Darts in den Niederlanden – Kleines Land mit vielen Topspielern

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Michael van Gerwen zieht bei der Premier League Darts einsam seine Kreise an der Spitze. | Foto: dpa

Was den Belgiern beim Darts fehlt, haben die Nachbarn aus den Niederlanden bereits seit vielen Jahren. Gleich 14 Niederländer befinden sich auf der Weltrangliste unter den besten 100, vier davon unter den Top 20. Und es ist gerade einmal ein Jahr her, dass Oranje-Werfer Michael van Gerwen Weltmeister wurde. Belgische Sportler sind von solchen Erfolgen bislang weit entfernt.

„Die Niederlande haben mehrere Weltklassespieler, während der Hype im Rest von Europa zum großen Teil durch den Eventcharakter an sich ausgelöst wurde“, sagt Niclas Junker, Sprecher des europäischen Dartsverbands PDC Europe. In den Niederlanden finden dieses Jahr drei große Veranstaltungen statt, unter anderem ein Doppel-Spieltag der Premier League am Mittwoch und Donnerstag.Die Begeisterung sei aber durchaus auch im Nachbarland vorhanden, sagt Junker. Im

vergangenen Jahr hat das unter anderem der 16-malige Weltmeister Phil Taylor zu spüren bekommen. Das aufgebrachte Publikum pfiff den inzwischen zurückgetretenen 56-Jährigen gnadenlos aus, nachdem sich Taylor zuvor zu höhnischen Gesten in Richtung der Zuschauer hinreißen ließ. In der Rotterdamer Ahoy Arena ist entsprechend auch in diesem Jahr mit brisanter Stimmu

ng zu rechnen.„Darts ist in den Niederlanden schon seit gut einem Jahrzehnt durch den Aufstieg von Raymond van Barneveld Volkssport“, sagt Junker. Der erste Hype war also gewissermaßen schon vorüber, bevor sich das präzise Pfeilewerfen in Belgien überhaupt erst von der Eckkneipe emanzipierte.Ein Niederländer steht derzeit auch an der Spitze der Weltrangliste: Michael van Gerw

en ist als bester Spieler der Welt das Aushängeschild des Weltverbands – und vermutlich der niederländische Sportler mit den meisten belgischen Fans. Seiner Meinung nach ist der Patriotismus unter den Darts-Interessierten insgesamt aber nicht so stark wie bei anderen Sportar

ten.„Die meisten Darts-Fans kommen nicht, um einen bestimmten Spieler oder ein bestimmtes Land zu unterstützen“, sagte van Gerwen vor Kurzem dem „Münchner Merkur“. Den Zuschauern gefalle das Spiel, vor allem aber die gemeinsame Zeit mit ihren Freunden und den anderen Zuschauern.Verübeln könnte man den Fans in der Ahoy Arena aber natürlich nicht, wenn sie am Mittwoch und Donnerstag ihren Landsmann van Gerwen bejubeln und zu Höchstleistungen anspor

nen. Van Gerwen spielt zunächst gegen Peter Wright, am zweiten Tag kommt es zum Oranje-Duell mit van Barneveld. Beide Gegner stehen in der Premier League derzeit auf den letzten Plätzen. Premier-League-Spitzenreiter van Gerwen ist also eindeutig in der Favoritenrolle. (dpa/calü)

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