Neun Bergankünfte und zwei Zeitfahren bei der diesjährigen Vuelta

Radsport

Der Lagos de Covadonga, einer der berühmtesten Vuelta-Anstiege, steht bei der 15. Etappe auf dem Programm. | Foto: Photo News

21 Etappen und 3.275 Kilometer warten bei der 73.Vuelta a Espana auf die 176 Profis aus 22 Teams. Wie jedes Jahr haben die Organisatoren der letzten GrandTour der Saison den Fahrern wieder viele Anstiege in den Weg gestellt, sodass die wenigen Sprinter nur selten zum Zug kommen werden.

Auch diesmal beginnt die Vuelta mit einer Zeitfahrprüfung. Doch nachdem es sich in den vergangenen Jahren immer um ein Teamzeitfahren handelte, erwartet die Profis erstmals seit 2009 wieder ein Prolog. Die acht Kilometer durch Malaga weisen keine topografischen Hindernisse auf, weshalb es nur geringe Abstände im Klassement geben dürfte.

Das könnte sich allerdings bereits am zweiten Tag ändern, endet die Etappe nach 163,5 hügeligen Kilometern doch in Caminito del Rey am Alto de la Mesa, einem Anstieg der 3. Kategorie, an dem die Favoriten schon gefordert sein werden. Gute Chancen haben hier vor allem kletterstarke Klassikerspezialisten. Die dritte Etappe über 182,5 Kilometer von Mijas nach Alhaurín de la Torre präsentiert zwar den ersten Berg der 1. Kategorie – der allerdings muss bereits in der ersten Rennhälfte bewältigt werden. Danach wird es deutlich leichter werden, sodass mit der ersten Sprintankunft gerechnet werden kann.

Das vierte Teilstück wartet dann mit der zweiten Bergankunft auf, wobei der zehn Kilometer lange Schlussanstieg nach Alfacar (1. Kat.) schon ein erster Gradmesser wird, an dem die Kletterspezialisten zum Zug kommen dürften. Die fünfte Etappe über 188,7 Kilometer von Granada nach Roquetas de Mar ist wie gemacht für entschlossene Ausreißer, zumal vom einzigen kategorisierten Anstieg des Tages, dem Alto del Marchal (2. Kat.), eine fast 20 Kilometer lange Abfahrt sowie ein finales Flachstück ins Ziel führen.

Vuelta startet diesmal nicht mit einem Mannschaftszeitfahren, sondern mit Prolog.

Etappe 6 werden sich wieder die Sprinter dick angestrichen haben. Auf den 155,7 Kilometern von Huércal-Overa nach San Javier sind zwei Anstiege der 3. Kategorie die größten Herausforderungen, die letzten 25 Kilometer jedoch weisen ein flaches Profil auf. Der siebte Abschnitt dürfte, obwohl auch er nur mit zwei Bergen der 3. Kategorie daherkommt, für die Sprinter zu schwer sein, zumal es auf den letzten 20 Kilometern meist bergauf geht. Terrain also wie gemacht für explosive Klassikerspezialisten. Ähnliches lässt sich über die achte Etappe sagen, die über 195,1 Kilometer von Linares nach Almadén führt und im Finale bergan führt.

Unmittelbar vor dem ersten Ruhetag geht es erstmals ins Hochgebirge, wobei schwere 195 Kilometer von Talavera de la Reina nach La Covatilla auf die Fahrer warten. Nach zwei Bergen der 1. und 2. Kategorie und einem etwas leichteren Mittelteil geht es den Schlussanstieg der Ehrenkategorie hinauf zum Alto de la Covatilla auf knapp 2.000 Metern.

Nach dem Ruhetag können die Profis langsam ins Rennen zurückfinden, denn am Ende der 172,5 Kilometer von Salamanca nach Fermoselle Bermillo de Sayago werden die Sprinter den Sieg unter sich ausmachen, auch wenn 35 Kilometer vor dem Ziel nach einer „Delle“ im Profil der Anstieg zur einzigen Bergwertung des Tages (3. Kat.) wartet.

Ein ständiges Auf und Ab bietet die elfte Etappe mit ihren vier kategorisierten Kletterpassagen. Nach 208 Kilometern von Mombuey nach Ribeira Sacra wird mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit ein Ausreißer jubeln können. Aber auch die Klassementfahrer müssen aufpassen, sich auf dem unruhigen Profil keinen Rückstand einzuhandeln. Auch tags darauf werden es die schnellen Männer nicht einfach haben, eine Massenankunft zu erzwingen, denn das Finale der 177,5 Kilometer langen zwölften Etappe von Mondoñedo nach Faro de Estaca de Bares hält einige Rampen bereit, in denen die Sprinterteams kaum das Feld zusammenhalten dürften.

Mit der 13. Etappe geht es endgültig in die Berge. Zunächst warten in Galizien 175,5 Kilometer von Candás nach La Camperona, die mit zwei Bergen der 1. Kategorie aufwarten. Der erste wartet am Ende eines rund 17 Kilometer langen Anstiegs. Extrem steil geht dann es am Schlussanstieg zum Alto de La Camperona zu. Auf den nur fünf Kilometern müssen Steigungsgrade von bis zu 20 Prozent bewältigt werden.

Nicht leichter wird es tags drauf, wenn die 14. Etappe nach 167 Kilometern und über vier kategorisierte Anstiege mit der Ankunft am Alto de Les Praeres endet. Das Ziel befindet sich zwar auf nur 740 Metern Höhe, allerdings beginnt der sieben Kilometer lange Schlussanstieg auf nur 255 Metern über dem Meer.

Vor dem zweiten Ruhetag haben die Streckenplaner eine weitere extrem schwere Etappe mit der dritten Bergankunft in Folge gelegt. Die befindet sich an den Lagos de Covadonga, einem der berühmtesten Vuelta-Anstiege, der das spektakuläre Finale des 178,2 Kilometer langen 15. Abschnitts durch Asturien bildet. Nach dem Start in Ribera de Arriba hält das Profil bereits einen Berg der 3. Kategorie sowie zwei der 1. Kategorie bereit, ehe es in den knapp 15 Kilometer langen Schlussanstieg hinein geht.

Kampf um die Nachfolge von Vorjahressieger Chris Froome dürfte sich spät entscheiden.

Nach dem letzten Ruhetag sind im einzigen Einzelzeitfahren der diesjährigen Vuelta wieder die Klassementfahrer gefordert. Die 32,7 Kilometer von Santillana del Mar nach Torrelavega führen über welliges Terrain und dürften den Spezialisten und den kraftvollen Fahrern entgegenkommen. Dagegen könnten die Bergspezialisten in Sachen Gesamtwertung wertvolle Sekunden einbüßen. Die können auf der 166,4 Kilometer langen 17. Etappe von Getxo nach Balcón de Bizkaia wieder Boden gut machen – vor allem am steilen Monte Oiz, der erstmals im Vuelta-Programm steht. Der Anstieg könnte für weitere Abstände im Klassement sorgen – zumal zuvor bereits fünf Berge den Fahrern einiges abverlangen werden.

Nach Zeitfahr- und Kletterspezialisten kommen in der dritten und entscheidenden Woche erstmals die Sprinter zum Zug. Alles andere als die Ankunft des geschlossenen Feldes am Ende der welligen 180,5 Kilometer von Ejea de los Caballeros nach Lleida wäre eine Überraschung. Die 19. Etappe über 157 Kilometer von Lleida nach Andorra, wo der 2015 Meter hohe Col de la Rabassa am Ende eines 17 Kilometer langen Schlussanstiegs wartet, gibt einen Vorgeschmack auf das, was am vorletzten Tag der Spanien-Rundfahrt auf die Profis wartet.

Die Königsetappe hat es wirklich in sich. Gerade mal 105,8 Kilometer liegen zwischen Andorra und dem Coll de la Gallina. Bei ständigem Auf und Ab gibt es keine Gelegenheit zum Durchschnaufen, müssen doch rund 4.000 Höhenmeter bewältigt werden. Nicht weniger als sechs Berge, darunter vier der 1. Kategorie, werden für die Entscheidung über die Nachfolge des abwesenden Titelverteidigers Chris Froome sorgen.

Nicht auszuschließen, dass die Top Ten der Gesamtwertung nochmals auf den Kopf gestellt werden.

All diejenigen Sprinter, die sich durch drei extrem schwere Wochen gekämpft haben, werden am letzten Tag der Spanien-Rundfahrt mit einer weiteren Flachetappe belohnt, die nach 112,3 Kilometer mit einem Massensprint in Madrid endet. (rsn)

Chris Froome ist diesmal nicht mit von der Partie. | Foto: Photo News

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