Lade Veranstaltungen

« All Veranstaltungen

Ausstellung: „Contact Sheets“ – Aufnahmen von 1930 bis 2001 der Fotoagentur Magnum

20. September, 10:00 bis 18:00

|Serientermin für Veranstaltung (Alle anzeigen)

Fotoagentur Magnum zeigt in der Abtei Stavelot Aufnahmen von 1930 bis 2001.
Unter dem Titel „Contact Sheets“ bietet die aktuelle Ausstellung in der Abtei Stavelot einen Einblick in 70 Jahre Fotojournalismus der bekannten Agentur Magnum.
Bis zum 2. Dezember sind die Aufnahmen zu sehen, www.abbayedestavelot.be.
Wie üblich bei Ausstellungen in Stavelot gibt es ein umfassendes Angebot für Schulprojekte.
Die Ausstellung richtet sich an Schüler im Alter ab zehn Jahren. Auch Führungen für Gruppen ab 15 Personen werden angeboten. Foto: NC-Media

Direktor Virgile Gauthier wartete angesichts der Eröffnung mit einer guten Nachricht auf: „Das Generalkommissariat für Tourismus hat uns für weitere fünf Jahre fünf Sonnen als touristische Attraktion erteilt. Damit stehen wir in der höchsten Kategorie und sind die Einzigen in der Provinz Lüttich, die diese Auszeichnung bisher erhalten haben.“ Mit der Vergabe von Sonnen soll der Feriengast touristische Ziele und deren Attraktivität einfacher erkennen können, erklärte Gauthier zu dieser Klassifzierung.

Die neue Ausstellung ermöglicht den Besuchern, einen Blick hinter die Kulissen des Fotojournalismus zu werfen. Der Normalbürger sieht nur das Bild, das in den Magazinen oder Zeitungen abgedruckt wird. Viele Fotos haben sogar Kultstatus erlangt. Durch die Ausstellung, die zu deutsch den Namen „Kontaktabzug“ trägt, erhält der Besucher die Möglichkeit, den Weg zu entdecken, der zu dem Bild führte.
Die Ausstellung wurde 2013 zum ersten Mal präsentiert und reiste bisher durch viele namhafte Städte der Welt. So war sie schon in Forte de Bard (I), Berlin, Budapest, Amsterdam, Istanbul, Shenzhen, Seoul und Madrid zu sehen. Nun kommt sie zum ersten Mal in französischsprachiges Gebiet und schlägt ihre Zelte in Stavelot auf.
Andrea Holzherr, Direktorin der Presseagentur Magnum, weilte zur Präsentation der Ausstellung in Stavelot. „Diese Ausstellung ermöglicht dem Besucher, 70 bis 80 Jahre Geschichte Revue passieren zu lassen. Denn die Bilder, die hier zu sehen sind, haben die Geschichte geprägt. Gleichzeitig ist sie auch ein Rückblick auf den Werdegang der Agentur und zeigt die Geschichte der Fotografie.“
Bilder von der Landung der US-Truppen in Omaha Beach, das Treffen zwischen Nixon und Chruschtschow, die Aufstände in Prag und Madrid oder die brennenden Türme in New York von 2001 sind nur einige Beispiele der prägenden Bilder. „Der Kontaktabzug war die persönliche Arbeit des Fotografen. Mit diesen Abzügen arbeiteten die Bildverantwortlichen der Agentur und wählten das Bild oder die Serie aus, die dann den Medien zur Verfügung gestellt wurde“, so Andrea Holzherr. Der Abzug sei etwas ganz Persönliches, denn in Zeiten der Analogfotografie konnte der Fotograf nichts kaschieren. „Damals wurden der Agentur oftmals die Filmrollen übermittelt, denn nicht jeder Fotojournalist, der für Magnum arbeitete, hatte die Möglichkeit, die Filme vor Ort zu entwickeln. So waren auf dem Kontaktabzug auch die Bilder zu sehen, die nicht gelungen waren.“
Heute ist das ganz anders: Der Fotograf wirft einen Blick auf das Display seiner Kamera, und wenn das Foto nicht gut ist, wird es einfach gelöscht.
Viele Fotografen der Agentur sträubten sich anfangs gegen diese Ausstellung. Wie formulierte es Henri Cartier-Bresson so schön: „Wenn Sie zu einem Fünf-Gang-Menü eingeladen werden, gehen Sie doch auch nicht mit dem Gast durch die Küche und zeigen ihm die Schäler.“ Mit anderen Worten: Es werden auch die einfachen Aufnahmen gezeigt. Doch jeder Widerstand war zwecklos, die Agentur setzte ihren Willen durch.
Damit der Besucher erkennen kann, was auf dem Abzug zu sehen ist, wandte die Agentur einen technischen Trick an und vergrößerte verschiedene Kontaktabzüge. Daneben hängt eine Vergrößerung des Bildes oder ein Ausschnitt, der dann in diversen Medien veröffentlicht wurde.
Die Ausstellung ist in zwei Epochen aufgeteilt. Im Dachgewölbe der Abtei auf der zweiten Etage entdeckt der Besucher die Zeit von 1930 bis 1979. In der Kapelle wird der Zeitraum Epoche von 1980 bis 2010 präsentiert. „Wir haben in der Kapelle bessere Möglichkeiten großformatige Bilder aufzuhängen“, so Virgile Gauthier.
Hier ist auch ein kleines Kino eingerichtet, in dem ein Film über die Geschichte von Belgien zu sehen ist. „Aus 8.500 Aufnahmen von Magnum wurden 50 ausgewählt und zu einem Film verarbeitet“, so Murielle Denis.
Wie Andrea Holzherr von Magnum erklärte, werden Aufnahmen von 50 Fotografen für diese Ausstellung genutzt. Diese spiegeln 70 Jahre Geschichte der Agentur wider. Heute arbeiten ungefähr 50 Fotografen für Magnum und zudem 20 Personen als Archivare und in der Verwaltung. Die Agentur verfügt über vier Standorte in New York, Tokio, Paris und London.

Die Zeiten haben sich geändert: Heute editieren die Fotografen ihre Bilder meist selber. Früher gab es nur die Filmrolle und das Editieren geschah in der Agentur. Nur selten lieferten die Fotografen damals auch die nötigen Informationen zu den Bildern. Das sei heute nicht mehr der Fall. Zudem gehe heute alles viel schneller. Schwierig ist es aber, wenn die Agentur heute auf ein historisches Ereignis zurückblicken möchte, weil beispielsweise ein Jahrestag ansteht. „Die Filmrollen und Kontaktabzüge liegen bei uns im Archiv. Brauchen wir aber Aufnahmen von einem Ereignis der jüngeren Geschichte, das in der Zeit der Digitalfotografie stattfand, müssen wir uns an den Fotografen wenden und hoffen, dass er in seinen Archiven noch Bilder vorrätig hat, die nicht bei der Agentur gelandet sind.“

Details

Datum:
20. September
Zeit:
10:00 bis 18:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Abtei von Stavelot
Cour de l’Abbaye 1
Stavelot, 4970 Belgien
+ Google Karte

Eigene Veranstaltung hinzufügen?

Kein Problem, schicken Sie uns einfach alle Infos an agenda@grenzecho.be oder nutzen Sie unser Online-Formular, wir geben die Veranstaltung dann für Sie ein.