Neues Leben im Hünninger Spritzenhaus


Das umgebaute Spritzenhaus in Hünningen ist ein kleines, aber feines Schmuckstück geworden. In der Ortschaft hatte sich schon einige Zeit die Idee durchgesetzt, dass ein Dorfhaus bzw. Treffpunkt fehlte. Das Spritzenhaus, welches sich in öffentlicher Hand befindet, bot sich hierfür quasi an. Seit Jahren hatte es keinen wirklichen Verwendungszweck mehr. „Es war uns wichtig, dieses Kulturerbe zu erhalten“, erklärt Schöffe Wolfgang Reuter, der das Projekt von Beginn an begleitet hat, die Zuständigkeit Ländliche Entwicklung jetzt aber an Michael Schmitt übergeben hat.

Die Trägerschaft des neugestalteten Gebäudes übernimmt die Gruppe „Geschichte im Dorf“. Großartige Abrissarbeiten mussten bis auf das Dach und eine Zwischenwand nicht durchgeführt werden. Diese wurden vom Dorfverein übernommen, genauso wie der finale Anstrich.

Das Spritzenhaus wurde um einen Anbau erweitert. Darin sind Sanitäranlagen, Küche und ein kleiner Abstellraum untergebracht. Der offizielle Eingang wird künftig ebenfalls über diesen Anbau erfolgen. Die früheren Tore sind noch deutlich erkennbar. Diese dienen fortan als direkter Zugang zur Terrasse bzw. zum Grillplatz. Das Gebäude ist vielseitig nutzbar: „Es muss mit Leben gefüllt werden. Das Spritzenhaus hat eine angenehme Größe. Es können Versammlungen, Vereinsaktivitäten, aber auch kleine Privatfeste dort stattfinden. Wir beabsichtigen die Einführung von Seniorentischen in mehreren Ortschaften der Gemeinde. Die Räumlichkeiten des Spritzenhauses würden sich hierfür ideal eignen. Es wäre genauso vorstellbar, dass Schulen oder Jugendgruppen das Spritzenhaus als Start- bzw. Endpunkt bei Wanderungen oder ähnlichen Aktivitäten nutzen“, blickt Wolfgang Reuter in die Zukunft.

Die Umbaukosten belaufen sich auf 220.000 Euro (inkl. MwSt. und Honorare). Die Pläne wurden von Architekt Ravi Eicher gezeichnet. Die Arbeiten wurden in zehn Lose aufgeteilt. „So wollten wir kleinen, regionalen Unternehmen den Zuschlag ermöglichen“, heißt es aus den Reihen des Kollegiums. Und in der Tat: Es waren ausschließlich mittelständische Betriebe aus der Region involviert. Die Wallonische Region beteiligt sich über das Förderprogramm der Ländlichen Entwicklung mit 158.500 Euro. Die Gemeinde Büllingen übernimmt 57.500 Euro der Kosten und die DG steuert ihrerseits 2.500 Euro im Rahmen der Förderung des kleinen Kulturerbes bei.

Dass 220.000 Euro für ein derart kleines Gebäude eine beträchtliche Summe sind, weiß auch Wolfgang Reuter: „Die Kosten sind leider bei allen öffentlichen Projekten und insbesondere bei der Ländlichen Entwicklung hoch. Die Auflagen sind gleich, egal ob das Gebäude für 50 oder 500 Menschen gedacht ist.“ Michael Schmitt zeigt sich allerdings überzeugt, dass die Ländliche Entwicklung einen deutlichen Mehrwert für die Gemeinde darstellt: „Wolfgang Reuter hat viel Energie in die großen, aber auch die vielen kleinen Projekte gesteckt. Ich werde versuchen, seine Arbeit bestmöglich weiterzuführen.“ Die Renovierung des ehemaligen Forsthauses in Holzheim zu einem Dorfhaus mit zwei Sprungbrettwohnungen ist in vollem Gange. In einem nächsten Schritt steht die Renovierung der Sporthalle Büllingen mit dem Bau eines Vereinslokals an.

Die Kosten belaufen sich auf 220.000 Euro.

Mit der Ausführung der Arbeiten in Hünningen zeigt sich Wolfgang Reuter sehr zufrieden: „Das kleine Gebäude kann sich auf alle Fälle sehen lassen.“ Ein Bild davon kann sich die breite Bevölkerung am Sonntag anlässlich des Tages der offenen Tür machen. Hierzu laden die Örtliche Kommission für Ländliche Entwicklung, die Arbeitsgruppe „Geschichte im Dorf“ und die Gemeinde Büllingen ein. Zwischen 13 Uhr und 19 Uhr können die neuen Räumlichkeiten begutachtet werden.

Mietanfragen unter spritzenhaus.huenningen@gmail.com

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