Belgische Bretter ohne Chance: Snowboarder verpassen das Big-Air-Finale

Olympia

Sebastien „Seppe“ Smits versuchte im Big Air einen dreifachen Trick, der nicht von Erfolg gekrönt war.

Am Mittwoch ging es bei den Olympischen Winterspielen für drei belgische Snowboarder im Big Air um alles. Im „Quali-Run“ kämpften Sebastien Smits, Stef Vandeweyer und Sebbe De Buck um einen Startplatz für das Finale am Samstag – leider ohne Erfolg, denn eine Überraschung in der Luft blieb aus.

Von Carsten Lübke

Beim Zuschauen konnte es einem schwindlig werden: Von einer 49 Meter hohen Stahlrohrschanze stürzten sich die Snowboarder beim Big Air in die Tiefe, schossen über eine knapp fünf Meter hohe Rampe, vollbrachten während eines bis zu 30 Meter weiten Flugs waghalsige Kunststücke und landeten sicher auf dem Aufsprunghügel – zumindest fast immer. Ein Lied davon singen, kann Sebbe De Buck. Für den aus Merksem bei Antwerpen stammenden Athleten lief die Qualifikation alles andere als optimal – kein Kunststück konnte der 22-Jährige erfolgreich landen und wurde mit 33.50 Punkten Letzter. „Das ist einfach extrem bitter“, äußerte sich De Buck sichtlich frustriert gegenüber dem flämischen Rundfunk VRT und fügte hinzu: „Wenn der Sprung geklappt hätte, wäre ich vielleicht in den Top sechs gelandet.“ Landen konnte De Buck in Pyeongchang in den Wettbewerben übrigens keinen seiner Sprünge. „Meine Bilanz der Spiele ist nicht wirklich gut. Ich hätte mir gewünscht, wenigstens einmal einen Trick erfolgreich absolvieren zu können, aber es hat nicht sollen sein. Irgendwie sind die Spiele für mich die Zeit der ungelandeten Tricks. Ich weiß aber, dass ich es kann. Schließlich habe ich es hier im Training mehrfach unter Beweis gestellt“, sagte De Buck.

Von 35 Snowboardern konnten sich „nur“ sechs Athleten für das Finale qualifizieren.

Abflug: Stef Vandeweyer beim Big Air in Aktion.

Beim „Quali-Run“ im Big Air am Mittwoch gingen insgesamt 35 Snowboarder in zwei Gruppen à 18 bzw. 17 Olympioniken an den Start, von denen sich „nur“ die sechs besten Athleten für das Finale am Samstag, 24. Februar (2 Uhr MEZ), qualifizieren konnten. Bei der Medaillenentscheidung wird kein Belgier mit von der Partie sein, denn genau wie Sebbe De Buck konnten auch die anderen beiden Belgier, Sebastien „Seppe“ Smits und Stef Vandeweyer, den Traum vom Finale nicht Wirklichkeit werden lassen. Für Stef Vandeweyer – „ergatterte“ 61.00 Punkte – ist das aber kein Problem, denn für ihn zählt der olympisches Grundgedanken „Dabei sein ist alles“. „Ich habe ein gutes Gefühl, wenn ich an meine ersten Olympischen Spiele zurückdenke. Ich bin stolz auf das, was ich hier geleistet habe, und freue mich, dass ich diese Erfahrung machen konnte. Das Niveau ist extrem hoch und ich weiß, dass ich alles gegeben habe“, sagte der 18-jährige Snowboarder aus Geel der VRT, der genau weiß, was er in Zukunft besser machen muss, um gegen die starke Konkurrenz bestehen zu können: „Ich habe keine andere Wahl, als meine schwierigen Tricks noch intensiver zu trainieren, damit ich mich Stück für Stück dem Top-Niveau nähern kann.“

Konnten keinen seiner Sprünge erfolgreich landen: Snowboarder Sebbe De Buck. | Foto: belga

Landsmann Sebastien „Seppe“ Smits, der Flugkünstler aus Westmalle, konnte am Mittwoch nicht mehr als 59.25 Punkte herausfahren, sodass auch er beim Finale zum Zuschauen verdammt ist. „Ich habe meinen Sprung nicht geschafft“, erklärte Smits nach dem Wettbewerb. „Ich habe lange gekämpft, um mich schnell umzudrehen, aber ohne Erfolg. Daran muss ich einfach weiter arbeiten. Ich musste diesen dreifachen Trick probieren, um überhaupt eine Chance auf das Finale zu haben. Von Anfang an wusste ich aber, dass das Erreichen der Medaillenentscheidung sehr schwierig werden würde“, so der 27-Jährige, der im Vorfeld des Wettkampfes mit Knieproblemen zu kämpfen hatte. „Ich war in der vergangenen Woche bei der Physiotherapeutin und beim Fitness, weil ich mein Knie zu stark beansprucht habe. Ich habe alles versucht, es wieder in Schuss zu bringen, leider ohne den gewünschten Erfolg“, sagte er der VRT und schob direkt hinterher: „Es lag aber heute nicht an meinem Knie, sondern an mir.“

„Ich bin mit meiner Leistung zufrieden. Es war einfach eine tolle Erfahrung, die ich sehr genossen habe“, so Smits.

„Seppe“ Smits verlässt die Olympischen Spiele mit „einem guten Gefühl“. „Ich bin mit meiner Leistung zufrieden. Es war einfach eine tolle Erfahrung, die ich sehr genossen habe, auch wenn mein Knie nicht so mitgespielt hat wie gewünscht“, sagte der Athlet, der sein Blick schon in Richtung Peking gerichtet hat: „Ich möchte jetzt Urlaub machen, aber ich bin motiviert, weiterzumachen – und dass auch bis zur nächsten Olympiade in vier Jahren.“

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