Aufs Kreuz gelegt: Internationale Nachwuchselite war in Kelmis zu Gast

Ringen

Abdullah Adigüzel vom Südbadischen Ringerverband (in Rot) musste es auf diesem Bild mit Ertugul Agca vom Ringerverband NRW aufnehmen. | Foto: Helmut Thönnissen

Es wurde gezerrt, gestoßen und gewürgt: Am Wochenende ist das internationale „Who-is-Who“ des Ringersportnachwuchses in die ostbelgische Kampfsporthochburg Kelmis gereist, um sich auf der Matte zu messen. „Es lief alles so, wie wir uns das vorgestellt haben“, freut sich Arnold Waauff, Mitorganisator und Präsident des Ringerclubs Sparta Kelmis.

Von Carsten Lübke

Freuen konnte sich auch Islam Ilyasov (Jahrgang 1995), der aus ostbelgischer Sicht die beste Platzierung beim dritten „Gebrüder-Saitiev“-Turnier, das nach den erfolgreichen Ringer-Geschwistern Buvaisar und Adam Saitiev benannt wurde, erreichte. In der Gewichtsklasse 61 Kilogramm konnte sich der Ringer vom RV Saitiev Eupen die Bronzemedaille sichern. „Er hat sich gegen acht Teilnehmer behaupten können“, berichtet Arnold Waauff, der mächtig stolz auf die Leistung des Ostbelgiers ist: „Das Niveau war extrem hoch. Der dritte Platz ist schon ein verdammt gutes Ergebnis.“

Neben Islam Ilyasov standen 144 weitere Athleten im Alter von 14 bis 23 Jahren aus zehn verschiedenen Nationen im Kelmiser Sportzentrum auf der Matte. „Wir hatten unter anderem Ringer aus Sibirien, Ungarn, Deutschland, Frankreich und selbst aus Kalifornien vor Ort“, erzählt Arnold Waauff. Aus Ostbelgien traten neben Kämpfern des Ringervereins Saitiev Eupen auch Athleten des Pendants aus Kelmis an. Gerungen wurde übrigens im internationalen K.o.-System nach Freistilregeln.

Aber nicht nur Ringer, sondern auch zahlreiche Zuschauer belebten die Halle an der Patronagestraße. Einer von ihnen war die 43-jährige Ringerlegende Buvaisar Saitiev. Der dreifache Olympiasieger und vielfacher Welt- sowie Europameister ließ sich nicht lumpen und folgte nach 2011 und 2014 der Einladung der Veranstalter. „Er hat eine über 4.000 Kilometer lange Reise hinter sich gebracht, um hier dabei sein zu können“, schildert der Kelmiser. Neben einer Autogrammstunde musste der russische Ringer tschetschenischer Herkunft etliche Fotos mit seinen „Bewunderern“ machen. Für Arnold Waauff war die Anwesenheit der Legende darüber hinaus ein wichtiges Zeichen für gelebte Integration: „Da wir viele Tschetschenen in unserem Land haben und Integrationsarbeit betreiben wollen, ist das der richtige Mann für uns.“

Unter den zahlreichen Zuschauern war auch die lebende Ringerlegende Buvaisar Saitiev.

Dass mit Buvaisar Saitiev „einer der besten Ringer aller Zeiten“ den Weg nach Ostbelgien gefunden hat, „ist vor allem Mitorganisator Issa Gamboulatov zu verdanken“, erklärt Arnold Waauff und schiebt hinterher: „Dank des Tschetschenen hat sich mittlerweile eine sehr gute Freundschaft zu den Gebrüdern Saitiev entwickelt.“

Das Turnier soll wieder in zwei Jahren in der Göhlgemeinde über die Bühne gehen.

Großes Ansehen errungen hat mittlerweile auch das internationale „Gebrüder-Saitiev“-Turnier, das aus dem „Großen Preis von Ostbelgien“ geformt wurde. „Der Zuspruch ist enorm, sodass wir das Event auch wieder in zwei Jahr in Kelmis auf die Beine stellen wollen“, äußert sich Arnold Waauff und fügt hinzu: „Das Turnier ist außerdem eine super Reklame für den Ringersport.“

Drittes „Gebrüder-Saitiev“-Turnier in Kelmis

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