Frittenorgie und Bier: Das haben sich die Jungs auch verdient

WM-Kolumne (28)

Foto: Grafik: GrenzEcho

In seiner WM-Kolumne betrachtet Sportredakteur Mario Vondegracht zum letzten Mal das Geschehen rund um das Fußballfest in Russland. Teil 28.

Von Mario Vondegracht

Was für ein Hochgenuss war das, die Roten Teufel am Sonntag aus der fernen Redaktionsstube bei ihrem besonderen WM-Defilee zu beobachten. Wie sie zunächst im Schloss Laeken von einem für seine Verhältnisse nicht so oft euphorisierten König Lobeshymnen über sich ergehen lassen „mussten“, um im Anschluss mit offenen Doppeldeckerbussen durch die Hauptstadt zu flanieren.

Doch auch Eden Hazard und Co. durften genießen. Nicht etwa nur die 40.000 Seelen, die in Brüssel die Roten Teufel mit so viel Liebe zum Heimatland und zur Mannschaft mit Sprechchören, Bengalos und Liebesbekundungen empfingen, sondern vor allem die Fritten und Frikadellenwürste, die für sie im Brüsseler Rathaus aufgetischt wurden.

Stellen Sie sich vor, wie viel Lust Sie auf die Nationalspeise hätten, wenn Sie über sechs Wochen nicht haben sündigen dürfen. Nach so viel Verzicht während der WM-Wochen stürzten sich Dries Mertens und Konsorten also wie die Raubtiere auf das sporadisch angerichtete Essen, das dadurch aber sicherlich nicht weniger lecker war. In Rekordzeit verschlangen die Spieler die typischste aller Leckereien, die unser Land anzubieten hat. Dagegen war der 10-Sekunden-Konter gegen Japan ein Kinderspiel.

Um diese Frittenorgie zu rechtfertigen, schickte die Mannschaft Eden Hazard vor. „Gestern habe ich schon einen Hamburger gegessen, heute gab es Fritten. Uns war es wichtig, dass wir uns schnell wieder belgisch fühlen. Heute Abend (Hazard fuhr später in sein Heimatdorf Braine-le-Comte, A. d. R.) gibt es Bier“, erklärte der Dribbelkünstler. Wie Recht er dabei hat. Prost und Do swidanja, Russland!

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