Jeder siebte Raerener Wähler ist Ausländer


Bis Ende Juli konnten sich in Belgien wohnhafte Ausländer unter gewissen Bedingungen in das Wählerregister eintragen lassen. Dabei bleibt eine einmal vorgenommene Eintragung auch für die jeweils folgenden Gemeinderatswahlen gültig. Nur wer sich wieder aus den Wählerlisten austragen lässt, oder wer durch einen Wohnortwechsel die Gemeinde wieder verlässt, verliert auch das Wahlrecht wieder, beziehungsweise unterliegt dann der belgischen Wahlpflicht nicht mehr.

Prozentual gesehen hält Burg-Reuland in der Deutschsprachigen Gemeinschaft die Spitzenposition: 59 von 307 in der Gemeinde wohnhaften EU-Ausländern sind in den Wählerlisten eingetragen — das sind 19,22 Prozent. Es folgen Lontzen mit 154 von 897 (17,17 Prozent), Raeren mit 687 von 4.143 (16,58 Prozent) und Bütgenbach mit 40 von 260 (15,38 Prozent).

691 von 4.998 Wahlberechtigten in Raeren sind Ausländer.

In absoluten Zahlen und im Vergleich zur gesamten Wähleranzahl sticht Raeren heraus: 4.998 Personen sind in der Gemeinde am 14. Oktober insgesamt wahlberechtigt (2.458 Männer und 2.540 Frauen). Die 691 Ausländer machen davon einen Anteil von 13,83 Prozent aus. Also etwas mehr als jeder siebte Wähler hat nicht die belgische Staatsbürgerschaft. Das ist auch landesweit ein Spitzenwert. Nur die Gemeinden Voeren (Provinz Limburg) mit 22,67 Prozent und Baarle-Hertog (Provinz Antwerpen) mit 22,34 Prozent haben einen noch höheren Ausländeranteil an ihrer jeweiligen Gesamtwählerschaft.

Auf Landesebene sind übrigens 112.382 von 747.791 in Belgien wohnhaften EU-Ausländern sowie 18.267 von 194.892 Nicht-EU-Ausländern eingetragen. Das sind im Vergleich zu den insgesamt wahlberechtigten 8.111.288 Personen gerade einmal 1,61 Prozent. Die Gemeinden der Brüsseler Region weisen bei diesen Statistiken erwartungsgemäß die höchsten Werte auf.

Zurück zur Deutschsprachigen Gemeinschaft: Die Anzahl belgischer Wähler liegt laut Zahlenangaben des Innenministeriums in der Summe der neun deutschsprachigen Gemeinden bei 24.510 Männern und 24.900 Frauen, macht insgesamt 49.410 wahlberechtigte Belgier. Hinzu kommen 1.588 Ausländer aus anderen EU-Staaten (von 11.394 insgesamt hier wohnhaften Personen mit der Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Landes; das sind 13,94 Prozent).Sehr gering ist auch in Ostbelgien das Interesse von Ausländern aus Nicht-EU-Staaten an den Gemeinderatswahlen: Nur 19 von 1.006 Personen haben sich eintragen lassen; das sind 1,89 Prozent.

Insgesamt werden am 14.Oktober in den neun deutschsprachigen Gemeinden 25.321 Männer und 25.696 Frauen zu den Wahlurnen gehen dürfen beziehungsweise müssen. Die 1.588 Ausländer machen auf Ebene der Deutschsprachigen Gemeinschaft insgesamt 3,15 Prozent der Wahlberechtigten aus.

Quelle: Innenministerium, https://bit.ly/2L9HSPN

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