Ecolo Ostbelgien stellt Ergebnisse der Stickstoffoxidmessungen vor


Eynatten liegt an der Spitze, zumindest bei der Stickoxidbelastung. 26 Mikrogramm/m³ haben die Ecolos am 22. Mai am Kreisverkehr gemessen. „Damit liegen wir zwar noch unter dem europäischen Grenzwert von 40 Mikrogramm/m³, aber diese Zahl ist dennoch hoch“, sagt Ulrich Deller, Spitzenkandidat der Raerener Grünen. Nach seiner Auffassung reichen schon 10 Mikrogramm/m³, um gesundheitliche Schäden im Bereich der Atemwege hervorzurufen. Er bezieht sich hier auf das deutsche Umweltbundesamt. Die Schweiz habe einen Grenzwert von 30 Mikrogramm/m³, und da reiche man in Eynatten schon dicht heran.

Da die offiziellen Messungen für die DG ausgerechnet in Baelen und Vielsalm ermittelt werden, wollte Ecolo wissen, wie es denn tatsächlich um den durch Diesel hervorgerufenen Stickstoffoxidausstoß steht. Sie beauftragten das renommierte passam-Institut aus der Schweiz, das Messgeräte zur Verfügung stellte und die Auswertung unabhängig durchführte. Weitere Messstationen waren Eupen, Haasstraße (23,4 Mikrogramm/m³), Lichtenbusch Schule (18,3 Mikrogramm/m³), Eupen, Marktplatz (17,4 Mikrogramm/m³), Herbesthal (17,2 Mikrogramm/m³), Walhorn (16,3 Mikrogramm/m³), Raeren, Rathaus (16,2 Mikrogramm/m³) und Hauset, Kirche (11,4 Mikrogramm/m³).

Uli Deller: „Wir wollten verlässliche Daten für die DG haben.“

Der offizielle in Baelen – 500 Meter abseits der N61 – ermittelte Wert für die DG lag 2017 bei 9,8 Mikrogramm/m³. „Wir wollten verlässliche Daten für die DG haben“, begründet Deller die Initiative der Partei. Positiv sehen die Ecolos, dass vor den Schulen der Gemeinde Raeren keine erhöhten Werte festgestellt wurden.

Jetzt gelte es, auch auf kommunaler Ebene Maßnahmen zu ergreifen, um die Belastung soweit möglich zu vermindern. Deller beklagt sich über Schwerlastverkehr, der über Eynatten nach Lichtenbusch fährt, um die belgische Autobahnmaut zu sparen und in Deutschland günstig Diesel zu tanken. Im Privatbereich wären günstigere Tarife der TEC sinnvoll. „Es kann nicht sein, dass Raeren in zwei Zonen liegt und somit von Hauset nach Raren ein höherer Ticketpreis zu bezahlen ist“, sagt er. Für die Gemeinde Raeren seien auch Verhandlungen zwischen TEC und ASEAG erforderlich, um ein günstiges Ticket von und nach Aachen zu schaffen. Auch seien mehr Busse zwischen den Ortsteilen erforderlich. Besonders Jugendliche haben hier Probleme, von einem Ortsteil zum anderen zu kommen. Monique Kelleter aus Lontzen kann sich sogar ein Gratisticket der TEC für kurze Strecken vorstellen. Schließlich nehmen viele schon für kurze Wege das Auto. Auch die Mitfahrerbank sei ein kleiner aber wichtiger Baustein zu sauberer Luft.

Günstigere Bustickets und bessere Fahrradwege sollen Verkehr reduzieren.

Heike Esfahlani-Ehlert plädiert für sicheren Radverkehr. „Der Weg bei Köpfchen ist lebensgefährlich“, sagt sie. Es müssen also mehr und sichere Radwege her sagt sie, die selbst oft mit dem Pedellec nach Aachen pendelt. Auch wäre es sinnvoll, die Elektromobilität durch entsprechende Parkplätze mit Ladestadion zu fördern.

Durch diese Maßnahmen würde nicht nur die Stickstoffoxidbelastung gesenkt, es wäre auch weniger Kohlendioxid und Feinstaub in der Luft.