Eléa Henrard bei Diamond League in Zürich: „Ein magischer Moment“

Wie ist es zu diesem Start gekommen?

Ich konnte in Zürich dank des wallonischen Verbandes starten, der mich dorthin eingeladen hat. Hierbei handelte es sich um einen U23-Lauf mit Athleten aus verschiedenen Ländern. Beim Memorial Van Damme in Brüssel gab es kein Vorprogramm für mich, und das Hauptprogramm wäre zu stark für mein Niveau gewesen.

Wie hat Ihnen die Reise nach Zürich gefallen?

Alles war perfekt geplant. Ich habe die vier anderen Athleten (zwei Flamen und zwei Wallonen) am Tag vor dem Meeting um acht Uhr morgens in Zaventem getroffen. Nachdem wir in Zürich gelandet sind, war alles schon vom Flughafen aus für die Athleten organisiert. Wir mussten nur die Anweisungen befolgen. Von dort fuhren wir zum Athleten-Hotel. Dort waren wir in Doppelzimmern untergebracht.

Waren Sie nicht nervös vor dem Start?

Ich war extrem aufgeregt, weil um mich herum nur Profis waren. Ich fühlte mich ganz klein. Überall sah ich bekannte Gesichter, sowohl beim Essen als auch in der Stadt. Am Tag vor dem Meeting habe ich mir das Stadion angeschaut und dort leicht trainiert.

Welche bekannten Athleten haben Sie getroffen?

Ich habe Fotos mit Gina Lückenkemper und Selina Büchel gemacht. Ich habe auch viele andere gesehen im Hotel, die zum Beispiel an unserem Nachbartisch gegessen haben wie etwa Dafne Schippers, Renaud Lavilennie, Genzebe Dibaba und viele mehr.

Wann ging es zum legendären Letzigrund-Stadion von Zürich?

Wir machten uns schon um 17.30 Uhr zum Aufwärmplatz neben dem Stadion auf. Viele Zuschauer konnten uns schon vom Stadion aus dabei zuschauen. Ich habe mich wie üblich 50 Minuten aufgewärmt. Ich musste mehr Zeit einplanen, da ich 30 Minuten vor dem Lauf schon im Call Room sein musste. Dort kann man sich nicht mehr viel bewegen. Wir bekamen dort unsere Startnummer und dann hieß es nur noch warten, bis wir an den Start gehen konnten.

Wie haben Sie die Stimmung erlebt? Wie war diese im Vergleich zum Memorial Van Damme, wo Sie auch schon im Jugendprogramm gestartet sind?

Es war ein magischer Moment. Das Stadion war ausverkauft. Bevor das Rennen losging, wurden wir von einer Kamera gefilmt und den Zuschauern präsentiert. Genau wie die Profis. Die Stimmung war viel krasser als beim Memorial Van Damme, da das Stadion komplett voll war und das Hauptprogramm schon in anderen Disziplinen begonnen hatte. In Brüssel war es ein Jugendlauf nur mit Belgiern. Hier war es fast ein Profilauf mit Talenten aus verschiedenen Ländern.

Wie ist das Rennen gelaufen?

Ich habe mich gut gefühlt vor dem Rennen. Mit dem Adrenalin habe ich meine Sehnenentzündung nur leicht gespürt und probiert sie auszublenden. Ich habe mich gut positioniert und lag nach 100 Metern an fünfter Stelle. Die erste Runde war in 60 Sekunden etwas zu schnell. Ich habe nach 600 Metern beschleunigt, um eine Läuferin einzuholen. Vielleicht hätte ich das nicht machen sollen, denn auf den letzten 70 Metern bin ich komplett eingebrochen. Ich habe mich in letzter Zeit gut gefühlt und bin deshalb von meiner Zeit enttäuscht. Der vierte Platz ist trotzdem befriedigend (Siegerin wurde Egle Balciunaité aus Litauen, die knapp vier Sekunden schneller als Henrard war, A. d. R.). Es war nicht mein bestes Rennen aber das schönste Erlebnis. Ich bin sehr glücklich und fühle mich geehrt, dort vor so vielen Menschen gelaufen zu sein. Das gibt mir wirklich Motivation, gut weiter zu trainieren. Denn so etwas möchte ich noch einmal erleben.

Wie geht es nun wettkampftechnisch weiter?

Mir bleiben zwei belgische Staffelmeisterschaften und vielleicht noch ein Rennen über eine Meile, wenn es meiner Achillessehne besser geht. Ich würde dann meine Saison am 23. September beenden.