Der König, die Kanzlerin und die DG



In einem vorab veröffentlichten Pressedokument mit Hintergrundinformationen zum Staatsbesuch der Kanzlerin listet das Palais Beispiele auf für den Einsatz des Königs zur Stärkung der Beziehungen zwischen Deutschland und Belgien. Staatsbesuche, eine Studienreise und ein Gipfel werden genannt. Berechtigterweise. Höchst fraglich aber ist, ob der Besuch Philippes in der Deutschsprachigen Gemeinschaft im September 2016 und die Tatsache, dass er als erster Landesfürst sich bei seinen Ansprachen zu Weihnachten und Nationalfeiertag in deutscher Sprache an die deutschsprachigen Landsleute richtet, in dieser Auflistung ihren Platz haben.

Man darf doch wohl hoffen, dass der König dem deutschsprachigen Landesteil nicht wegen der Beziehungen zu Deutschland seine Aufwartung macht. Er besucht Charleroi ja wohl kaum, um François Hollande einen Gefallen zu tun. Oder Antwerpen, um Willem Alexander zu hofieren. Kein Wunder, dass bei solch Verwirrung stiftenden Verlautbarungen aus dem Palais Begriffe wie „Communauté Allemande“ oder „Duitse Gemeenschap“ im Landesinnern noch immer wunderliche Blüten treiben. (gz)