Paralympics: Die Sportarten im Porträt

Olympia

Eléonor Sana wird bei der Eröffnungsfeier die belgische Fahne tragen. | Foto: belga

In Pyeongchang (Südkorea) finden vom 9. bis 18. März die 12. Winter-Paralympics statt. 670 Athleten, davon zwei aus Belgien, aus 45 Ländern kämpfen in sechs Sportarten um 80 Goldmedaillen. Und das sind die Disziplinen:

Rollstuhlcurling: Rollstuhl-Curling wurde erst 2006 in Turin ins Programm aufgenommen. Seit 2002 gibt es Weltmeisterschaften. In dem Wettbewerb treten gemischte Teams gegeneinander an, eine Frau muss mindestens zu jeder Mannschaft gehören. Ziel ist es, den 19,96 Kilogramm schweren Stein auf der Eisbahn näher als der Gegner an den Mittelpunkt von vier konzentrisch angeordneten Kreisen unterzubringen. Für jeden Stein, der näher am Zentrum liegt als der beste Stein des Gegners, gibt es einen Punkt. Jedes Team wird durch den Mannschaftsführer (Skip) geleitet. Dieser bestimmt die Taktik und spielt in der Regel den letzten Stein. Gefegt wird beim Rollstuhl-Curling im Gegensatz zum Curling der Nichtbehinderten nicht. Gespielt wird im Gangneung Curling Centre.

Belgische Teilnehmer: Keine

Ski Alpin:Die ersten dokumentierten Behindertenmeisterschaften im alpinen Skilauf wurden bereits 1948 in Österreich ausgetragen. Im Jeongseon Alpine Centre werden die Medaillen in der „Königsdisziplin“ Abfahrt, bei der Geschwindigkeiten bis zu 120km/h erreicht werden, sowie im Super-G, Riesenslalom, Slalom und in der Super-Kombination vergeben. Dabei werden die Teilnehmer in die drei Kategorien „sehbehindert“, körperbehindert „stehend“ und körperbehindert „sitzend“ unterteilt. Die sehbehinderten Athleten bewältigen den Kurs mit Hilfe eines Begleitläufers, der durch akustische Signale die Laufrichtung vorgibt. Die Sitzenden nutzen den sogenannten Monoski. Die Vergleichbarkeit der Leistungen trotz der differenzierten Behinderungsarten wird durch ein Handicap-System herbeigeführt. Die Zeit wird je nach Grad der Behinderung mit einem bestimmten Faktor multipliziert.

Belgische Teilnehmer: Jasper Balca (25, halbseitig gelähmt) aus Waregem und Eléonor Sana aus Court-Saint-Etienne (20, extrem beeinträchtigte Sicht), die auch die belgische Fahne bei der Eröffnungsfeier in Pyeongchang tragen wird.

Biathlon:Wie bei den Alpinen werden im Biathlon, das seit 1988 auf dem Programm steht, grundsätzlich die drei Kategorien „sehbehindert“ sowie körperbehindert „sitzend“ und „stehend“ unterschieden. Rollstuhlfahrer und stark gehbehinderte Sportler nutzen einen Sit-Ski, einen speziellen Skischlitten, dessen Aufbau sich nach den verschiedenen Bedürfnissen der Athleten und dem Grad der körperlichen Behinderung richtet. Sehbehinderte Athleten laufen auf herkömmlichen Langlaufskiern. Sie werden von einem Begleitläufer unterstützt. Bei den Frauen gibt es Rennen über 6, 10 und 12,5vkm, bei den Männern über 7,5, 12,5 und 15 km. Die Wettkämpfe werden im Alpensia Biathlon Centre ausgetragen. Die Sportler aller Kategorien tragen ihr Gewehr auf den Laufrunden nicht bei sich und nehmen es erst am Schießstand auf. Die Scheiben stehen in zehn Metern Entfernung. Die sehbehinderten Sportler, in der Loipe mit Begleitläufern unterwegs, zielen mit Hilfe eines akustischen Signals. Die Zielscheibe sendet ein Infrarotsignal, welches in ein Tonsignal umgewandelt wird. Je höher der Ton, desto mehr zielt der Schütze in die Mitte. Es werden zweimal fünf Schüsse abgegeben und nur im Liegen geschossen. Fehlschüsse werden mit Zusatzsekunden zur Laufzeit addiert. Die Strafzeit pro Fehlschuss beträgt je nach Wettbewerb 20 bis 60 Sekunden. Auf kurzen und mittleren Distanzen muss eine Strafrunde gelaufen werden.

Belgische Teilnehmer: Keine

Skilanglauf: Wie bei den Alpinen und im Biathlon werden auch im Langlauf grundsätzlich die drei Kategorien „sehbehindert“ sowie körperbehindert „sitzend“ und „stehend“ unterschieden. Rollstuhlfahrer und stark gehbehinderte Sportler nutzen wie im Biathlon einen Sit-Ski. Sehbehinderte Athleten werden von einem Begleitläufer unterstützt. Die Wettkämpfe werden im Alpensia Biathlon Centre ausgetragen. Bei den Frauen gibt es Rennen über 5 (sitzend), 7,5 (stehend), 12 (sitzend) und 15 km (stehend), im Sprint klassisch sowie eine Staffel über 4×2,5 km. Bei den Männern geht es über 20 (stehend), 15 (sitzend), 10 (stehend) und 7,5 km (sitzend), im Sprint klassisch sowie in der Staffel über 4×2,5 km um Medaillen. Dazu gibt es eine Mixed-Staffel (4×2,5 km). Dabei treten die Sportler der verschiedenen Kategorien in einem Team gemeinsam an.

Belgische Teilnehmer: Keine

Para-Snowboard: Die Snowboard-Wettbewerbe bei Männern und Frauen hatten 2014 in Sotschi Premiere gefeiert. Die schnelle junge Sportart sollte dem paralympischen Sport ein frisches Gesicht geben. Beim Snowboard Cross fahren die Athleten auf einer Rennstrecke, die aus unterschiedlichen Renn- und Freestyle-Elementen bestehen. 500 bis 1.000 Meter ist die Strecke lang. In der Qualifikation sind die Teilnehmer noch jeweils allein auf der Strecke. Ihre Zeit entscheidet über ein Weiterkommen. Grundsätzlich besteht die Qualifikation aus zwei Läufen. Ab dem Achtelfinale gibt es bei den Männern dann das direkte Duell. Bei den Frauen geht es bei einer Qualifikation direkt ins Viertelfinale. Erstmals im Programm bei den Snowboardern ist der sogenannte Banked Slalom. Dabei fahren die Snowboarder auf Zeit in einem mit Steilkurven präparierten Kurs. Der Hang sollte mindestens 25 Meter breit sein, die Neigung liegt zwischen 20 und 35 Prozent. Alle Teilnehmer kämpfen dreimal gegen die Zeit. Der schnellste Lauf wird für das Endergebnis festgelegt.

Belgische Teilnehmer: keine

Para-Eishockey:Hohes Tempo, hoher körperlicher Einsatz, blitzschnelle Aktionen und sehenswerte Paraden: Sledge-Eishockey, das seit 1994 zum Programm gehört, hat sich dank seiner vielen spektakulären Aktionen zu einer der Attraktionen bei paralympischen Winterspielen entwickelt. Gespielt wird grundsätzlich nach den Regeln der Internationalen Eishockey-Föderation IIHF. Wichtigster Unterschied zum Eishockey ist die Ausrüstung. Die Spieler bewegen sich auf Kufen-Schlitten fort, in jeder Hand einen 85 bis 100 cm langen Schläger, an deren Ende Spikes zur besseren Fortbewegung befestigt sind. Eine Mannschaft besteht aus fünf Spielern, die Spielzeit beträgt 3×15 Minuten. Entwickelt wurde Para-Eishockey vor etwa 30 Jahren in Schweden. Gespielt wird im Gangneung Hockey Centre mit einem Fassungsvermögen von 10.000.

Belgische Teilnehmer: Keine

(sid/calü)

Fährt in Pyeongchang für Belgien: Jasper Balcaen, dessen Paradedisziplin der Slalom ist. | Foto: belga

Kommentare sind geschlossen.