Holz für die Schützengräben

Für die Schützengräben an der Yserfront und in Nordfrankreich bedurfte es in den Kriegsjahren 1914-18 Unmengen an Holz, das zum größten Teil im Hertogenwald geschlagen und mit einer Feldbahn, der »Trans-Hertogenwald«, ins Wesertal abtransportiert wurde. Über die Weser führte eine von Kriegsgefangenen errichtete Brücke, die im Volksmund »Russenbrücke« genannt wurde, zum Membacher Ortsteil Perkiets. Dort wurden die Bäume in einem eigens zu diesem Zweck von der kaiserlichen Armee errichteten Sägewerk zu Balken und Brettern geschnitten und auf Eisenbahnwaggons der Vizinalbahn Eupen-Dolhain, dem so genannten Oebähnchen, verladen und zur Front verfrachtet.

Wie in allen Kriegen wurden Gefangene als billige Arbeitskräfte eingesetzt. Eines der Lager, in denen sie streng bewacht hausten, war »La Bergerie« längs des Weges »La Robinette« auf dem Gebiet der Gemeinde Membach. Die ersten Arbeitskräfte waren russische Gefangene. Trotz vieler Anstrengungen sind Recherchen bisher erfolglos geblieben. Wie viele Russen waren es? Woher stammten sie? Und wo sind sie geblieben? In seinem Bericht »Le Transhertogenwald« weiß Jean-Marie Groudard in der Revue Haute Fagnes zu berichten: »Die Arbeitskräfte, namentlich die Holzfäller, wurden durch russische Gefangene gestellt. Der Förster Fernand Letocart war Zeuge wie diese Gefangenen Ende 1917 vor der Unterzeichnung des Vertrages von Brest-Litowsk (3. März 1918) in ihre Heimat zurück geführt wurden (…).«

Im vorerwähnten Artikel berichtet Groudard: »(…) danach gewährleisteten italienische Kriegsgefangene die Arbeit.«. Über diese italienischen Gefangenen haben die Nachforschungen konkretere Ergebnisse geliefert: Die Urkunden Nummer 26 und Nummer 27 des Sterberegisters der Gemeinde Membach von 1918 bescheinigen den Tod von Capozzi Constantino Antonio und Brunetti Luigi, beide »beigesetzt in der Bergerie, Hertogenwald«.

Fernand Letocart nennt noch Vincenzo Mesite als dritten im Wald verstorbenen italienischen Gefangenen. Der Name des im vierten Grab bestatteten Kriegsgefangenen blieb bisher unbekannt.

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