André Denis eröffnet den Malmedyer Wahlkampf

Das bekräftigte Denis in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Tageszeitung „Le Jour Verviers“. Der 50-jährige Tierarzt und Sohn des früheren Malmedyer Bürgermeisters Robert Denis wird bei den kommenden Wahlen sowohl Spitzenkandidat der Entente Communale in Malmedy als auch der MR bei den Provinzwahlen sein, obwohl Exekutivämter auf beiden Ebenen als unvereinbar gelten..

„Die Gemeinde genießt für mich Vorrang gegenüber der Provinz.“

„Sollte mir die Malmedyer Bevölkerung das Vertrauen aussprechen, genießt das Bürgermeisteramt auf jeden Fall Priorität, obwohl mir auch die Aufgaben als Provinzabgeordneter sehr viel Spaß bereiten“, stellt André Denis klar.

Allerdings werde es mit ihm bzw. der Entente Communale keine Vorwahlabkommen geben: „Das ist für mich in der Vergangenheit nie in Frage gekommen und wird auch diesmal kein Thema sein. Das kann man von den beiden anderen Listen in Malmedy (Alternative um den aktuellen Bürgermeister Jean-Paul Bastin und PS+ um den Jugendschöffen Ersel Kaynak, A.d.R.) nicht behaupten. 2006 wurde eine Mehrheit hinter unserem Rücken gebildet, obwohl wir als stärkste Fraktion aus den Wahlen hervorgegangen waren, und auch 2012 hatte ich den Eindruck, dass Jean-Paul Bastin unbedingt die SP+ in der Mehrheit haben wollte. Daher vermute ich sehr stark, dass sie sich bereits vor den Wahlen auf einen Zusammenschluss geeinigt hatten.“

Für André Denis lässt dies mit Blick auf die kommenden Gemeinderatswahlen in Malmedy nur einen Schluss zu: „Wenn die Entente Communale nicht die meisten Sitze im Stadtrat erhält, stehen wir auch nicht für eine Mehrheitsbeteiligung zur Verfügung.“ Nach dem äußerst knappen Wahlausgang 2012 war es nach einem längeren Tauziehen in Malmedy zu einer ungeliebten großen Koalition gekommen und musste André Denis seinen Bürgermeisterstuhl für seinen Rivalen Jean-Paul Bastin räumen, den er erst vier Jahre vorher nach einem konstruktiven Misstrauensvotum, übrigens dem ersten seiner Art in der Wallonischen Region, als Bürgermeister abgelöst hatte.

Einer Neuauflage dieses Experiments schiebt André Denis also quasi einen Riegel vor: „Wir sind für klare Mehrheitsverhältnisse, am besten natürlich zugunsten der Entente Communale. Sollte dies nicht der Fall sein, werden wir ab 2019 mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr der Mehrheit angehören.“ Denn die große Koalition ohne Opposition habe in Malmedy für ein Demokratiedefizit gesorgt. „Die Rolle des Stadtrates wurde quasi ausgehebelt, alle wichtigen Entscheidungen wurden im Gemeindekollegium getroffen. Dabei braucht jede gut funktionierende Demokratie eine Opposition.“

Thema Umgehungsstraße wieder in die politische Diskussion bringen.

In Malmedy hat die liberal gefärbte Entente Communale nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie insbesondere in Sachen Mobilität völlig anderen Visionen hat als z. B. die grünen Mitglieder der Fraktion Alternative.

So kündigt André Denis an, das Thema Umgehungsstraße zumindest wieder in die politische Diskussion bringen zu wollen. Ebenso schwebe ihm der Bau einer direkten Zubringerstraße zu den südlichen Stadtvierteln jenseits der Ravel-Strecke vor, um die route de Falize und die Place du Parc zu entlasten. „Wir möchten auch in der Raumordnung keine Ideen mehr mittragen, die wir inhaltlich nicht teilen, deshalb ist es in meinen Augen unabdingbar, künftig als Entente Communale eine Mehrheit im Gemeindekollegium zu haben.“ Erinnert sei in diesem Zusammenhang an das Zerwürfnis um die geplante Kunstskipiste auf der Ferme Libert — ein Großprojekt, gegen das sich die Entente Communale als einzige Malmedyer Ratsfraktion öffentlich auflehnte und das letztlich auch von den Promotoren zu den Akten gelegt wurde.

Die Listenbildung der Entente Communale ist nach Angaben von André Denis übrigens bereits abgeschlossen. „Wir werden uns mit einer Mannschaft aus erfahrenen und jungen Kräften präsentieren. Mit Ausnahme von Eric Servais, der aus Altersgründen verzichten, werden alle aktuellen Stadtratsmitglieder sich zur Wiederwahl stellen“, verrät André Denis. Außerdem seien zehn neue Gesichter dabei, mit einem starken Fokus auf den Nachwuchs. „Sieben Kandidatinnen und Kandidaten sind jünger als 35 Jahre.“ Die Listenvorstellung soll aus terminlichen Gründen aber erst nach den Sommerferien erfolgen.

„Die Zukunft der Malmedyer Klinik ist heute sicherer als vor zwei, drei Jahren.“

In dem Zeitungsinterview sprach André Denis auch die Zukunft der Malmedyer Klinik Reine Astrid an, deren Verwaltungsratsvorsitzender er ist. „Vor zwei, drei Jahren musste man sich wirklich ernsthafte Sorgen um den Fortbestand unserer Klinik machen. Mittlerweile sieht es dank der geografischen Ausnahmeregelungen bei der Krankenhausreform aber schon besser aus.“ Er selbst sei jedenfalls zuversichtlich, dass das Krankenhaus mit all seinen Diensten erhalten bleibe, „auch wenn wir nicht in allen Bereichen die Mindestpatientenzahlen erfüllen. Dies dürften sich aber verbessern, wenn die Arbeiten auf der 4. und 5. Etage im kommenden Jahr beendet sein werden.“

Zugleich müsse sich die Klinik Reine Astrid aber noch für einen strategischen Partner entscheiden. „Derzeit favorisieren wir eine solche Partnerschaft mit den großen öffentlichen Krankenhäusern CHU Sart-Tilman und Citadelle Lüttich. Vieles wird dabei aber auch davon abhängen, wie sich die Klinik CHR Verviers, unser regionaler Partner, entscheiden wird..“