„Bloß keine Innereien“

"Ostbelgien kocht" - Folge 7: Isabelle Weykmans, Gemeinschaftsministerin

Gemeinschaftsministerin Isabelle Weykmans (PFF) mag Jakobsmuscheln, aber Innereien kommen bei ihr nicht auf den Teller. Tagsüber isst die 34-Jährige oft sehr unregelmäßig. „Es fehlt einfach die Zeit“, erzählt sie. Umso mehr schätzt die junge Mutter das gemeinsame Abendessen mit der Familie. Und sie gibt zu: „Mein Mann ist der bessere Koch.“ Deswegen ist er auch der Chef in der Küche. Kochen kann sie trotzdem. Auf dem Menü steht heute: Kross gebratenes Lachsfilet auf Kartoffel-Krabbenpüree.

Von Annick Meys

Frau Weykmans, welchen Stellenwert hat Essen in Ihrem Leben?
Essen, gutes Essen mit qualitativ hochwertigen Zutaten aus der Region und der Saison sind mir und meiner Familie sehr wichtig. Das gemeinsame Essen zu Hause spielt eine wichtige Rolle. Da ich das leider nicht jeden Tag habe, freue ich mich jedes Mal umso mehr darauf. Ich genieße gutes Essen mit der Familie und mit Freunden und entdecke auch gerne neue Restaurants.

Was ist Ihnen beim Essen und Einkaufen besonders wichtig?
Ich schätze gute bis beste Qualität, ich zahle auch gerne mal etwas mehr, gerade wenn es Produkte aus der Region oder von kleineren Produzenten sind. Und es ist mir wichtig, saisonal zu kochen. Ich liebe es, im Urlaub, dann habe ich Zeit, auf Märkte zu gehen, denn da findet man fast ausschließlich saisonale Produkte, aber vor allem kleine Produzenten von Gemüse, Eiern oder Fleisch.

Was war Ihr Lieblingsessen als Kind?
Püree, Bratwurst und Apfelkompott.

Bekocht Ihr Lebensgefährte Sie hin und wieder? Hat er ein „Standardgericht“?
Ich muss gestehen, dass Mathieu der bessere Koch ist und öfter den Kochlöffel schwingt als ich. Er hat aber kein Standardgericht. Deshalb freuen sich Familie und Freunde auch immer auf den Besuch bei uns, weil sie immer etwas Neues und meistens auch Außergewöhnliches und richtig Gutes aufgetischt bekommen. Ich werde da schon beneidet.

Was ist Ihr aktuelles Lieblingsgericht?
Risotto mit gebratenen Jakobsmuscheln.

Was mögen Sie gar nicht?
Innereien mag ich gar nicht. Außer Kalbsbries, das ist okay. Andouilette, Kutteln oder Hirn kommen bei mir nicht auf den Tisch. Ansonsten esse ich alles.

Kommen Sie an einem Arbeitstag überhaupt zum Essen?
So ganz ohne geht es nicht und wenn es nur ein Brötchen ist. Aber es kommt auch vor, dass ich nicht zum Essen komme. Deshalb ist das Frühstück auch sehr wichtig geworden, dafür verzichte ich gerne auf eine halbe Stunde Schlaf.

Mittags warm und abends kalt oder umgekehrt?
Da gibt es, seit ich im Beruf stehe, keine Regel. Aber wenn ich mal abends zuhause bin, dann esse ich gerne warm, weil ich tagsüber oft nur ein Butterbrot esse.

Wo essen Sie am liebsten, am Tisch oder auf dem Sofa?
Am Tisch, keine Frage. Sich Zeit nehmen, den Fernseher ausgeschaltet lassen, das genieße ich.

Was trinken Sie zum Essen?
Wasser, aber gerne auch einen guten Wein.

Was essen Sie, wenn es schnell gehen muss?
Am liebsten ein Butterbrot mit Suppe.

Was war das aufwendigste Gericht Ihres Lebens?
Ich finde allgemein die Backkunst eine wirkliche Herausforderung und aufwendig, wenn man es richtig machen will. Ansonsten haben Mathieu und ich mal einen ganzen Samstag ein japanisches Menü für Freunde vorbereitet und gekocht. Wer denkt, dass die japanische Küche nur aus Sushi besteht, der täuscht sich. Das war wirklich eine Herausforderung!

Haben Sie ein Standardgericht, wenn Freunde oder Familie zu Besuch kommen?
Ein Standardgericht gibt es nicht. Wenn wir richtig viele Gäste haben und ich koche, was ja eher selten der Fall ist, mache ich gerne meine Lasagne, die essen alle gerne und ich habe so viel Zeit für meine Gäste. Zum Dessert gibt es dann Fruchtsalat oder selbstgemachten Apfelstrudel.

Wie oft gehen Sie auswärts essen und haben Sie ein Lieblingsrestaurant?
Durchschnittlich einmal im Monat würde ich sagen. Ich gehe gerne essen und entdecke gerne Neues. Ich finde, dass wir in Eupen und der ganzen Region viele tolle Restaurants haben, die alle auf ihre Weise Genuss versprechen.

Isabelle Weykmans‘ Lieblingsgericht:

Kross gebratenes Lachsfilet auf Kartoffel-Krabbenpüree

„Das Gericht ist so richtig lecker und was für Genießer. Das Lachsfilet muss perfekt gegart sein, schön saftig und glasig-rosa, dazu ein luftig-lockeres Püree. Scheint auf den ersten Blick einfach oder banal, ist es aber nicht: Mit dem Krabbenfleisch, den Tomaten und dem gegrillten Filet erhält man eine ganz besondere Geschmackserfahrung. Auf Französisch würde man sagen: „C’est gourmand“. Ich muss allerdings gestehen, dass ich mir das Rezept vor einigen Jahren bei dem britischen Koch und Entertainer Gordon Ramsay abgeschaut habe.“

Zubereitungszeit: ca. 50 Minuten
Schwierigkeitsgrad: mittel

Zutaten für vier Personen

  • Vier Lachsfilets (je 200g)
  • 1 Kilo Kartoffeln
  • 200g Krabbenfleisch
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 20 Kirschtomaten
  • 1 Zitrone
  • Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

Die Kartoffeln schälen und in Salzwasser kochen. Für die Vinaigrette den Saft einer Zitrone und 2 große Esslöffel Olivenöl mit ein wenig Wasser, Pfeffer und Salz verrühren.

Die gegarten Kartoffeln in einen Topf mit einem Film Olivenöl geben, auf niedriger Flamme mit einer Gabel zerstückeln, sodass die Kartoffeln das Olivenöl aufnehmen, vom Feuer nehmen und das Krabbenfleisch und die klein geschnittenen Frühlingszwiebeln hinzugeben. Etwas salzen und pfeffern und mit der Vinaigrette großzügig beträufeln.

Die Kirschtomaten teilen, in eine feuerfeste Form geben, salzen, pfeffern, ein wenig Olivenöl drüber träufeln und im Ofen während 15 Minuten bei 210 Grad garen.

Die Lachsrücken auf der Hautseite kräftig anbraten (knusprig braun werden lassen), etwas salzen, dann wenden und zwei Minuten auf mittlerer Flamme garen. Mit der Hautseite nach oben in den Ofen geben und 8-10 Minuten bei 210 Grad fertig garen. So sind die Lachsrücken außen knusprig und innen glasig rosa.

 

 

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