Im Laufschritt Richtung Stadt der Liebe: Yannick Michels tritt beim Paris-Marathon an

Freizeit

Läuft nicht nur, um den Kopf freizubekommen: Yannick Michels aus Schoppen. | Foto: Pf-Pics

Am Sonntag, 8. April, heißt es für Yannick Michels aus Schoppen „Salut Paris“. Der 28-jährige Garten- und Landschaftsgestalter reist aber nicht zum Vergnügen in die Stadt der Liebe. Im Gegenteil: Er will die französische Hauptstadt sportlich erkundigen, und das beim 41. Schneider-Electric-Marathon. „Absolutes Neuland“ für den Anhänger von Bor. M’gladbach, denn ein Laufevent über 42,195 Kilometer hat er zuvor noch nie absolviert.

Von Carsten Lübke

„Ich habe schon immer davon gesprochen, irgendwann mal einen Marathon laufen zu wollen, um meine körperlichen und mentalen Grenzen zu überschreiten“, berichtet Yannick Michels, der bislang „nur“ einen Halbmarathon überwunden hat. Im vergangenen Sommer hat der 28-Jährige schließlich Nägel mit Köpfen gemacht und seine Bewerbung für den Paris-Marathon abgeschickt – „aus Jeckerei“ versteht sich, denn er hatte anfangs überhaupt nicht damit gerechnet, dass er einer der 57.000 Auserwählten sein wird, der auf der Avenue Champs-Elysées an den Start gehen darf. „Die Anzahl Bewerber ist wesentlich höher, als die ‚erlaubte‘ Anzahl Teilnehmer, daher werden die Läufer nach dem Losverfahren ermittelt. Ich hatte also Glück, dass ich dabei sein kann“, erklärt Yannick Michels.

Als seine Bestätigung via E-Mail „ins Haus flatterte“, war der 28-Jährige erst „sehr überrascht“. „Und danach habe ich gedacht: ‚Scheiße, was hast du dir da angetan‘“, witzelt er. Aufgeben, bevor er überhaupt an den Start gegangen ist, kam für Yannick Michels aber nicht in Frage. „Ich habe mich angemeldet, um zu laufen und nicht, um einen Rückzieher zu machen. Schließlich hatte ich ab dem Zeitpunkt der Bestätigung noch genügend Zeit, um mich auf das Event vorzubereiten“, sagt er.

Und wie ist der Fitnessstand heute? „Ich behaupte mal, dass ich fit bin. Ich habe unter anderem schon zweimal beim Oxfam Trailwalker mitgemacht“, sagt er und schiebt direkt hinterher: „Aber jeder Leistungssportler ist drei Mal fitter als ich.“ Angst macht das dem gebürtigen Schoppener für die anstehende Aufgabe in Paris aber nicht: „Ich trainiere seit dem vergangenen Sommer regelmäßig und denke, dass ich gut trainiert bin, um die Kilometer zu überstehen.“

„Ankommen ist mein Ziel, und das am besten in viereinhalb Stunden.“

Kilometer „fressen“, steckt dem Eifeler im Blut – zumindest seit einigen Jahren. „Ich habe damit irgendwann mal angefangen, um mich auszupowern und den Kopf freizubekommen“, erzählt er und fügt hinzu: „Mit und mit sind aus sieben Kilometern, erst zehn, dann zwölf und schließlich immer mehr geworden.“

Beim Paris-Marathon, der seit 1976 jährlich im April in der Hauptstadt Frankreichs stattfindet, muss der 28-Jährige insgesamt 42,195 Kilometer absolvieren. „Kein leichtes Unterfangen“, meint Yannick Michels, der daher sein persönliches Bestreben auch nicht allzu hoch ansetzt: „Ankommen ist mein Ziel, und das am besten in viereinhalb Stunden. Die Zeit ist aber nur eine Orientierung. Prioritär will ich einfach nur die Ziellinie überqueren.“

Zu schnell sollte der Eifeler die Strecke auch nicht abspulen, denn sonst bekommt er nichts von der wunderschönen Kulisse der Stadt mit. Die renommierte Marathon-Strecke führt die Läufer nämlich unter anderem am Triumphbogen, dem Place de la Concorde, der weltberühmten Notre Dame und Wahrzeichen Frankreichs schlechthin, dem Eiffelturm, vorbei. Die Szenerie war übrigens nicht ausschlaggebend für seine Bewerbung: „Ich wollte einen Marathon laufen, der für mich terminlich passt. Bei meiner Recherche bin ich dann auf Paris gestolpert“, sagt Michels, der nur für den Lauf in die französische Hauptstadt reist. „Samstagmorgen geht es hin und am Sonntagabend direkt zurück – mehr nicht.“

Da der Muskelkater „höchstwahrscheinlich“ vorprogrammiert ist, wird Yannick Michels ein verlängertes Wochenende einlegen. „Der Montag wird dafür da sein, um mich zu Hause auszukurieren. Zu mehr werde ich auch nicht in der Lage sein“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

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