Giro 2018: acht Bergankünfte, kaum Zeitfahren, Froome am Start

Radsport

2018 startet erstmals eine der großen Radrundfahrten außerhalb Europas. | Foto: Photo News

Der 101. Giro d‘Italia beginnt am 4. Mai in Jerusalem mit einem 9,7 Kilometer langen Einzelzeitfahren und endet am 27. Mai in der italienischen Hauptstadt Rom.

Im Etappenplan der erste großen Rundfahrt des Jahres stehen noch ein längeres Zeitfahren über 34,5 Kilometer, acht Bergetappen sowie sieben Gelegenheiten für die Sprinter. Dazu kommen noch vier Etappen über hügeliges Terrain, wie die Organisatoren von RCS Sport am Mittwoch bei der offiziellen Streckenpräsentation in Mailand mitteilten.

Ehrengäste waren unter anderem Titelverteidiger Tom Dumoulin, die zweimaligen Gesamtsieger Vincenzo Nibali und Alberto Contador sowie Fabio Aru, der Zweite des Jahres 2015.

Eine der großen Neuigkeiten war zudem die Ankündigung von Chris Froome (Sky), im kommenden Jahr zur Italien-Rundfahrt antreten und damit das Giro-Tour-Double anpeilen zu wollen „Ich freue mich darauf, Euch alle beim 101. Giro d’Italia zu sehen“, sagte der Brite in einer kurzen Videobotschaft. Sollte der Brite bei der am 4. Mai in Israel startenden 101. Auflage der Italien-Rundfahrt triumphieren, wäre er gleichzeitig der amtierende Sieger bei allen drei großen Rundfahrten. Dies gelang zuletzt dem Franzosen Bernard Hinault 1982/1983.

2017 hatte Froome sowohl die Tour als auch die Spanien-Rundfahrt gewonnen. Bisher waren nur sechs Fahrer mindestens einmal bei allen drei Rennen erfolgreich. Großes Ziel des Briten 2018 bleibt allerdings sein fünfter Sieg bei der Frankreich-Rundfahrt.

Der niederländische Titelverteidiger Dumoulin (Sunweb), ein ausgesprochener Zeitfahrspezialist, hat derweil noch nicht endgültig entschieden, ob er auch 2018 den Giro d’Italia bestreiten wird.

Nach den ersten drei Etappen in Israel folgt der frühe erste Ruhetag, nach dem ebenfalls drei Etappen auf der Mittelmeerinsel Sizilien anstehen, der zweimaligen Gesamtsiegers Vincenzo Nibali. Höhepunkt ist dabei die sechste Etappe, die am Ätna mit der ersten von insgesamt acht Bergankünften der kommenden Italien-Rundfahrt endet.

Danach setzt der Giro-Tross auf das italienische Festland über und bewegt sich in nördlicher Richtung, wobei auf der 14. Etappe der Monte Zoncolan erklommen werden muss, eine der schwersten Steigungen im internationalen Rennkalender.

Giro-Start in Jerusalem ist alles andere als unumstritten.

Die dritte und entscheidende Woche beginnt mit einem 34,5 Kilometer langen Einzelzeitfahren im Trentino, ehe die Entscheidung über den Gesamtsieg an drei aufeinanderfolgenden Bergetappen mit Ankünften in Prato Nevoso, Jafferau und Cervinia fällt. Die Schlussetappe in Rom wird wieder den Sprintern vorbehalten bleiben.

Der beileibe nicht unumstrittene Giro-Start ist nach Angaben der Veranstalter die größte Herausforderung der israelischen Sicherheitskräfte in der Geschichte des Landes, größer als beim Staatsbegräbnis von Jitzchak Rabin und beim Besuch von Papst Franziskus 2014.

Gegen die Entscheidung von Giro-Veranstalter RCS Sport, erstmals in der Geschichte des Radsports eine der großen Rundfahrten außerhalb Europas beginnen zu lassen, regt sich allerdings Widerstand. Grund ist der israelisch-palästinensische Konflikt und die Politik der israelischen Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Bereits eine Woche vor der Präsentation forderte eine europäische Menschenrechtsgruppe die Organisatoren in einem Offenen Brief auf, ihre Entscheidung rückgängig zu machen. Falls das nicht geschehe, sollten Teams und Sponsoren den Giro 2018 boykottieren. (rsn/dpa/sid/vrt)

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