um dieses Jahr gute Resultate zu erzielen. Zum anderen habe ich mir als Hauptziel für diese Saison die EM der Juniorinnen in Schweden gesetzt. Diese findet Mitte Juli statt. Wir haben den Schwerpunkt vor allem auf die Ausdauer und eine Basis für die Schnelligkeit gelegt. Zudem hatte ich die Gelegenheit, mit einem Teil der Nationalmannschaft der 4×400-Meter-Staffel zu trainieren.“ Marie Fickers ist noch einige Tage länger als ihre Vereinskolleginnen auf Teneriffa geblieben. Bald steht auch schon der erste Wettkampf auf dem Programm. „Am 1. Mai haben wir einen ersten Wettkampf, bei dem wir versuchen werden, die Norm für die Teilnahme an der Europameisterschaft zu schaffen. Dies wird allerdings nicht leicht werden, da ich die einzige ‚echte‘ 400-Meter-Läuferin bin. Komplettiert wird unser Team durch eine 400-Meter-Hürden-Lauferin, eine 800-Meter-Läuferin und eine Siebenkämpferin.“

Nachdem sie in den Jugendklassen einige tolle Erfolge erzielen konnte, bemüht sich Lisa Fickers derzeit, Studium und Sport unten einen Hut zu bringen. „Die Entscheidung, bei dem diesjährigen Trainingslager dabei zu sein, ist erst etwas später gefallen. Ich habe im September mit meinem Studium in Brüssel begonnen. Da war nicht sofort klar, ob ich noch genug Motivation und vor allem auch Zeit zum Training haben würde. Mittlerweile habe ich mich aber gut eingelebt und trainiere auch zwei Mal pro Woche in Brüssel. So wollte ich schlussendlich doch die Gelegenheit nutzen, mit meinen Schwestern und Alice ein weiteres Trainingslager auf Teneriffa zu verbringen.“ Auch sie wird bald an Wettkämpfen teilnehmen. „Bis zu den Prüfungen möchte ich gerne an dem einen oder anderen Wettkampf teilnehmen. Unter anderem gehört eine gute Platzierung bei der Walloniemeisterschaft zu meinen Zielen. Im Sommer hoffe ich dann ebenfalls wieder genug Zeit zum Training zu haben, um die belgische Meisterschaft im September erfolgreich gestalten zu können. Ich würde gerne meine Bestzeit in diesem Jahr verbessern und vielleicht auch den Eupener Rekord über 800 Meter bei den Juniorinnen knacken.“

Auch Trainer André Michel zog ein positives Fazit. „Für mich ist es immer wieder eine Herausforderung, meinen Athleten einen Einblick in ein professionell geführtes Trainingslager unter optimalen Bedingungen zu geben. Ich versuche die einzelnen Aspekte wie Lauftechnik, Starts, Ausdauer und Schnelligkeit zu berücksichtigen. Dabei muss ich auch immer auf die Empfindungen meiner Athleten eingehen und gegebenenfalls das Training anpassen.“ Ein Trainingslager sei für ihn auch immer die Gelegenheit, seine Methoden mit denen der Trainerkollegen zu vergleichen. „Dann gibt es immer wieder Übungen und Bewegungsabläufe, die man von den anderen abschauen und in sein Training übernehmen kann. Ich denke auch, dass die Sportler, die das Glück haben, eine solche Erfahrung zu machen, Vieles für ihr späteres Leben mitnehmen werden.“ Fähigkeiten wie Organisation, Struktur, Ernsthaftigkeit, Durchhaltevermögen seien auch auf ihrem schulischen und beruflichen Lebensweg sehr wichtig.

Auch für den Physiotherapeuten Amaury Giet war das Trainingslager Neuland. „Für mich war es die erste Erfahrung in einem solchen Rahmen. Wir haben verschiedene Dinge in der Theorie gesehen. Nun ist es für mich sehr interessant die praktische Umsetzung hautnah mit zu erleben. Ich bin auch sehr beeindruckt davon, wie viel Arbeit und Aufwand hinter den Resultaten stecken, die man bei Wettkämpfen vor allem auf hohem Niveau bewundern kann.“

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