Gutes aus der Gartenküche

"Ostbelgien Kocht" - Folge 2: Leo Freichels aus Grüfflingen

Kochen ohne Firlefanz: Leo Freichels bereitet das Abendessen auf einem alten Ofen vor. | Foto: Helmut Thönnissen

Leo Freichels aus Grüfflingen kauft Lebensmittel selten im Supermarkt ein. Die Zutaten, die der Sozialarbeiter und Lachyoga-Trainer zum Kochen verwendet, stammen aus dem eigenen Garten oder direkt vom Produzenten aus der Region. „Was wir nicht selber anbauen oder herstellen können, tauschen wir“, erzählt der vierfache Familienvater. So wie die Kartoffeln, die er gegen selbstgemachten Ziegenkäse eingetauscht hat. Für die GE-Onlineserie „Ostbelgien kocht“ schmeißt Leo Freichels seinen alten Ofen an und kocht mit guten Zutaten ein köstliches Gericht. Heute auf dem Speiseplan: Herzhafte Bauernpfanne überbacken mit würzigem Ziegenkäse.

Von Annick Meys

Was ist Ihnen beim Essen und Einkaufen besonders wichtig?
Wir kochen mit dem, was wir haben. Also alles, was wir anbauen, selber herstellen oder beim Produzenten in der Region kaufen können. Manche Dinge tauschen wir auch, zum Beispiel Kartoffeln. Dafür bekommt der Kartoffelbauer von uns selbstgemachten Ziegenkäse. Wir stellen auch selber Weinessig her. Das ist total einfach: Wein kommt in ein großes Glas mit Essigbakterien und dann muss man es ein paar Stunden stehen lassen. Wir versuchen, so regional und so einfach wie möglich zu leben und einzukaufen.

Das heißt, dass Sie nie im Supermarkt einkaufen?
Selten. Wenn Gäste kommen, kaufen wir im Supermarkt ein. Ansonsten holen wir alles, was wir brauchen, aus unserem Garten. Zucker, Spülmittel und Hygieneartikel. Wir sind aber auch nicht extrem eingestellt. Wenn Gäste kommen gibt es auch mal eine Tüte Chips.

Welchen Stellenwert hat Essen in Ihrem Leben?
Das gemeinsame Familienessen ist für uns sehr wichtig. Der Küchentisch ist der Ort, wo man es gut hat und wo man genießen kann. Hier essen wir gemeinsam und tauschen uns nach einem anstrengenden Tag aus. Das ist unser Fernseher.

Es gibt also keinen Fernseher im Hause Freichels?
Nein. Wir brauchen keinen Fernseher. Wir haben übrigens auch keinen Kühlschrank.

Wie halten Sie dann Ihre Lebensmittel frisch?
Die meisten Lebensmittel halten sich auch ohne Kühlschrank ein paar Tage. Alles andere lagern wir im Keller. Außerdem essen wir den Großteil direkt.

Was bauen Sie in Ihrem Garten an?
Zwiebeln, Salat, Porree, Erbsen, Bohnen, Möhren, Kürbis und vieles mehr. Wir haben auch Ziegen, Hühner und Schafe. Gelegentlich wird auch ein Tier geschlachtet, aber in der Regel essen wir eher selten Fleisch. Aufs Brot kommt Käse aus eigener Herstellung, Honig und selbstgemachte Marmelade.

Sind Sie zu Hause der Chef in der Küche?
Heute koche ich, ansonsten kocht meine Frau aber.

Was mögen Sie gar nicht?
Rohe Tomaten mag ich überhaupt nicht. Außer wenn ich in Südfrankreich bin, da schmecken die irgendwie besser. Hier haben die Tomaten nicht den richtigen Geschmack.

Was war Ihr Lieblingsessen als Kind?
Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen. Wenn wir morgens vom Melken zurück aus dem Stall kamen, brutzelten die Bratkartoffeln mit Speck und Ei schon in der Pfanne. Das war wirklich ein Leckerbissen und das Beste, was man haben konnte.

Was trinken Sie zum Essen?
Wir trinken viel Tee und Kaffee, aber auch gerne mal ein Glas Rotwein. Sonntags immer ein Gläschen. Zu besonderen Anlässen gibt es Cola für die Kinder.

Was essen Sie, wenn es mal schnell gehen muss?
Eigentlich gibt es bei uns immer Fastfood, aber eben auf unsere Art und Weise. Eine Scheibe Brot mit Käse und Zwiebeln in den Backofen und dann ist unser Schnellimbiss fertig.

Haben Sie schon mal bei einer Fastfood-Kette gegessen?
Noch nie. Ich möchte es auch nicht ausprobieren.

Mittags warm und abends kalt oder umgekehrt?
Meistens abends warm, außer am Wochenende, da ist es umgekehrt.

Gehen Sie denn hin und wieder auswärts essen?
Wir gehen sehr gerne ins Restaurant – zum Italiener oder Chinesen oder einfache, kleine Restaurants in der Nähe. Das ist herrlich.

Einfach und doch Besonders:

Herzhafte Bauernpfanne überbacken mit würzigem Ziegenkäse

„Das ist Genießen: Ein guter Salat mit Weinessig, den wir selber herstellen. Bratkartoffeln mit geräuchertem, mageren Speck und einem Ziegenkäse aus eigener Herstellung. Dazu ein Gläschen Rotwein. Herrlich.“

Zubereitungszeit: etwa 30 Minuten
Schwierigkeitsgrad: sehr einfach

Zutaten

  • Kartoffeln
  • Zwiebeln und Knoblauch
  • Rapsöl
  • Grüner Salat
  • Weinessig
  • Rahm
  • Geräucherter Schinken
  • Ziegenkäse (hier Weichkäse Pavé au Basilic)
  • Thymian

Zubereitung

Kartoffeln schälen, ca. 20 Minuten vorkochen und dann in 5mm dicke Scheiben schneiden. In eine große Pfanne etwas kaltgepresstes Rapsöl geben. Zwiebel würfeln und in einer großen Pfanne glasig dünsten. Speckwürfel dazu geben und anbraten. Anschließend die Kartoffeln in die Pfanne geben und vorsichtig wenden. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Thymian verfeinern. Die Bauernpfanne anschließend in eine Auflaufform geben.

Dann den Salat waschen. Für das Dressing Weinessig, etwas Rahm, Salz und Pfeffer vermischen und über den Salat geben.

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Den Käse auf der Bauernpfanne verteilen und die Auflaufform für 15 Minuten in den Backofen stellen.

 

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