Christopher Froome: „Wir geben Aru nicht noch einmal so einen Vorsprung“

Tour de France

Chris Froome konnte am Mittwoch erstmals in diesem Jahr das Gelbe Trikot überstreifen. | Foto: belga

Am fünften Tag der 104. Tour de France übernahm Chris Froome das Gelbe Trikot. Doch so strahlend wie in den letzten Jahren sitzt es nicht auf seinen Schultern.

Denn statt mit einem Sieg eroberte der Brite nur mit Platz drei hinter Fabio Aru (Astana) und Dan Martin (Quick-Step Floors) den begehrten ersten Platz in der Gesamtwertung. „Ich wollte heute gewinnen“, gab der dreimalige Toursieger und Gewinner der der letzten beiden Jahre nach dem Zielleinlauf ehrlich zu.

Froome hatte am Mittwoch in der Endphase einen Moment nicht aufgepasst und die entscheidende Attacke des späteren Tagessiegers Aru verpennt. „Das war ein kleiner Fehler von uns. Aru fuhr ein großes Rennen. Er attackierte genau im richtigen Moment in der flachen Stelle vor dem letzten Anstieg. Wir fuhren zu diesem Zeitpunkt nicht sehr schnell. Einige Fahrer folgten mir. Da eröffnete Fabio das Rennen. Ich denke, wir werden Aru nicht noch einmal so einen Vorsprung geben. Denn er ist in einer guten Form. Das hat er heute gezeigt“, sagte der 32-Jährige.

Ob es auch ein Hinweis auf den Ausgang der Tour sein kann, will Froome nicht so gelten lassen, obwohl er selber 2012 an der „Planke der schönen Frauen“, vor Bradley Wiggins gewann, der schließlich in Paris den Toursieg feierte. 2014, bei der letzten Bergankunft auf der Planche des Belles Filles triumphierte mit Vincenzo Nibali der spätere Tourgewinner. Doch Froome wiegelte in der Pressekonferenz ab: „Die Bergankunft gibt nur eine kleine Vorschau aufs weitere Rennen. Der Anstieg ist nicht repräsentativ für die Tour. Er ist sehr steil, was Fahrern wie Dan Martin entgegenkommt. Mit Blick auf die Gesamtwertung war es heute aber ein sehr geschlossenes Rennen. Alles ist möglich. Noch liegen viele Etappen vor uns.“

Froome beunruhigt auch nicht, dass er selbst unerwartet Zeit auf einen Mit-Favoriten eingebüßt hat. „Ich habe heute nicht wirklich Zeit verloren, mit Ausnahme gegenüber Fabio Aru. Aber der Rest der Favoriten ist noch sehr eng beisammen. Es waren zehn bis 15 Sekunden Differenz. Dem würde ich nicht so viel Bedeutung beimessen. Die Organisatoren wollten doch ein offeneres Rennen. Das haben wir jetzt. Es kann in diesem Jahr ganz eng werden.“

Im Kampf um den Gesamtsieg setzt er ganz auf seine Sky-Truppe, die auf den vergangenen Etappen Kräfte sparen konnte. „Die ersten Tage haben die Sprinterteams das Rennen kontrolliert, heute fuhr BMC. Da mussten wir nichts tun“, erklärte Froome, der in den kommenden Wochen mit anderen Szenarien rechnet. „Ja, es kommt viel Arbeit auf uns zu, aber morgen zum Beispiel, werden wieder die Sprinterteams die Kontrolle übernehmen müssen. Mein Team fährt fantastisch. Wir hatten heute sechs Fahrer im letzten Anstieg, da schafften die anderen nicht. Da kann ich viel Vertrauen in die Mannschaft haben.“ (rsn)

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