„Industrie und Politik verharmlosen die Gefahr“

Vorträge zum Thema Mobilfunk in dieser Woche in Eupen und Wiesenbach

Die Mobilfunktechnologie hat sich in atemberaubenden Geschwindigkeit nahezu flächendeckend ausgebreitet und dringt dabei in sämtliche Lebensräume vor. | Foto: Marijan Murat/dpa

Die Vivant-Fraktion im Parlament der DG (PDG) organisiert in dieser Woche in Ostbelgien zwei Vortragsabende (in Eupen und Wiesenbach) zum Thema Mobilfunk. Geleitet werden die Vorträge von Diplomingenieur Jörn Gutbier: Dieser ist freischaffender Architekt und für die Grünen im Gemeinderat von Herrenberg (Baden-Württemberg) tätig. Seit 2011 ist er Vorsitzender der Verbraucherschutzorganisation „Diagnose-Funk“.

„Wir klären auf, veröffentlichen Ratgeber, Faltblätter und Untersuchungen. Wir machen vorrangig im Ehrenamt das, was der Staat sich weigert zu tun: Industrieunabhängig über die Nebenwirkungen der mobilen Kommunikation und die Risiken durch den sogenannten Elektrosmog im Allgemeinen aufzuklären“, sagt Gutbier im Vorfeld der Vortragsabende dem GrenzEcho. „Wir sind international vernetzt, lassen Forschungsarbeiten übersetzen und kooperieren mit unabhängigen Fachwissenschaftlern, um die Auswertung dieses Wissens abzusichern. Auf dieser Grundlage erarbeiten wir unsere politischen Forderungen. Und wir setzen uns ein für die Entwicklung strahlungsarmer und gesundheitsverträglicher Funk-Technologien“, so Gutbier. Die Mobilfunktechnologie habe sich in atemberaubenden Geschwindigkeit nahezu flächendeckend ausgebreitet und dringe dabei in sämtliche Lebensräume vor. Mensch und Umwelt würden einer ständig steigenden Belastung durch Strahlung ausgesetzt, und niemand könne sich dem entziehen. Doch Industrie und Politik würden die gesicherten Schädigungsnachweise dieser neuen Technologie verharmlosen und sich hinter veralteten Grenzwertsetzungen verstecken. Im Gespräch mit dem GrenzEcho erklärt Jörn Gutbier, warum es an Aufklärung hapert und was jeder Einzelne tun kann, um sich zu schützen. Die Vorträge finden statt am 7. April in Eupen (Hotel Bosten) und am 8. April in Wiesenbach (Hotel Wisonbrona) jeweils um 19.30 Uhr. (sc)

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