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Hier und Heute [13.01.2010] Gewerkschaften bestreiken die Standorte Löwen, Jupille und Hoegaarden - Gespräche für morgen geplant Bier-Lieferungen könnten bald schon ausbleibenDie Gewerkschaften und das Personal bestreiken die Standorte der Brauerei AB InBev in Löwen und Jupille bereits seit letztem Donnerstag. Gestern kam auch die Brauerei in Hoegaarden hinzu. Es können weder Bierlieferungen das Gelände verlassen, noch produktionswichtige Materialien wie Hopfen oder Malz eingeführt werden. Grund für diese Aktion sind Umstrukturierungsmaßnahmen der Direktion. 263 der 2700 Arbeitsstellen müssen in Belgien gestrichen werden, um die Konzernziele zu erreichen. Jupille und Löwen wären mit 63 bzw. 179 Stellenstreichungen am härtesten betroffen. »Ein Wandel ist nie leicht, aber es liegt in unserer Verantwortung, unsere Organisation anzupassen, um mit dem Fortschritt des Marktes Schritt halten zu können. Wir müssen uns auf unsere Schlüsselkompetenzen in Belgien berufen - Produktion, Verkauf und Auslieferung von Bier - und mit einer leichteren und flexibleren Struktur arbeiten«, erklärte Eric Lauwers, belgischer Präsident der Firma, die Maßnahmen. Die Gewerkschaften sehen dies anders. Sie sind der Meinung, AB InBev schiebe die Finanzkrise vor, um Stellenabbau zu betreiben und somit mehr Geld in Bierwerbung stecken zu können. Die Stellenstreichungen seien unnötig und der Konzern fahre weiterhin Gewinne ein, lautete die Kritik aus ihren Reihen. »Wir fahren fort, die Aufhebung des Restrukturierungsplanes zu verlangen, und somit auch mit den Streikaktionen«, erklärte Luc Gysemberg von der christlichen Gewerkschaft. Ein Sprecher der Gewerkschaften erklärte gestern, die Löwener Direktion habe vor die Brauereiaktivität vorläufig zu unterbinden, solange der Standort weiter bestreikt würde. Außerdem drohte die Brauereileitung mit juristischen Schritten oder mit einem Stopp der Gehaltszahlungen. »Sollte die Direktion tatsächlich auf Gerichtsvollzieher zurückgreifen, um die Blockaden aufzuheben, wird zum Generalstreik ausgerufen - in diesem Punkt sind sich alle Gewerkschaften einig«, warnte Gysemberg. Morgen soll es zu Gesprächen zwischen der Gewerkschaft und der Direktion kommen, um die Wellen zu glätten und eine Lösung zu finden. Indes bestätigte die InBev-Direktion, dass das Auftreten von Lieferungsschwierigkeiten möglich sei, falls der Streik sich fortsetzen würde. In zwei bis drei Tagen seien beliebte Biermarken vielleicht nicht mehr im Handel erhältlich, meinte ein Sprecher des Brauerei-Riesen. Bei dem Verteilerzentrum Districo, das Großkunden beliefert, wurde eine ähnliche Prognose gestellt. Bei Delhaize wurde bekannt, dass manche Biersorten vielleicht schon in wenigen Tagen ausgehen könnten. Der Sprecher von InBev wies indes Anschuldigungen der Gewerkschaften zurück, wonach durch eine Überproduktion im Dezember bereits Reserven angehäuft worden waren, um auf einen eventuellen Streik bei Bekanntgabe der Restrukturierungspläne gefasst zu sein. Um einen Kommentar schreiben zu können müssen Sie angemeldet sein. |
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