Burgstaller schießt Schalke ins Halbfinale – Auch Frankfurt ist eine Runde weiter

DFB-Pokal

Divock Origi (rechts) machte kein gutes Spiel. | Foto: afp

Eintracht Frankfurt träumt nach dem Mainzer Slapstick-Auftritt schon wieder von Berlin, Schalke 04 ist erstmals seit dem Pokalsieg 2011 wieder unter den letzten Vier.

Die Königsblauen gewannen im Viertelfinale des DFB-Pokals 1:0 (1:0) und folgten Eintracht Frankfurt, die ganz schwache Mainzer 3:0 (1:0) besiegten, Rekordmeister Bayern München und Werder Bremen ins Halbfinale des deutschen Cups.

Dort benötigt Schalke aber eine deutlich bessere Leistung als am bitterkalten Mittwochabend in Gelsenkirchen. Stürmer Guido Burgstaller (10.) schoss die Schalker, die zuletzt in der Saison 2010/11 das Viertelfinale überstanden hatten und damals auch den fünften Titel im Pokal holten, in einem schwachen Spiel zum Sieg. Für Wolfsburg, wo Nationalspieler Divock Origi keine gute Figur abgab, vergab Yunus Malli (24.) die beste Chance auf den Ausgleich, als er nur die Latte traf.

In Frankfurt ebnete der Karnevalsvereins aus Mainz mit diversen Patzern der Eintracht den Weg ins Halbfinale. Ante Rebic (17.) nach einem kapitalen Fehler des früheren deutschen Nationaltorhüters Rene Adler, Innenverteidiger Alexander Hack per Eigentor (53.) und Omar Mascarell (62.) als Nutznießer eines weiteren Hack-Fehlers trafen für den Bundesliga-Sechsten. Der Liga-Drittletzte aus Mainz, bei dem Danny Latza noch die Rote Karte sah (82.), enttäuschte auf der ganzen Linie.

„Das erste und zweite Tor war natürlich hergeschenkt von den Mainzern, aber wir haben auch richtig Druck gemacht. Und wir haben das Spiel bestimmt, das hätte sicherlich auch anders geklappt“, sagte Eintracht-Trainer Niko Kovac bei Sky. Die Eintracht ist nur noch einen Schritt vom erneuten Einzug ins Pokalfinale entfernt.

Die Frankfurter gaben vor 48.200 Zuschauern zu Beginn mächtig Gas. Die Mainzer Defensive hinterließ dabei keinen guten Eindruck – was sich im Laufe der Partie fortsetzen sollte. Bei der Führung der Frankfurter durfte Rebic den Ball nach dem Fehler Adlers ins leere Tor schieben. Bei seinem verpatzten Abspiel war dem Keeper die fehlende Spielpraxis deutlich anzumerken.

Auch nach dem Rückstand lief bei den Mainzern kaum etwas zusammen. Der ganz schwache Auftritt bis zur Pause war Wasser auf die Mühlen der Kritiker von Trainer Sandro Schwarz. Der Coach selbst fluchte unaufhörlich an der Seitenlinie. Nach einem kurzen Mainzer Strohfeuer nach der Pause schaffte Hack es mit seinem Eigentor und seinem Stockfehler fast im Alleingang, Frankfurt endgültig auf die Siegerstraße zu bringen.

S04-Trainer Tedesco hatte von seinen Spielern mehr Torgefahr gefordert – und die Worte kamen offenbar an. Nach einem unnötigen Ballverlust von Maximilian Arnold schalteten die Schalker schnell um. Marko Pjaca bediente Burgstaller, und der Österreicher nutzte die erste Chance zur Führung.

Für Wolfsburg war es das erste Gegentor im laufenden Wettbewerb – und es zeigte zunächst Wirkung. Schalke war in den folgenden Minuten obenauf, doch der VfL kämpfte sich zurück ins Spiel. Mallis Direktabnahme flog über S04-Torhüter Ralf Fährmann hinweg an die Unterkante der Latte. Der Keeper, der jüngst im Ligaspiel gegen Werder Bremen (1:2) gepatzt hatte, wäre wohl chancenlos gewesen.

S04 zog sich mit der Führung im Rücken weit zurück und überließ Wolfsburg meist den Ball. Der VfL tat sich aber schwer, Tempo ins Spiel zu bringen und Lücken in der Schalker Defensive zu finden. Auch die Pause brachte keine Besserung – beide Teams stellten die 50.642 Zuschauer vor eine echte Geduldsprobe. (sid)

René Adler patzte im Tor der Mainzer. | Foto: afp

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