|
Eifel / Ardennen [10.03.2010] Tagung an diesem Freitag im Triangel in St.Vith Die europäische AgrarpolitikSt.Vith Unter dem Motto »Die globalen Auswirkungen der europäischen Landwirtschaftspolitik und notwendige Korrekturen« findet für Landwirte und interessierte Bürger am Freitag, 12. März 2010, im Triangel in St. Vith eine Vortragsveranstaltung statt. Zu diesem aktuellen und wichtigen Thema hat der Rat für Entwicklungszusammenarbeit, Solidarität und Integration (Resi) der DG zwei Fachredner engagiert. Dumpingexporte Das Ziel und die Beweggründe dieser Konferenz beschreibt der Ausrichter in einer Pressemitteilung. Da heißt es im Wortlaut: »Erklärtes Ziel der gemeinsamen EU-Agrarpolitik ist es, eine im hohen Maß wettbewerbsfähige Ernährungsindustrie aufzubauen. Um europäische Agrarprodukte zu billigen Dauerpreisen anbieten zu können, bedient sich die EU unfairer Instrumente. Die EU unterstützt europäische Betriebe mit immensen Summen an Direktzahlungen und Investitionsförderungen, um die Produktion von billiger Massenware zu gewährleisten. Zudem fördert sie den europäischen Export, indem sie jährlich 50 Milliarden Euro für die Landwirtschaft ausgibt. Die daraus resultierenden Dumpingexporte der EU treffen die Ärmsten am härtesten: Denn die subventionierte EU-Ware überschwemmt die Märkte in den Entwicklungsländern und verdrängt die Kleinbauern auf diesem Weg von ihren eigenen Märkten. Bilaterale und multilaterale Handelsabkommen forcieren zudem den Zollabbau in den Entwicklungsländern für europäische Agrarprodukte. Marktstörungen in den Ländern des Südens werden hierbei billigend in Kauf genommen. Subventionen Am Beispiel Bangladesh können exemplarisch die Auswirkungen subventionierter Milchexporte aufgezeigt werden: Fallen die Milchpreise in Bangladesh um 2,5 Cent je Liter Milch, dann sinkt das tägliche Familieneinkommen der ärmsten Milchbauern von mageren 63 Cent auf 54 Cent. Sie sind dann nicht mehr in der Lage, den täglichen Bedarf an Nahrungsmitteln zu bestreiten. Kinder werden nicht weiter zur Schule geschickt. Fazit: Eine unfaire Handelspolitik trifft arme Menschen am härtesten. Das ist nicht das, was die europäischen Landwirte verursachen wollen. Die Exportförderung widerspricht den Interessen vieler europäischer Milchbauern. Auch sie kämpfen um ihre Existenz. Der aktuelle Milchpreisverfall in Europa weit unter das kostendeckende Niveau ist eindeutig die Folge einer politischen Fehlentscheidung. Es gilt den eingeschlagenen Kurs der Agrarpolitik zu korrigieren und in Richtung einer bedarfsorientierten nachhaltigen Lebensmittelerzeugung zu lenken.« Diese Themen sowohl aus Sicht der Länder des Südens als auch aus der Sicht Europas werden auf der Tagung am Freitag in St. Vith beleuchtet und diskutiert. Referenten sind Armin Paasch und Dr. Dr. Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf. Die Tagung beginnt um 10 Uhr und endet gegen 16 Uhr. Der Eintritt ist frei. Anmeldungen sind nicht erforderlich. Um einen Kommentar schreiben zu können müssen Sie angemeldet sein. |
|
|