Wozniacki gewinnt Australian Open und wird neue Nummer eins

Tennis

Caroline Wozniacki hat sich mit dem Triumph bei den Australian Open ihren ersten Grand-Slam-Titel gesichert. | Foto: belga

Caroline Wozniacki (27) hat den letzten Makel ihrer erfolgreichen Karriere ausgemerzt und bei den Australian Open erstmals ein Grand-Slam-Turnier gewonnen. In einem spannenden Finale setzte sich Wozniacki, die bereits mit 19 Jahren die Weltrangliste angeführt hatte, gegen Simona Halep 7:6 (7:2), 3:6, 6:4 durch. Am Montag löst sie die Rumänin an der Spitze des Rankings ab und kehrt nach sechs Jahren auf den Tennisthron zurück.

Wozniacki verwandelte vor 15.000 Zuschauern in der Rod-Laver-Arena nach 2:49 Stunden ihren ersten Matchball und krönte sich damit zum ersten Grand-Slam-Champion aus Dänemark. In ihren beiden Anläufen 2009 und 2014 bei den US Open in New York war sie jeweils im Finale gescheitert. Halep, die in einem dramatischen Halbfinale Angelique Kerber aus dem Turnier geworfen hatte, kassierte nach den French Open 2014 und 2017 dagegen ihre dritte Finalpleite.

Kerber hatte vor dem Finale vermutet: „Beide werden sehr nervös sein.“ Das traf zu Beginn jedoch nur auf Halep zu. Wozniacki dominierte das Match und ließ ihre Gegnerin von links nach rechts und wieder zurück laufen. Halep kam kaum zur Entfaltung, nach zehn Minuten führte Wozniacki mit 3:0. Sie wirkte spritziger als Halep, die im Turnierverlauf deutlich länger auf dem Court gestanden hatte.

Die Marathonmatches in der zweiten Runde gegen Lauren Davis aus den USA (15:13 im dritten Satz) und im Halbfinale gegen Kerber (9:7) hatten selbst der unermüdlichen Halep Kraft geraubt. Als müsse sie ihre Beine aufwecken, schlug sie sich energisch auf den Oberschenkel und kämpfte sich bei abendlichen Temperaturen von noch immer 30 Grad in die Partie.

Caroline Wozniacki kann es nicht fassen: Am Samstag hat sie die Australian Open 2018 gewonnen. | Foto: dpa

Es entwickelte sich das erwartet ausgeglichene Finale zweier Spielerinnen, die beide früh im Turnier fast schon ausgeschieden waren – Halep sogar gleich zweimal. Drei Matchbälle wehrte sie in der dritten Runde gegen Davis ab, zwei gegen Kerber. Wozniacki lag gegen Jana Fett aus Kroatien bereits 1:5 und 15:40 im dritten Satz zurück und drehte das Match doch noch zu ihren Gunsten.

Seit diesem Match, sagte Wozniacki vor dem Finale, „hatte ich nichts mehr zu verlieren“. Und so spielte sie auch im Tiebreak. Sie ging ins Risiko und nach Sätzen in Führung. Ihr Verlobter David Lee, vor drei Jahren NBA-Champion mit den Golden State Warriors, atmete auf. Wie Wozniackis Vater Piotr und der Rest des Teams hatte sich Lee seit Tagen nicht mehr rasiert, um den Lauf seiner zukünftigen Ehefrau nicht zu gefährden.

Das tat allerdings Halep, die nach einer Behandlungspause und Oberschenkelproblemen aufdrehte und lautstark unterstützt von ihrer Fangemeinde zum Satzausgleich kam. Als die Entscheidung nahte, ließ sich auch Wozniacki am linken Knie behandeln. Das Momentum wechselte von Spiel zu Spiel, beide wackelten beim Aufschlag, ehe sich Wozniacki mit letzter Kraft durchsetzte. (sid)

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