Begegnungsfest mit Samosa und Speeddating



Zahlreiche Organisationen waren mit von der Partie. Und es wurde einiges geboten. Es gab beispielsweise Speeddating, Henna-Zeichnen, Unfallsimulationen durch das Rote Kreuz, Vorstellungen der Ringer und Flamencotänzerinnen auf der Bühne. Außerdem gab es eine Menge Leckereien aus verschiedenen Ländern, wie bspw. Samosa (Gemüsetaschen) oder Frühlingsrollen. Eine erste Zwischenbilanz am Nachmittag fiel trotz des kleinen Ortswechsels positiv aus. „Wir sind sehr zufrieden. Die Ateliers sind gut besucht. Es ist überall etwas los. Die Leute machen mit. Das Wetter stimmt“, erklärte Peters.

In einem der Ateliers wurden beispielsweise Kreisel gebastelt. Besonders Kinder wurden an diesem Stand des Sozial-Psychologischen Zentrums (SPZ) angesprochen. Leni Kruchem schob die Säge mit viel Muskelkraft hin und her. Sie war mit Eifer dabei, ein Holzspielzeug zu erstellen. Der Begriff Integration sagte der Siebenjährigen wenig. „Wir haben in unserer Klasse keine Fremden. Nur ein Freund kommt aus Kanada. Aber eigentlich ist mir egal, wo er herkommt“, erklärt sie auf Anfrage.

Ihr Vater, Dirk Kruchem, sieht es genauso. Aus Kettenis ist die Familie mit dem Rad gekommen. Er kann dem Begegnungsfest nur Gutes abgewinnen: „Es werden Menschen zusammengebracht. So lernt man Leute auch mal anders kennen. Eben haben zum Beispiel türkische Frauen getanzt. So bekommen wir einen Einblick in die Kultur“, sagt er.

Genau das war auch das Ziel des Begegnungsfestes. „Es ging darum, dass die Leute sich wirklich begegnen. Aufeinander zu gehen. Mal etwas anderes entdecken, als das, was sie schon kennen und vielleicht den einen oder anderen kennenlernen“, so Peters, die auf das Speeddating verweist.

Für fünf Minuten sitzt man dort einem Unbekannten gegenüber und hat die Gelegenheit auszutauschen. Nabil nimmt auf dem Stuhl Platz. Seinen Nachnamen will er nicht in der Zeitung lesen. Er erzählt in einwandfreiem Deutsch von der Flucht seiner Familie aus Pakistan. Er selber war damals mit rund vier Jahren noch zu jung, um etwas mitzubekommen, von der Verfolgung, der seine Eltern wegen ihres muslimischen Glaubens ausgesetzt waren. Er ist in Eupen aufgewachsen und arbeitet immer noch hier. Wohnen tut er aber mit seiner deutschen Frau und dem gerade geborenen Kind in Aachen. Zum Begegnungsfest kommt er als Unterstützer.

„Beim Speeddating wird der Kontakt gezielt initiiert. Aber ansonsten soll die Begegnung über die Ateliers, über die Musik und über das Essen geschehen“, wünscht sich Peters. (nawi)

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