Spielfreudige Angolaner überraschen und besiegen Katar

Handball-WM

In der Partie Argentinien-Ungarn wurde mit harten Bandagen gekämpft, wie das Trikot des Argentiniers Juan Pablo Fernandez vermuten lässt. | Foto: afp

Die Handball-WM in Deutschland und Dänemark hat am zweiten Tag vor allem dank des Außenseiters aus Afrika richtig Fahrt aufgenommen. Angola bezwang den ehemaligen Vize-Weltmeister Katar in Kopenhagen völlig überraschend durch ein Tor in letzter Sekunde mit 24:23 (12:8) und feierte bei seiner vierten WM-Teilnahme den erst zweiten Vorrundensieg.

Japan musste beim 29:38 (13:18) gegen Mazedonien in München trotz einer insgesamt ordentlichen Leistung eine Auftaktpleite hinnehmen. Bester Werfer beim Sieger vor 7.500 Zuschauern war der 38-jährige Kiril Lazarov mit acht Toren. Die flinken Asiaten überzeugten im ersten Spiel der Gruppe B mit einigen gelungenen Offensivaktionen, die körperlichen Nachteile konnte der Olympia-Gastgeber von 2020 aber nicht kompensieren.

Im zweiten Spiel der Gruppe B rang Argentinien Ungarn einen Punkt ab. Ungarn hatte im Testspiel gegen Dänemark phasenweise geglänzt, Argentinien hatte ohne das verletzte „Team-Gehirn“ Diego Simonet die Probe gegen Deutschland in den Sand gesetzt. Die Südamerikaner wirkten anfangs geknickt, doch eine Auszeit weckte sie. Nach dem 0:5 (10.) war Argentinien schnell im Spiel und bot den oftmals leicht berechenbaren Ungarn Paroli. Die Magyaren mussten einiges investieren, um nach 30 Minuten mit 10:13 vorne zu liegen. In der zweiten Halbzeit war es ein gleichwertiger Fight, der 25:25 remis endete.

Im zweiten Spiel in der Olympiahalle gab sich der mitfavorisierte Ex-Weltmeister Kroatien beim 31:27 (16:14) in einem teils hochklassigen Spiel gegen Island keine Blöße und machte den ersten Schritt Richtung Hauptrunde.

Angolas Matchwinner war Rome Hebo mit sieben Toren. Vor zwei Jahren bei der WM in Frankreich belegte der Dritte der Afrikameisterschaft nach sieben Niederlagen in sieben Spielen noch den letzten Platz. Den zuvor einzigen WM-Vorrundensieg gab es vor 14 Jahren gegen Kanada.

Katar steht nach zwei Gegentoren in der dramatischen Schlussphase bereits gehörig unter Druck. Bei den Weltmeisterschaften 2015 (Viertelfinale) und 2017 (Achtelfinale) hatte der Asienmeister den Medaillentraum der Auswahl der deutschen Nationalmannschaft) beendet. Im zweiten Spiel der Gruppe D kam Ungarn gegen Argentinien überraschend nicht über ein 25:25 (13:10) hinaus.

In der deutschen Gruppe A musste sich Russland mit einem 30:30 (16:16) gegen Serbien begnügen. Linksaußen Timur Dibirow rettete den Russen mit zwölf Toren bei 13 Versuchen zumindest einen Punkt. In der Gruppe C besiegte Österreich im dänischen Endspielort Herning Saudi-Arabien mit 29:22 (15:9).

Österreichs Handballer haben einen erfolgreichen WM-Start hingelegt. Die Auswahl von Teamchef Patrekur Johannesson setzte sich am Freitag zum Auftakt gegen Saudi-Arabien 29:22 (15:9) durch. Gegen einen robust spielenden Gegner taten sich Nikola Bilyk und Co. allerdings schwerer als erwartet. (sid)

Der Isländer Olafur Gustafsson (rechts) versucht, Domagoj Duvnjak zu stoppen. Am Ende setzten sich die Kroaten mit vier Toren Unterschied durch.

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