Hamiltons Erben stehen bereit

Formel 1

Lando Norris übernimmt bei McLaren das Cockpit von Stoffel Vandoorne. | Foto: Photo News

Lewis Hamilton ist längst nicht fertig mit seiner Titeljagd, da drängen schon die nächsten britischen Ausnahmekönner in die Formel 1. Eine Talentdichte, von der viele Länder derzeit nur träumen können.

Zumindest Lewis Hamilton will sich noch nicht so recht anstecken lassen von der Vorfreude im Mutterland der Formel 1. Gleich zwei englische Ausnahmetalente stehen in den Startlöchern, Lando Norris (18) und George Russell (20) treten im kommenden Jahr in der Königsklasse an – ist Nachhilfe vom Landsmann und aktuellen Weltmeister da nicht selbstverständlich?

Nein, sagt Hamilton, „ich mache mir ja nichts aus Nationalitäten. Ich schaue mir das Starterfeld nicht an und denke, oh, ein weiterer Brite.“ In seiner Heimat sieht das allerdings anders aus, auf der Insel frohlockt man: Zwar rückt Hamiltons Karriere-Ende allmählich immer näher, doch die Wachablösung steht schon bereit.

Die beiden derzeit besten Nachwuchspiloten des Sports tragen ebenfalls die Flagge des Vereinigten Königreichs – eine erstaunliche Talentdichte. Russell und Norris pflügen seit Jahren geradezu durch die Junior-Serien. Beide haben das Talent, um die Formel 1 auf Jahre zu prägen.

George Russell hat ernsthafte Chancen, schon bald einen Mercedes zu steuern.

Und Russell hat ernsthafte Chancen, schon bald einen Mercedes zu steuern, also wirklich die langfristige Nachfolge Hamiltons anzutreten. Der 20-Jährige gehört seit 2017 zum Juniorprogramm der Silberpfeile, 2019 startet er dank dieser Unterstützung beim Mercedes-Kundenteam Williams seine Formel-1-Karriere.

Zwei Nachwuchstitel hat er schon gewonnen, darunter den wichtigen in der GP3 (2017) – und in der Formel 2 steht er aktuell unmittelbar vor dem nächsten Triumph. Russell gilt im positiven Sinne als Streber, als einer, der weiß, was er kann, und eifrig für seine Ziele arbeitet.

Seinen Aufstieg zu Williams überließ der junge Brite daher auch nicht allein dem Verhandlungsgeschick seiner Mercedes-Chefs – er stellte sich selbst beim Traditionsteam vor. Mithilfe einer Power-Point-Präsentation.

„Ich dachte, es ist gut, die Dinge Schwarz auf Weiß zu haben, das Ganze mit Statistiken zu unterfüttern“, sagt Russell über seinen ziemlich ungewöhnlichen und letztlich erfolgreichen Pitch bei der stellvertretenden Teamchefin Claire Williams.

Lando Norris ist da ein Gegenentwurf, locker, flapsig, vom Naturell her eher ein Typ wie der extrovertierte Hamilton. Fünf Junioren-Titel hat der 18-Jährige sogar schon gesammelt, der wichtigste: Die Formel-3-EM im Jahr 2017. 2018 war er bereits einige Male im freien Training am Freitag für McLaren im Einsatz, 2019 rückt er – im Cockpit, das bislang Stoffel Vandoorne innehatte – zum Stammfahrer auf.

Es wird nun spannend zu beobachten, ob einer der beiden in den kommenden Jahren die nächste britische Erfolgsgeschichte in der Formel1 schreiben kann.

Und auch, wenn Hamilton sich nicht zum Mentor berufen fühlt, zumindest Russell muss nicht ganz ohne seine Hilfe auskommen.

Lando Norris ist eher ein Typ wie der extrovertierte Hamilton.

Als Mercedes-Junior hat er längst Einblick in die Arbeit des Weltmeisters erhalten. „Ein paar Tipps hat er mir gegeben“, sagt Russell: „Aber davon werde ich sicher keinen weitererzählen.“ (sid)

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte beachten Sie unsere Netiquette, wenn Sie den Artikel kommentieren möchten.