Anne-Catherine Peters ragt heraus

Das Tumbling-Turnen ist in der Wallonie nicht sehr bekannt. Ausschließlich auf dem Gebiet des Verbandes deutschsprachiger Turnvereine (VDT) und in Welkenraedt wird es praktiziert: „In Flandern ist das ganz anders. Dort gibt es hunderte Tumbling-Aktive. Zum Vergleich: Bei der Flämischen Meisterschaft sind 85 Teilnehmer in der 1. Division und ungefähr 200  Turnerinnen und Turner in der 2. Division an den Start gegangen. In den letzten Jahren hat Flandern auch viele Finalteilnehmer und selbst Medaillengewinner bei den Jugendwelt- und -europameisterschaften gestellt. Bei unserer Meisterschaft waren es eine Turnerin in der 1. Division und 14 Teilnehmer in der 2.“, erklärt David Sarlette, der VDT-Tumblingverantwortliche.

Dany Calles, Max Nelles, Lisa Reuter und Chiara Uellendahl sind in Beveren mit von der Partie.

Im Zwei-Jahres-Rhythmus organisiert entsprechend dieses Faktums der VDT die FfG-Meisterschaft. In Worriken wurden die Bahnen ausgerollt, auf denen die Übungen gezeigt werden mussten. Trotz weniger Teilnehmer aus hiesigen Gefilden kann allerdings nicht von einem niedrigeren Niveau gesprochen werden. Denn, dass überhaupt jemand in der 1. Division startet, war und ist nicht selbstverständlich. Zwischen 2010 und 2015 gab es keine Turner, die die Anforderungen erfüllten.

Anne-Catherine Peters aus Weywertz startete erstmals 2016 in der 1. Division bei der FfG-Meisterschaft. Die Elfjährige turnte in diesem Jahr zum ersten Mal zwei Schrauben in einer Bahn und stand alle ihre Bahnen sicher. „Zu meiner Zeit (vor 20 Jahren, A. d. R.) hätte sie sich mit einer solchen Leistung für die Jugendweltmeisterschaften qualifiziert und auf der belgischen Meisterschaft einen Podiumsplatz erreicht. Jedoch ist das Niveau bei den Mädchen enorm gestiegen und so gibt es einige wenige Turnerinnen in Flandern, die in ihrer Alterskategorie schon einen Doppelsalto rückwärts am Ende der Bahn turnen, was auch die Qualifikationsnorm für eine Teilnahme an den Jugendweltmeisterschaften in ihrer Altersklasse ist und leider noch etwas zu früh kommt“, ordnet David Sarlette die Leistung in den nationalen und internationalen Kontext ein. Er ist überzeugt, dass sie bei der Belgischen Meisterschaft eine einstellige Platzierung erreichen kann.

Sie wird aber nicht die Einzige sein, die in Beveren antreten wird. In der 2. Division haben sich vier weitere Ostbelgier am Sonntag qualifiziert: Dany Calles (Amel) und Max Nelles (Nidrum), Kategorie 11-12 Jahre, Lisa Reuter (Nidrum), Kategorie 13-14 Jahre und Chiara Uellendahl (Nidrum), Kategorie 15 Jahre. Sarlette betont zu den Turnern: „Auf die Platzierungen von Dany Calles und Max Nelles bei der Belgischen Meisterschaft werde ich gespannt sein. Ebenfalls hervorzuheben ist die Leistung des erst zehnjährigen Lennox Barthel aus Raeren.  

Aufgrund seines Alters darf er noch nicht in Beveren teilnehmen, hat jedoch spielend die Normen der höheren Altersklasse geschafft. Ich hoffe und denke, dass er im kommenden Jahr in der 1. Division dabei ist.“

Einige Sportler aus Amel und Raeren haben zudem nur knapp die Qualifikation verpasst.

Dass sich das Tumblingturnen trotz seiner Unbekanntheit in der Wallonie in Ostbelgien weiterhin steigender Beliebtheit erfreut, zeigen die Teilnehmerzahlen, bis zu 150 Aktive bei den Freundschaftswettbewerben. Es wäre ein Wunsch, dass so viele auch an einer FfG-Meisterschaft teilnehmen. Die große Beliebtheit dieser Disziplin zeigt sich aber auch darin, dass die Zahl der anerkannten Kampfrichter in den letzten zwei Jahren von vier auf neun gestiegen ist: „Eine sehr positive Entwicklung“, kommentiert sichtlich erfreut David Sarlette abschließend.

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