Ein Gruß aus der Campingküche



Trotz des Trubels, der in den letzten Stunden vor der Wiedereröffnung des Campings an der Oestraße herrscht, wirkt Alex Cloot entspannt. Ständig wird er von Handwerkern und Personal um eine Einschätzung gebeten – und wenn dem mal gerade nicht so ist, dann klingelt sein Handy. „Alles halb so wild“, deutet er mit einer Handbewegung an. Und hebt wie zur Bestätigung noch lachend die Schultern. „Was willste auch machen?“ soll das wohl heißen.

Eine Viertelstunde später hat sich die Lage ein wenig entspannt. Der 54-Jährige findet Zeit für eine kleine Zigarettenpause – und damit auch für ein kurzes Gespräch. „Fünf Monate habe ich auf diesen Tag gewartet“, sagt Alex Cloot. Solange haben die Umbauarbeiten auf dem Gelände und in der Immobilie in Anspruch genommen. Geträumt hat der Betreiber des Camping Hertogenwald von diesem Projekt aber schon viel länger. Fünf Jahre, um genau zu sein. „Damals haben wir festgestellt, dass die Jahresplätze bei uns stark zurückgehen“, erklärt er. Von den 124 Parzellen, die auf dem Areal zur Verfügung standen, waren zuletzt nur noch etwa 80 vermietet. „Die Leute werden nun mal älter – und ihre Kinder interessieren sich einfach nicht dafür“, weiß Alex Cloot nur zu gut.

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Statt Trübsal zu blasen, wollte er sich lieber auf die Stärken seines Betriebs konzentrieren. Und hierzu gehört vor allem die Bar mit ihren Veranstaltungsmöglichkeiten. Denn ob Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern, Fußball-Liveübertragungen oder Musikabende: Als beliebter Austragungsort von Events unterschiedlichster Art hat sich der Camping in der Vergangenheit schon häufig bewährt. So kam Alex Cloot mit dem Eigentümer überein, an dieser Stelle anzusetzen und die Immobilie einer Frischzellenkur zu unterziehen. „Dabei haben wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, indem wir jetzt auch eine Restauration anbieten“, verrät der 54-Jährige. Das eigentliche Camping-Geschäft wird somit ein Stück weit zurückgefahren, dafür der Fokus der Aktivitäten mehr auf die neue Brasserie gerichtet. Sicherlich ein großes Plus für viele Gäste, die schon früher auf der Terrasse des Campings zum kühlen Bier liebend gerne eine Kleinigkeit gegessen hätten, es aber aus Mangel an Alternativen bei Käse, Nüssen oder Chips belassen mussten.

Wegen rückläufiger Nachfrage: Zahl der Jahresplätze wird auf dem Gelände reduziert.

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Und auch optisch schlägt sich diese Schwerpunktverlagerung nieder. Denn während die Jahresplätze – jetzt 75 an der Zahl – in den hinteren Bereich der Anlage wandern, wurde die vordere, neu gestaltete Fläche am Eingang für Kurzzeitcamper umgewandelt und dort auch zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen.

Nicht mehr wiederzuerkennen ist zudem das Interieur des Cafés, dem Möbelschreiner Bernd Wertz einen modernen Look verpasst hat. „Schäbig-schick“ nennt Wertz den entworfenen Stil, „jedenfalls nicht zu schick. Schließlich soll sich Alex voll und ganz damit identifizieren können“. Und das tut dieser, wie er versichert. „Alles ist einfach top geworden, ich bin wirklich rundum zufrieden.“ Dabei hatte ihm das Projekt zwischenzeitlich auch einige schlaflose Nächte bereitet. Denn die Suche nach einem Koch für die Brasserie gestaltete sich schwieriger als gedacht. Einen Kaltstart im „Hertogenwald“ hinzulegen, ist für einen profilierten Koch eben doch mit einem gewissen Risiko verbunden.

In Person von Olivier Vigne hat Alex Cloot schließlich eine geeignete Fachkraft gefunden, die sich auf diese Herausforderung einlassen will. Mehr als 20 Jahre hat Olivier Vigne bis dato den Löffel in der Küche des Ambassador Hotels in der Unterstadt geschwungen, zuletzt fungierte er dort als Küchenchef. „Ich glaube, das passt“, zeigt sich Alex Cloot optimistisch. Einfach und bodenständig sollen die angebotenen Gerichte daherkommen, ausgezeichnet durch frische Zutaten und hohe Qualität. „Lasst euch ruhig mal überraschen“, will der Camping-Betreiber die Kunden selber urteilen lassen.

Keine Überraschungen soll es derweil in Sachen Events geben. Fußball-Liveübertragungen und Jam-Sessions gehören auch weiterhin zu den Aushängeschildern des Camping Hertogenwald. Und spricht sich das neue kulinarische Angebot herum, dann gesellt sich bald wohl auch die Brasserie hinzu.

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