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Eupener Land
[10.03.2009]
Ausstellung noch bis zum 21. Juni - Ikob steht vor umfangreicher Vergrößerung

Loek Grootjans verbindet Kunst mit Philosophie

Francis Feidler erläutert die Installation »L'Entrée de l'Exposition« des belgischen Künstlers Marcel Broodthaers, die jeweils den Räumlichkeiten angepasst werden muss.
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Grootjans vor seinem Werk »Questioning Office« aus dem Jahr 1999.
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Von Cynthia Lemaire

Eupen

Der geplante Umbau im Ikob verzögert sich. Auf der Suche nach einer Ausstellung zur Überbrückung der »Wartezeit« wurde der künstlerische Leiter Francis Feidler bei dem niederländischen Künstler Loek Grootjans fündig.

Unter dem Titel »Angebot und Nachfrage« stellt Grootjans seine Werke denen des belgischen Ausnahmekünstlers Marcel Broodthaers (verstorben 1976) gegenüber. Am Sonntag fand in Eupen die Vernissage zur Ausstellung statt, die noch bis zum 21. Juni im Ikob zu sehen ist. »Möglich geworden ist sie durch das Netzwerk, das wir seit einigen Jahren mit anderen Museen der Region aufbauen. Wir arbeiten mit Museen aus Venlo, Maastricht, Gent oder Aachen zusammen« erklärt Francis Feidler. »Dadurch entstehen verlässliche Partnerschaften, und auch wir werden ernst genommen«.

Sichtlich zufrieden zeigte Feidler sich auch über den Austausch mit Grootjans, der zwei Wochen lang in Eupen weilte, um den Aufbau der Austellung mit zu gestalten. In der konzeptuellen Kunst sei jede Ausstellung an sich auch ein Kunstwerk und müsse daher gut durchdacht und nach den räumlichen Gegebenheiten installiert werden.

Für Grootjans, der in Breda und Vlissingen lebt, ist Philosophie die Basis der Kunst. Er studierte das Fach und schrieb seine Abschlussarbeit über Spinoza, den er auch als einen seiner geistigen Väter aufzählt. Existenzielle Fragen spielen daher auch in seinen Werken eine Schlüsselrolle. Die Installation »Questioning Office« besteht aus hunderten von Fragen in Bezug auf die Kunst, die er mit Acrylfarbe zu Papier gebracht hat. Der Künstler erläuterte, warum er in jedes Blatt zwei Tage Handarbeit investiert hat: »Natürlich hätte ich sie auch am Computer eingeben und dann einfach ausdrucken können, aber das hätte nicht den selben Effekt gehabt. Ich musste mich so lange mit jeder Frage beschäftigen und auf der Suche nach Antworten darüber philosophieren«.

Philosphische Ebenen

Grootjans greift auf seiner Suche nach Erkenntnis auch zu ungewöhnlichen Methoden. So schloss er sich 1988 für einen Monat lang mit verbundenen Augen in einer Hütte im Wald ein, um die eingefahrene Wahrnehmung mit den Augen abzustellen.

Zum Verständnis stehen neben seinen Werken erläuternde Texte zur Verfügung. Die Kunst sei aber auch ohne diese Hilfsmittel verständlich, versichert Nadine Streicher, pädagogische Leiterin des Museums: »Dies ist nur ein Angebot für den Besucher, der eine tiefer gehende Ebene sucht. Konzeptuelle Kunst lädt den Betrachter ja ein, seine persönlichen Schlüsse aus dem Kunstwerk zu ziehen. Sie lässt viele Interpretationen zu, das ist das interessante daran. Aus diesem Grund können auch Schulklassen die Austellung besuchen, sowohl Sekundar- als auch Primarstufe«.

Umbau

Das Museum für zeitgenössische Kunst wird in naher Zukunft übrigens mehr Platz zur Entfaltung haben. Im Erdgeschoss des Gebäudes wurden zusätzliche 300 Quadratmeter angemietet, so dass dem Ikob voraussichtlich ab Ende 2009 insgesamt zwei Stockwerke zur Verfügung stehen werden. Im unteren Eingangsbereich werden der Empfang sowie eine Kunstbibliothek angesiedelt sein. Die oberen Räumlichkeiten werden dann ausschließlich zu Ausstellungszwecken genutzt. Verbunden werden beide Ebenen durch eine Treppe und einen Lift. Momentan sei man noch mit dem Lastenheft beschäftigt, so Francis Feidler. Danach müsse die Deutschsprachige Gemeinschaft grünes Licht für den Umbau geben, die Bezuschussung sei aber schon im Haushalt für das Jahr 2009 eingeplant. Die Vergrößerung wird auch umfangreichere Parallel ausstellungen im Museum ermöglichen.

Den Direktor freut vor allem, dass die Ikob-Sammlung besser zur Geltung kommen wird. Sie besteht aus rund 350 Kunstwerken, zum größten Teil handelt es sich um Schenkungen von Künstlern. Momentan befinden die Werke sich in einem Lagerraum, der für das Publikum nicht zugänglich ist.



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