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Eupener Land [15.10.2008] Junge Fotografin sammelte bei Ausstellung im April rund 4000 Euro Alice Smeets verteilte Spenden aus Ostbelgien auf HaitiVon Mario Vondegracht Eupen Die aus Eupen stammende Fotojournalistin Alice Smeets ist von ihrer Reise nach Haiti zurückgekehrt. Mit Spenden, die sie bei einer Ausstellung in ihrer Heimatstadt im April diesen Jahres gesammelt hat, half sie vor Ort einigen Haitianern, ihre Lebensqualität ein Stück zu verbessern. Als arm und von Revolutionen gebeutelt ist Haiti bekannt. In den Straßen der Hauptstadt Port-au-Prince ist es besonders für Ausländer sehr gefährlich. Das hielt die 21-Jährige jedoch nicht davon ab, dieses Land ein zweites Mal zu bereisen. Einige Leser erinnern sich wahrscheinlich noch an ihre Ausstellung »Haiti exists« im Kolpinghaus im April diesen Jahres. Bereits damals hatte Alice Smeets erklärt, dass sie nach der Spendenaktion erneut nach Haiti reisen wolle. Medikamente Einfach das Geld überweisen, das wollte die junge Fotografin nicht: »Meines Erachtens kommen die Spenden am besten an, wenn man sie selber vor Ort verwaltet und dafür sorgt, dass sie für konkrete Gegenstände ausgegeben werden.« Im Rahmen von »Haiti exists« waren insgesamt 4000 Euro zusammengekommen. Mit der finanziellen Unterstützung eines Mäzens weilte sie im Mai und im Juni nun in der haitianischen Hauptstadt, um das Geld zu verteilen. Mit einem Teil der Summe kaufte sie in den Apotheken vor Ort Medikamente ein. »Ich habe die Leute gefragt, wie ich ihnen helfen kann«, berichtete Alice Smeets. Die Antwort war eindeutig: In Haiti ist Durchfall eine der häufigsten Erkrankungen, was auf unsauberes Wasser und schlechte Ernährung zurückzuführen ist. Viele Haitianer essen zum Beispiel »Schlammkuchen«, eine Mischung aus Schlamm, Salz und Pfützen-Wasser. Deshalb kaufte die junge Eupenerin massenweise Medikamente gegen Durchfall. Wenn sie während ihres zweimonatigen Aufenthalts auf der Straße Menschen traf – besonders Kinder –, denen es schlecht ging, verabredete sie sich mit ihnen vor dem Krankenhaus. Dann begleitete sie die Kranken zur Untersuchung und kaufte falls nötig erneut Medizin. Auch bei ihrem zweiten Besuch auf Haiti stand Alice Smeets ein Übersetzer zur Seite. Dieser half ihr dabei, neben den Medikamenten auch üppige Reissäcke anzuschaffen. Diese wiedrum verteilte Alice Smeets an eine Gruppe Straßenkinder, die wie eine Familie zusammenleben, und an ein Waisenhaus, für das zudem auch Betten angeschafft wurden. Dokumentation Zum größten Teil begegnete die 21-Jährige bei ihrem jetzigen Aufenthalt wieder denselben Personen, die sie auch bei ihrer ersten Reise getroffen hatte. Dass die Fotografin zahlreiche Eindrücke mit ihrer Kamera festhielt, versteht sich von selbst. Ihre Fotos dokumentieren das Leben in einer verwahrlosten Stadt. Auch diese Aufnahmen würde Alice Smeets gerne ausstellen, sie weiß aber noch nicht wo und wann. Die Bilder ihres ersten Haiti-Aufenthalts wurden indes in Perpignan (Frankreich) beim Festival »Visa pour l'image« gezeigt. Unter 4000 Einsendungen hatten die Veranstalter die Fotos der Eupenerin mit etwa 100 weiteren Fotografen in eine engere Auswahl genommen. Die Foto-Redakteure der großen Zeitschriften können sich in Perpignan in jedem Jahr buchstäblich ein Bild davon machen, was sich auf dem Markt der Profifotografen so alles tut. Alice Smeets erhielt nach ihren eigenen Aussagen eine gute Resonanz auf ihre Bilder. Aufnahmen von Alice Smeets sind unter www.alicesmeets.com zu sehen. |
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