300 Kinder sangen zum Abschluss von Primacanta

Wenn fast 300 Kinder gleichzeitig auf der Bühne stehen, dann ist eigentlich Chaos vorprogrammiert. Während der etwas stressigen Generalprobe im Vorfeld des Konzertes war es zeitweise auch sehr laut auf der Bühne, was die Dozenten und Lehrer immer wieder dazu veranlasste, um Ruhe zu bitten. Doch es war den Kindern schnell verziehen, als das eigentliche Konzert begann und der imposante Kinderchor, Eltern und Familien mit Gesang regelrecht verzauberten. Die jungen „Stars“ des Nachmittags zeigten die volle Bandbreite des Könnens, das sie gemeinsam mit ihren Lehrpersonen erlernt hatten.

Primacanta steht vor einer Neuauflage. Anmeldungen werden entgegengenommen.

Die Pädagogen hatten hierfür an einer zweijährigen Weiterbildung teilgenommen, die von Marc Lemmens initiiert wurde. Er hatte das Projekt „Primacanta – Jedem Kind seine Stimme“, eine gemeinsame Initiative der Crespo Foundation und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, bei einer Weiterbildung in Salzburg kennengelernt und sich daraufhin für eine Übertragung nach Ostbelgien stark gemacht. „Es gibt schon längere Zeit das Projekt Musik in Schulen, welches sehr gut ankommt. Doch kam bei den Lehrern der Wunsch nach einer Ausbildung auf, da sich nicht ausreichend gerüstet sahen.“ In der DG-Regierung, dem Musikverband Födekam, der Autonomen Hochschule und der Musikakademie fand Lemmens dann die richtigen Partner, die dieses Projekt schlussendlich in Ostbelgien ermöglicht haben.

Der Grundgedanke hinter Primacanta sei, wie es der Name schon erwähnt, „das erste Singen“. Es stecke aber noch viel mehr hinter diesem „aufbauenden Musikunterricht“, der ein Lernen, „step by step“ ermöglicht. Aber nicht nur die Kinder und Lehrer, auch die Dozenten, allen voran Marc Lemmens, geben an, eine tolle Zeit erlebt zu haben: „Ich habe beruflich gesehen eigentlich meine schönste Zeit hinter mir“, so der Musikpädagoge.

Annähernd 20 Lehrer haben an den regelmäßigen Workshops teilgenommen. Unter ihnen aber nur ein Mann: Korneel Steukers vom César-Franck-Athenäum Kelmis: „Es war sehr spannend zu sehen, wie Menschen mit Musikerfahrung zusammen, mit musikalisch weniger gebildeten Leuten funktionieren können. Dass sie in der Lage sind, ihre Scheu zur Musik zu überwinden und schlussendlich gerne Musik machen.“ In der Klasse sei das Projekt gleich angenommen worden: „Wir sind eine sehr musikalische Schule, wo viel gefeiert wird. Die Kinder singen und tanzen eigentlich gerne. Herkunft und Nationalität spielen dabei keine Rolle. Musik verbindet.“

Daher sein Aufruf an die Lehrer Ostbelgiens: „Macht mit! Musik kann so schnell umgesetzt werden. Musik ist ein Mittel, bei dem alle Kinder die gleichen Voraussetzungen haben: eine Stimme und Spaß. Ihnen wird das Gefühl vermittelt, dass sie hier zählen und mitmachen können. Daher hoffe ich, dass viele Lehrer teilnehmen werden.“

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